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Die Route - Alpe Adria Trail

Auch heuer würd´s mich wieder enorm freuen, wenn Sie auf meinen Kanälen (instagram, facebook oder meinem Blog) vorbeischauen. All diese Kanäle werden täglich mit Inhalten bespielt, die Botschaften beinhalten, sodass Ihre Augen vor Freude schwitzen und Ihre Bauchmuskeln trainiert werden. - Was ich damit bezwecken will? Dass Sie keine Lachyoga- Stunde aufsuchen oder gar einen sonntäglichen Kirchenbesuch anvisieren müssen bzw. dass Sie v.a. nicht diese Strapazen auf sich nehmen müssen vom Gletscher Richtung Meer zu gehen.

· Alpe Adria Trail

Falls Sie mir Ihr Herz ausschütten wollen, falls Sie eine berührende Geschichte zu erzählen haben, die eine größere Community unbedingt hören soll, falls Sie mir einen Schlafplatz anbieten wollen, falls Sie ein Unternehmen haben oder einen Verein gegründet haben, die der Menschheit dienen und Herzensbildung praktizieren, falls Sie eine Kärntner Spezialität mir an mein Herz oder besser gesagt an meinen Darm legen wollen, dann bitte, bitte, bitte... nehmen Sie doch telepathisch mit mir Kontakt auf, schicken Sie mir einen Brief mit Ihrer Taube zu oder schreiben Sie mir doch einfach per Mail! Ich danke Ihnen!

Im Ernst,

Ernst

10. Juni - Etappe 1

Kaiser- Franz- Josefs- Höhe

Heiligenblut

Obwohl ich insgeheim voller Freude bin, dass es wieder losgegangen ist und von der Wucht des Gletschers immer noch überwältigt bin, bin ich auch schockiert und sprachlos über die Tatsache wie schnell sich der Gletscher die letzten Jahre zurückgezogen hat. Ich könnte Euch dieselben Meterangaben niederschreiben, wie gravierend das Ausmaß augenscheinlich ist, doch das sind nur Zahlen, die wir Tag für Tag in Medien lesen und auch mich nicht mehr berührt haben. Deswegen lege ich Euch wärmstens ans Herz zumindest zur Franz- Josefs- Höhe zu pilgern oder noch besser zum Fuße des Gletschers zu gehen und das mal auf sich wirken lassen. Das lässt garantiert keine Menschenseele kalt. Und wenn Sie schon dort sind, dann könnten Sie doch auch gleich den Alpe Adria Trail in friedlichen Angriff nehmen?! - Nicht? - Ok, alles der Reihe nach - vielleicht mach ich Ihnen ja einen Gusto!?

Abgesehen davon war der heutige Tag ein prachtvoller Tag, nicht nur für mich, sondern auch für all die Väter da draußen. Nein, nicht nur weil Vatertag ist! - Nein, weil der Österreicher Dominic Thiem gegen Rafael Nadal um den Titel eines der prestigeträchtigsten Tennisturniere der Welt gespielt hat und weil Marko Arnautovic, David Alaba und Co. gegen die Brasilianer gespielt haben…wobei…sowohl Thiem, als auch das Team haben leider verloren - insofern war der Vatertag vielleicht doch nicht sooo das Highlight für die armen Väter?!

Hier - im Nationalpark Hohe Tauern - interessiert‘s keinen Adler, ob jemand gewinnt oder verliert. Hier werden maximal Pläne am Ameisenfestival geschmiedet wie Ameise Frederick und Ameise Valentin das Kieferästchen gemeinsam zum Ameisenhaufen transportieren können. Hier tanzen Bienen und Hummeln noch Wiener Walzer im intakten Blumenmeer.

Kommen wir zu den Aspekten, die für die Bergfexinnen und Bergfexe unter uns von Relevanz sind :

Die Etappe von der Franz- Josefs- Höhe hat eigentlich läppische 13,1 km, aber aus diesen Metern wurden 18,5 Kilometer (27. 584 Schritte), weil ich unbedingt den Gletscher von links, von rechts, von oben, von unten, mit Spiegelung, ohne Spiegelung, etc. fotografieren wollte. Nicht zwingend zur Freude meiner Oberschenkel und Lunge, weil ich dieses Frühjahr von einer brachialen, bronchialen Allergie eingeschränkt wurde. Wenig bis gar kein Yoga, geschweige denn Ausdauersport waren die Folge. Statt 100% waren es auf einmal nur mehr 65% Lungenleistung, aber keine Angst liebe Freunde der Volksmusik, jetzt kann ich wieder durchatmen und komm schön langsam wieder zu meiner alten Lungenflügerl- Leistung.

