Return to site

Alternative Facts und THE Truth

über das Beten mit den Füßen

1)Weniger Geld macht den Pilger reicher - reicher an Erfahrungen zumindest.

Die einzige Frage, die Sie sich ehrlich stellen sollten: Sind Sie ein Abenteurer oder gestalten Sie sich lieber den Abend-teurer? Macht es Ihnen etwas aus, wenn Sie öfters mal hangry (hungry+angry= hangry) zu Bett gehen und ihr Schlafplätzchen aus Lehm statt Federn besteht?! Dann empfehle ich Ihnen doch sehr aus prophylaktischen Gründen zumindest Papas Konto anzudocken und mindestens 500€/ Monat zu transferieren (legal oder illegal – das ist Ihnen bzw. Ihrem Gewissen überlassen) damit dem knurrenden Wamperl at least Mampfimapfi garantiert ist.

2) Wie sich´s als „Food- Nazi“ in Frankreich leben lässt...

Haben Sie eine Gluten- oder Laktose Unverträglichkeit? Sind Sie Pflanzerlfresser, statt Allerleifresser? Und Sie wollen sich dementsprechend am Jakobsweg ernähren? Puh, das wird schwierig!

Selbstverständlich gilt, wie immer im Leben, wo ein Wille, da ein Weg! ABER wer kann schon französischem Kas mit Walnüssen, Prosciutto und Honig beträufelt widerstehen?! Also mein Wille nicht. Und der Wille des Herrn soll ja geschehen. Diese verführerischen Momente sind so verführerisch wie ein Kabarett von Peppi Hader oder dem persischen Teppichverkäufer Niavarani. Aber klar, wenn man eine Unverträglichkeit hat, dann ist das ein französischer Kas. In Autriche bin ich Vegetarierer, der selten Gluten schnabuliert. Am Jakobsweg bin ich Gluten- und auch Fleischfresser. Mein Motto gilt: „Was auf den Tisch kommt, wird gegessen - ohne wenn und aber.“ oder „Was der Bauer nicht kennt, isst er auch.“ Der knurrende Magen stellt den schwachen Willen nach 30 Kilometern Schachmatt.

Eines muss man den Franzosen lassen - die lieben Franzinnen und Franzen wissen das Leben kulinarisch zu zelebrieren. Verveine, Pulp, Ziegenkäse, ... wenn ich nur daran denke, fließt Sabber aus meinem Goscherl. It's heaven!

3) „Geschüttelt! Nicht gerührt!“

Dass man auf Händen getragen wird, ist keine Legende aus der Pilger-Bibel, sondern ein Faktum.

Pilger helfen Pilger. Einheimische helfen Pilger. Ja, es wird sogar gemunkelt, dass Kühe den Pilgern mit frischgemolkener Milch Stärkung zukommen lassen, wenn man sie nur d´rum muhend- fragt. „Liebe Kuh, bitte nicht geschüttelt, sondern gerührt!“ Ob diese Sage der Wahrheit entspricht, werde ich bei nächster Gelegenheit für Sie exklusiv in Erfahrung bringen.

 

4) Pilgermania am Jakobsweg

Die Wege nach Santiago werden immer voller. It´s a fact. Harpe, Paulo oder der Film „The way“ - Kategorie „Sehenswert“ - haben ihriges dazu beigetragen. So mancher Peregrino meint, dass sich dies um eine falsche Entwicklung handelt, weil viele Einheimische nur mehr pilgernde Geldscheine sehen, der Tourismus die Routen verändert, um die Hatscher vor ihre überteuerten Hotels zu lotsen. Wenn man aber nur mehr schwer die Stille vorfindet, ist es unterm Strich kein ursprüngliches Pilgern mehr.

Der Doktor des Pilgerns, Ernst Merkinger, ist da zum Teil anderer Ansicht. Die Sehnsucht nach mehr Menschlichkeit scheint einer der Hauptmotive für die Pilger zu sein. Die Menschenkinder machen sich wieder auf, um sich zu besinnen, um ihren Wurzeln auf den Grund zu gehen und am Camino findet man wieder Qualitäten vor, die einem abhanden gekommen sind. Das Betreten der Adern des Jakobswegs reinigt die verstopften Adern des Menschen selbst und just spürt man sich wieder, Lebendigkeit kehrt ein. Der Weg hat so viel Kraft (das ist keine Legende), dass menschliche Qualitäten (wie Nächstenliebe, Mitgefühl oder Hingabe) durch das Entstauben und Wiederverbinden der Synapsen, wieder entdeckt werden. Dass die Pilger, die aus aller Herrgottswinkeln dieser Welt kommen, diese wiederentdeckten Kraftpartikel mit nachhause nehmen und andere mit „Pilgeritis“ und Menschlichkeit anstecken, ist doch großartig, oder?!

Im „Ernst“,

Ernst

All Posts
×

Almost done…

We just sent you an email. Please click the link in the email to confirm your subscription!

OKSubscriptions powered by Strikingly