So… soweit von mir und meinem ersten Tag! Ich gönne mir jetzt noch einen Saunaaufguss, ein Abendessen in der Nationalpark Lodge und dann ab in die Heia.

Schlaft´s auch gut,

Ernst

11. Juni - Etappe 2

Heiligenblut

Döllach

Nach einem wirklich, wirklich feinen Aufenthalt bei der lieben Family der Nationalpark Lodge zitiere ich heute Morgen unseren lieben Kaiser Franz Joseph I. von Österreich: „ Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.“ Woraufhin die Pichler´s im Chor Freddy Quinn´s Lied „Junge, komm bald wieder“ anstimmen. - Nein, das ist natürlich geflunkert. Einzig, dass ich mich herzlich bedankt hab´ für diesen angenehmen Aufenthalt, den herzlichen Service und nicht zu vergessen: den gemütlichen Wellnessbereich. Liebe Pichler´s, liebe HeiligenbluterInnen, lieber Glockner, liebe Steinböcke und Wasserfälle "I kimm´boid wieder - versprochen!"

Heute ging´s weiter Richtung Döllach. Wobei eigentlich müsste ich schreiben: Heute ging´s „kürzer“ Richtung Döllach, weil soooo weit war diese Etappe eigentlich gar nicht. - However! Für den Alpe Adria Trail hab ich mir vorgenommen, dass ich nicht bis zu 65- Kilometer Tages- Touren (siehe Zu Fuß von Casablanca nach Marrakesch) auf mich nehme, sondern ganz gemütlich bummle. (Beim Wort „bummeln“ muss ich immer an meinen Großonkel Fred denken, der am Papier Psychologe, aber/und sich selbst als Seelenbummler betitelt). Das Schöne am Bummeln ist, dass ich mir da bewusst Zeit nehme und dann GEHdanken zum Vorschein kommen, die in Wien am Weg zum nächsten Termin ab und an auf der Strecke bleiben…

Apropos Strecke. Die Strecke von Heiligenblut nach Döllach ist landschaftlich ein absoluter Leckerbissen und diese Bissen koste ich aus, indem ich mich immer wieder umdrehe, um dem Großglockner nicht meinen Allerwertesten zuzudrehen, sondern um ihm meine Aufmerksamkeit zu schenken, die er sich absolut verdient hat, dann sind da noch die urigen Bauernhöfe, Scheunen, die weltbekannten (weltbekannt in dieser Region zumindest) Apriacher Stöckmühlen und nicht zu vergessen der gigantische Wasserfall an der anderen Flanke des Trails - der „Jungfernsprung“.

Ja, liebe Leute in die Berg' bin I gern, und da g'freit si mei G'müat, wo die Almreserl wachsen und der Enzian blüaht!

Gehabt euch wohl,

Euer Ernst

PS.: Heute Abend bin ich im gemütlichen Gastgarten des "Dorfwirten" gesessen, habe mein Essen bestellt und anschließend die Salzburger Nachrichten zur Hand genommen. Während ich die Headline „Kim landet in Singapur und bringt Essen mit“ lese, nähert sich ein gebrechlicher Mann mit selbstgeschnitztem, gebogenem Wanderstock, begrüßt mich und fragt mit der Lautstärke eines offensichtlich Schwerhörigen: „San Sie a Diplomingenieur?“

Ich schmunzle und entgegne ihm mit ähnlicher Lautstärke: „Nein! Sind Sie einer? Wollen Sie sich vielleicht zu mir setzen, Herr Diplomingenieur?“

Seine Mundwinkel ziehen zuerst links und dann rechts nach oben, er legt seinen Wanderstock am Nebentisch ab, setzt sich rechts von mir zu Tisch und beginnt mit mir zu reden – leider Gottes verstehe ich nur einzelne Wortfetzen. Zum Beispiel „1951, Heiligenblut und Lawine, „Menschen verschüttet worden“, „letztes Johr sovü Schnee wie scho laung ned“ oder „In Wien habt´s es kane so hochn Berg, goi?!“

Später hat mir der freundliche Besitzer des „Dorfwirten“ verraten, dass ich soeben auf eine Legende der Region getroffen bin. Er und seine 13 Geschwister haben es nämlich in das Guinness-Buch der Rekorde geschafft, als die „weltweit älteste Familie“. Die Familie Zlöbl aus Großkirchheim wurde am 21. Juni 2016 1.000 Jahre alt. Dies wurde natürlich dementsprechend gebührend am selben Tage im Nationalparkhaus gefeiert – Blasmusik und Bürgermeister inklusive.

UND 1951 BZW. HEILIGENBLUT? 1950 und 1951 war der gesamte Alpenraum von zahlreichen Katastrophen betroffen. Nach starken Neuschneefällen (bis zu 130 cm) kam es am 21. Jänner 1951 um 4:20 Uhr zum Abbruch einer Lawine aus dem Gebiet der „Weißen Wand" auf Heiligenblut. Es gerieten ca. 100.000 m³ Schnee in Bewegung und stürzten – den Waldgürtel bei der Großglockner Hochalpenstraße durchschlagend – bis in den Talboden. Die Lawine zerstörte mit ihrem östlichen Arm ein Anwesen, wobei sechs Tote zu beklagen waren. Weitere sechs Personen fanden in der Ortschaft Heiligenblut den Tod, wo verheerende Schäden an 36 Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, Straßen und Versorgungsanlagen verursacht wurden.

Ich bin von dieser edlen Jausndosn, dem Holzbrettl und der Trinkflasche begeistert, weil diese nicht nur fesche Produkte der Firma Loacker (made in Bregenzerwald) sind, sondern v.a. den Plastikflaschen und den Plastiksackerln diesen Landes den Kampf ansagen. Deswegen ist es mir auch eine Freude mit dieser Firma zusammenzuarbeiten.

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12. Juni - Etappe 3

Döllach

Marterle

16:07 Uhr. Bett.

Während ich eingehüllt in einer flauschigen Wolldecke in die Tasten tippe, gewittert´s und regnet´s draußen in Strömen. - Herrlich! Kräftige Regentropfen knallen gegen die Fensterscheiben und immer wieder blitzt´s und donnert´s als würden Herbert Kickls (Innenminister/Unsicherheitsminister Österreichs) Eurofighter vorbeidonnern. - Zum Glück ist es kein Eurofighter, sondern Muttererde, die ein bissl Dampf ablässt.

Der Fußmarsch von Döllach nach Materle ist abwechslungsreich und hat´s in sich. Zu Beginn geht man noch am gemütlichen Radweg entlang des Flusses, der von Lupinen geschmückt wird. Ab Mörtschach wandert man entlang der Forstwege kontinuierlich bergauf, doch links und rechts befinden sich jahrzehntealte Hütten, die den Schmerz der übersäuerten Oberschenkel vergessen lassen. Im Rücken stets der Glockner und vor der Nase die Dolomiten - das lässt das Wanderherz höherschlagen. Und auch meine Pilgerherzkammer hat gegen Ende der heutigen Etappe immer kräftiger gepocht. In Marterle befindet sich nämlich die höchstgelegene Wallfahrtskirche Österreichs. Grund genug diese nicht nur etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, sondern auch um Mal Buddha, Allah, Gott, den Eltern, Freunden und Co. in Form einer Andacht Danke zu sagen, dass ich dieses Abenteuer erleben darf. Ach ja, und die liebe Erika, die Besitzerin des Alpengasthauses Marterle, werde ich auch miteinbeziehen. Sie ist eine wahre Perle. Eine Alpenperle. Nach 18,4 km bzw. 1159 hm am heutigen Weitwander- Radar bin ich dezent verschwitzt und wegen des Regens durchnässt angekommen, hab mich gleich unter die Dusche „g´schmissen“, drei Tassen Grüntee getrunken und mir einen Powernap - korrigiere: ein Mittagsschlaferl (immer diese Anglizismen) - im urigen Zimmer mit Traumpanorama gegönnt.

Nun ist´s 16:43 Uhr. Zeit das Macbook zuzuklappen!

Bis Morgen,

Euer Ernst

PS.: In Mörtschach/oberes Mölltal wurde ich durch das Privatmuseum (siehe Foto oben) von Anselm Fleißner geführt. Dieses dreistöckige Privatmuseum ist das Bauernhaus (1799 errichtet) seiner Kindheit. - Wenn Sie schon in der Nähe sind, dann sollten Sie unbedingt auf einen Sprung vorbeischauen - Kategorie „sehenswert“.

13. Juni - Etappe 4

Marterle

Stall

6.50 Uhr aufstehen, Aussicht genießen (siehe Foto), frühstücken, meine Siebensachen zusammenpacken, wandern, ankommen, duschen, Mittagsschlaferl gönnen, aufwachen, Tee zubereiten, Tee genüsslich schlürfen und dann in die Tasten tippen. Ja, und bei Letzterem bin ich gerade angelangt: Stellt sich nur die Frage, was denn heute so passiert ist? - Hm?! Lassen Sie mich kurz überlegen…

Heut´ Morgen habe ich zwei Kornspitzweckerl mit Butter und Marmelade verdrückt und mich mit einer „selbsternannten Aussteigerin“ unterhalten, die berichtet hat, dass sie, aber auch ihr Mann, keine Sekunde bereuen sich damals gegen gut bezahlte Jobs entschieden zu haben, sie heute stattdessen Keramik-Workshops anbietet und er Bioresonanztherapien. Beide erfolgreich. Beide glücklich und strahlend gesund, was in vergangenen Tagen nicht der Fall war.

Die letzten Tage hat sich´s noch nicht ergeben, dass ich mit jemanden des Weges gehe, aber in den Unterkünften stoße ich stets auf dieselbe Clique. Allesamt aus Deutschland: Ein Ingenieur & seine „Hühnerflüsterin“ (40 Zwerghühner haben die beiden z´haus), eine erfahrene Jakobsweg- Geherin & ihr Mann, der bei der Deutschen Bahn arbeitet bzw., wie er es ausrücken würde: "Ich bin für die Zugverspätungen verantwortlich!" Und die zwei Ösis: die liebe Aussteigerin & ich. So viel sei verraten: Ich reiß den Altersdurchschnitt schon ziemlich nach unten. 😅

Der heutige Weg führt über romantische Almen, wo´s schon mal vorkommen kann, dass die eine oder andere Kuh einem den Weg versperrt. Aber die lieben Kärntner Kühe waren Allah sei Dank kooperationsbereit, haben mir stets rasch Platz gemacht und mich sogar ein Stückerl begleitet. Nachdem es etwas intensiver zu regnen begonnen hat, bin ich auf mystische Wälder gestoßen, wo ich wegen den Brätlingen, Parasolpilzen und Co. an meinen begeisterten Schwammerljäger, Ex-Finanzminister und immer noch Vater denken musste. Ihr müsst´s wissen, dass es im Hause Merkinger zur Pilz- Zeit (Juli - Oktober) primär - RICHTIG - Pilze gibt. Aber viel amüsanter ist´s, wenn man mit meinem Daddy zu seinen TOP- SECRET Schwammerlsuch- Plätzen fährt, weil bereits beim Hinfahren muss man als Beifahrer links und rechts Ausschau halten, ob eh nicht rechts oder links am Straßenrand ein Parasol oder gar ein Steinpilz sein könnte. So. Wenn sich dann auch noch ein Eindringling früher als der Boss, mein Vater, himself auf die Suche nach Pilzen gemacht hat, dann, ja spätestens dann gab´s und gibt´s immer noch kein Halten mehr. Spätestens dann läuft mein Papa wie eine Gazelle durch die Wälder und versucht selbstverständlich keine Spuren zu hinterlassen - er ist eben kein Anfänger, sondern ein absoluter Vollprofi auf diesem Gebiet. Pffff, wer reinigt Pilze schon vor Ort? Also mein Papa sicher nicht. Es könnte ja der Nächste sich dieses TOP- Secret Platzerl merken und das nächste Mal wieder aufkreuzen. Nein, beim Pilzsuchen hört der Ur-Christliche Grundgedanke auf. „Beim PilzeSUCHEN“ habe ich geschrieben, meine sehr verehrten Damen und Herren! „Beim Pilze-in-der-Ortschaft-Teilen" sieht die Sache dann wieder anders aus - hier kommt der großzügige Daddy zum Vorschein, der der Familie, Freunden und Bekannten Delikatessen schenkt.

So! Genug aus dem Nähkästchen geplaudert. Es wird nämlich gemunkelt, dass auch ein paar StudentInnen von meinem Vater diesen Blog lesen, insofern sollte ich wieder diskreter werden, obwohl´s noch so viel zu erzählen gäbe aus meinen amüsanten Kindheitstagen, aber vielleicht ja ein andermal…

Bis dahin eine feine Zeit! Ich werde jetzt Mal die Lage in Stall abchecken…

Alles Liebe,

Ernst

14. Juni - Etappe 5

Stall

Flattach

Heute und morgen habe ich die große Ehre und Freude von Rowin Höfer begleitet zu werden, der mit seinem Cousin Marvin um die Welt gegangen ist - naja, nicht ganz. Rowin hat sich in Laos in Aen verliebt, die ihn nicht mehr losgelassen hat und die er heute seine Frau nennen darf.

Neben dem Weltenwanderer Gregor Sieböck war Rowin definitiv auch eine der Inspirationsquellen, sodass ich letztes Jahr von Wien aufgebrochen bin, um nach Marrakesch zu gehen. Ich kann mich noch heute sehr gut an seinen ersten Vortrag im Dancing Shiva erinnern, der sage und schreibe 4 h lang gedauert hat, aber jede/r Einzelne im Raum hat gelauscht, gestaunt und war fasziniert von den Bildern und seiner Eloquenz. Hier der Trailer seines Multimedia Vortrags:

Wie man anhand der Beiträge unschwer erkennen kann, hat Rowins rechter Zeigefinger schon das eine oder andere Mal den Auslöser einer Filmkamera gedrückt - eine umso größere Freude, dass er dann auch noch ein kurzes Film- Porträt über mich kreieren wird. Merci nochmals an dieser Stelle an dich lieber Rowin, der gerade an meiner linken Seite im Doppelzimmer der Pension Striednig kurz vorm Einschlafen ist. Nehmt euch die Zeit und schaut´s auf seine inspirierende Seite vonwegen.at oder noch besser kauft´s sein Buch „Zu Fuß durch die Welt, auf der Suche nach dem was zählt“.

So, es ist 23:58 und ich bin nach 29,6 Kilometer, 1186 hm bzw. 375 Stockwerke (das würde umgerechnet bedeuten den DC Tower 6 Mal raufzulaufen), Kaiserwetter, einer herrlichen „Almhütten- Jausn“ bei der Goldberghütte zufrieden, aber auch hundemüde. Es wird Zeit das Licht abzudrehen und das zu tun, was ich nach einer solch wunderschönen, anstrengenden Tour am liebsten tue. - Richtig! S-C-H-L-A-F-E-N!

Gute Nacht,

Ernst

15. Juni - Etappe 6

Flattach

Mallnitz

Um 18.00 Uhr habe ich in Mallnitz im Hotel Bergkristall eingecheckt und beim Einchecken habe ich mir gedacht, dass mir die freundliche Dame mit Tiroler Dialekt bei der Rezeption bekannt vorkommt, aber leider sind meine Synapsen bei Gesichtserkennungen/ -erinnerungen nicht annähernd so gut wie Google itself. Später stellte sich nach einem sympathischen Gespräch heraus, dass es sich um die Hotelbesitzerin und Ex-Skirennläuferin der Schröcksnadel Garde drehte. Die Rede ist von Regina Sterz. Am 19.März 2015 gab Regina ihren Rücktritt im ÖSV bekannt, wurde einen Tag nach meinem Geburtstag, also am 1. Jänner 2016, Mama und geht heute mit ihrem Mann ihrer neuentdeckten Leidenschaft nach. Ihre Ausstrahlung und ihr Gemüt, wie man sie von den Interviews kennt, lassen dies zumindest vermuten.

Wie bereits verraten, bin ich heute mit Rowin in Mallnitz angekommen. Der Liebe wird mich nach zwei feinen Drehtagen und anregenden Gesprächen wieder alleine lassen, weil ihn sein nächster Dreh in Tirol erwartet. Spannend war für uns zu beobachten, wie wir vier Charaktere (Gregor Sieböck, Rowin, Marvin und ich) das Weitwandern handhaben und wie unterschiedlich wir sind. Doch trotz Verschiedenheiten verbinden uns drei Aspekte: die Liebe zum Gehen, die Liebe in der Natur zu sein und der eiserne Wille das zu tun, was man liebt, ganz nach dem Motto von Thomas von Aquin: „Liebe und tu, was du willst!“

Die teuren Vitamin D-Tabletten, die ich noch in Wien extra vor Anreise nach Kärnten besorgt habe, haben sich als überflüssig erwiesen. Aber nachdem mir ein gewisser Petzner S. erklärt hat, dass im Süden Österreichs die Sonne seit Oktober 2008 nicht mehr aufgegangen ist, wollte ich dies so medikamentös kompensieren. Wie auch immer - der Höhepunkt für das Augerl und Wanderherz des heutigen Tages ist der kitschige Ausblick vom "Himmelbauern" (Gasthaus) Richtung Tal.

So und jetzt heißt´s: „Hoch die Hände! Wochenende!“ - Für euch vielleicht?! Für mich nicht - ich habe morgen die Freude für das Bergwelten Magazin ein sogenanntes Instagram Takeover zu machen bzw. geht auch mein nächster Streich online - genauer gesagt der 2. Bergwelten Beitrag „Die Geschichten sind des Weitwanderers Lust“.

16. Juni - Etappe 7

Mallnitz

Obervellach

Ich muss gestehen, dass mir bis zu meiner Vorbereitungszeit die Ortschaft "Mallnitz" kein Begriff war und nun kann ich garantieren, dass ich hier sicher nicht das letzte Mal gewesen bin. Zu Beginn habe ich noch über die Formulierung des Kärntner Tourismusverbands schmunzeln müssen, weil sie geschrieben haben, dass Mallnitz die Perle des Nationalparks Hohe Tauern sei. - Durchaus selbstbewusst. Doch nun kann ich diese Behauptung bestätigen. Das intakte Ökosystem ist die Besonderheit dieser Region - hier darf ein umgefallener Baum noch ein umgefallener Baum sein, hier laufen Kühe frei rum, sodass man glauben könnte, dass es sich hier mehr um einen Kuhort, als um einen heilklimatischen Kurort handelt. Genau wegen dieser Unberührtheit habe ich mich - als alter Wander- Streber - spontan umentschieden und nicht nur den Stappitzer See umrundet, sondern bin auch bis zur Schußnerhütte gegangen. Als krönenden Abschluss gab´s dann auch noch eine wundervolle Bergab-Wanderung durch die Rabischschlucht und die noch schönere Groppensteinschlucht.

Mittlerweile sitze ich auf der Terrasse des Hotel Pacher, habe einen Zander mit Kartoffeln bestellt und dieser Pracht-Kerl sollte die nächsten Minuten mir serviert werden, insofern klappe ich mein MacBook lieber dann mal zu und wünsche euch einen feinen Samstagabend - wir wollen ja nicht, dass meine Mahlzeit kalt wird. Oder? Eben! So. Feierabend für heute!

Auf ein Wiedersein,

Ernst

17. Juni - Etappe 8

Obervellach

Danielsberg

Und wieder sitze ich mit einer Tasse Tee nach einem herrlichen Mittagsschlaferl auf der Terrasse des Herkuleshofs am Danielsberg und tippe in die Tasten meines MacBooks. Apropos Mittagsschlaferl und Herkules: Wussten Sie, dass der Schlafforscher von Christiano Ronaldo dem Maestro himself 90 Minuten Schlaf fünfmal am Tag verschrieben hat?! Und dies alles in Embryohaltung. - Kein Scherz!

Weiters empfiehlt er:

„Tagsüber unbedingt Pausen von elektronischen Geräten einhalten. Smartphone am besten erst nach dem Frühstück einschalten und nicht sofort nach dem Aufwachen. "Download" gegen Ende des Tages: Indem man Gedanken ordnet und aufschreibt, muss man im Bett nicht mehr darüber nachdenken. Feste Rituale vor dem Einschlafen sind wichtig, etwa leichtes Yoga und Atemübungen.“

Mehr auf Kurier.at

Die Etappe von Obervellach rauf am Danielsberg war gemütlich - 13,7km, 20.306 Schritte und 841 Höhenmeter. Aber heute ist ja auch Sonntag - Tag des Herrn, insofern kann man´s da schon mal gemächlicher angehen.

Am Weg sind mir folgende amüsante und liebevolle Geschichten passiert:

Wie ich einen älteren Herrn in der Nähe der Falkenstein Burg beim Hollerblüten pflücken sehe, frage ich ihn keck: „Machen Sie sich einen Hollerblütensaft? Ham´s was bei Ihrer Frau guat z´machn? Oder gar beides?!“

Er lacht und antwortet: „Beides nicht! - Meine Frau und ich gönnen uns heute gebackene Holunderblüten.“

Gebackene Holunderblüten - Zubereitung für 4 Portionen

Für gebackene Holunderblüten zunächst einen flüssigen Backteig aus Mehl, Zucker, Salz, Öl, Milch und Eiern zubereiten. Danach die Holunderblüten mehrmals kurz durch lauwarmes Wasser ziehen (nicht einweichen!) und abtropfen lassen, bis sie völlig trocken sind. Den Holler dann bei den Blüten beginnend bis hinauf an den Stengel durch den Backteig ziehen und in heißem Schmalz goldbraun ausbacken.

  •         150 g Mehl
  •         1 EL Zucker (gestrichen)
  •         1 Prise Salz
  •         1 EL Pflanzenöl
  •         125 ml Milch
  •         2 Eier
  •         8 Holunderblüten (kleinere noch nicht ganz abgeblühte, mit Stengel)
  •         500 g Schweineschmalz
  •         2 EL Staubzucker (gesiebt)
  •         1 Msp. Zimt

Zur Mittagszeit gehe ich bei einer großen Family- Grillerei am Zaun vorbei, nachdem mich die Anwesenden mit ihren Blicken entgeistert verfolgen, entgegne ich ihnen ein herzliches: „Moihzeit die Herrschaften“, woraufhin der Jüngste mit einem Würstel in seiner fettigen Hand nachläuft und mir einen Snack am Weg mitgibt.

Mitten im Mölltal erhebt sich ein Berg, der nicht zu übersehen ist. Der Danielsberg. Der Danielsberg wurde wegen seines harten Gesteins von den eiszeitlichen Gletschern nicht geschliffen. Er gehört zu den ältesten Kultstätten Kärntens. Dann war da auch noch die Römerzeit, in der ein Tempel nicht von Christiano Ronaldo, sondern von Herkules geweiht wurde. Doch davon wird mir der Hausherr Hannes des Herkuleshofs noch mehr und genaueres erzählen können.

18. Juni - Etappe 9

Danielsberg

Hühnersberg

Der heutige Tag ist ein trauriger. Ist´s doch mein letzter in den Hohen Tauern. Lieber Nationalpark, liebe Hüterinnen und Hüter dieses Reviers: Passt´s mir auf dieses Juwel gut auf! Ein Waldrapp, der sich relaxt von einem Meter Entfernung von mir fotografieren hat lassen, wollte sich als Vertreter dieser Region vermutlich bei mir verabschieden, aber seht im Foto am besten selbst.

Nach 19,7 Kilometer, 659 hm runter und 744hm rauf bin ich beim Gasthof Kolmwirt am Hühnersberg gelandet. Hier hab´ ich eine Traumaussicht auf den Millstättersee, der´s ja letzte Woche, wie sie wissen, nicht wegen eines "Tsunamis", wie in der Überschrift des Videos geschrieben steht, sondern wegen eines Wolkenbruchs ein Millionen- Publikum erreicht hat.

So! Es ist Zeit für ein… dreimal dürfen Sie raten - Richtig! - …ein Mittagsschlaferl und dann gibt´s wieder einen - RICHTIG - Tee! Sie kennen mich ja wirklich schon ziemlich gut.

In diesem Sinne: GuTEE Nacht!

Ernst

19. Juni - Etappe 10

Hühnersberg

Gmünd

Kolmwirt. Gestern Abend, meine Lieben, hab´ ich weinen müssen - vor Lachen. Meine deutschen Wanderfreunde und ich haben kuriose Kindergeschichten aufleben lassen, sodass meine Tränendrüse einiges zu tun hatte. Dieses Gefühl gemeinsam etwas zu schaffen, wie´s bei uns ist von A nach B zu gehen, verbindet und lässt einem schon mal peinliche, berührende oder schreckliche Anekdoten erzählen, die man normalerweise nicht so schnell preisgeben würde.

Am Weg nach Gmünd hab´ ich mir eine Frau angelacht...

Apropos Anekdoten - heute Morgen habe ich mich mit einem Mitarbeiter der Firma „Brandschutz Rainer“ unterhalten, der mit seinem Firmen-Wagen Halt gemacht und folgendes gefragt hat: „Wüst mit mir mitfoahn?“

Ich: „Das war schon eine bewusste Entscheidung, dass ich hier zu Fuß unterwegs bin. Ich geh´ den Alpe Adria Trail - wüst du vielleicht mit mir mitgeh´?“

Wir lachen beide laut auf. Er fährt seinen und ich gehe meinen Weg Richtung Künstlerstadt Gmünd. Pünktlich zum Mittagessen komme ich nach einer "Baby- Etappe" (10,9 Kilometer) bei meiner Unterkunft, dem Gasthaus Kohlmayr, an. Und wenn ich schon in einer Künstlerstadt bin, dann darf ich mir als kunstinteressiertes Wesen und Freund des Staunens die Möglichkeit nicht nehmen lassen eine Ausstellung in der Stadtturmgallerie von Henri Matisse, das Haus des Staunens und Markus Hofers Galerie zu besuchen.

Gestaunt habe ich übrigens auch, nachdem ich folgende liebevolle Nachricht heute gelesen habe:

Hallo Ernst,

in den letzten 20 Minuten habe ich qualvoll erfahren, was es heißt einen guten Email-Anfang zu finden. Darum gebe ich das ganze auf und schreibe einfach drauf los, denn eigentlich ist mein Anliegen ja auch ganz leicht:

Ich wollte dir nur mal sagen, dass ich das, was du machst echt gut finde. Das klingt so plump und schlicht gesagt, aber ich meine nicht einfach nur, dass du pilgerst und darüber Blogeinträge schreibst. Ich finde dein ganzes Anliegen inspirierend, das zu machen, was dir gefällt und worauf du Lust hast.

Ich selber studiere Philosophie und habe genau mit diesem Konflikt, das zu tun was man will oder was andere erwarten, oft zu kämpfen. Umso schöner ist es von Menschen zu erfahren, die scheinbar diesen Konflikt gewonnen haben und nun in ihrer Entscheidung aufgehen. So etwas kann enorm bekräftigend sein und Mut geben. Vielleicht gibt es heutzutage immer mehr solcher Menschen, die sich für alternative Lebensläufe entscheiden, deswegen muss ich natürlich auch erwähnen, dass gerade wie du das machst, ich besonders cool finde.

Einfach los zu laufen, egal ob bis Marrakesch oder durch die Alpen, ist auf eine Art und Weise etwas ganz Simples und Einfaches. Man braucht nur sich, seine Beine und dann noch ein paar Kilo Ausrüstung und doch liegt genau in diesem "bei-sich-sein" so viel dahinter. Und gerade das, was dahinter liegt gestaltest du so interessant, humorvoll und spannend (so dass man sogar schon auf den österreichischen Akzent neidisch wird!).

Unter Anderem hat mich das auch dazu inspiriert im September selber zum ersten Mal zu pilgern, was ich kaum abwarten kann.

Also letztendlich kann ich nur sagen, ich finde sau cool was du machst und ich hoffe du hast noch auf deiner weiteren Reise viel Spaß und sammelst tolle Erfahrungen!

Liebe Grüße,

Lena Sch.

Ich freue mich über solche lieben Zeilen natürlich irrsinnig, dennoch bin ich jedes Mal aufs Neue überrascht, weil ich ja eigentlich nur das tue, was mir der liebe Augustinus von Hippo mit folgendem Zitat geraten hat: "Liebe und tu, was du willst!" Das tue ich seit dem erfolgreichen Abbruch auf der Universität zumeist. Mein Glück war ein Tinnitus nach einer ergiebigen Partynacht, der mir eins am Weg mitgegeben hat: "Ernstl, es ist Zeit auf dich selbst zu hören!" So hab´ ich dann entschlossen einen anderen Weg einzuschlagen, woraufhin es sich ergeben hat beim Haager Theatersommer zu arbeiten und dann hat das alles seinen Lauf genommen. Zufälle haben sich ergeben, weil ich stets den Willen hatte inspirierende Orte und Menschen aufzusuchen, die ähnliche Interessen, Talente oder ähnliche Vögel haben bzw. mit ihrer Lebenszeit nicht schlampig umgehen.

So. Soweit ein kurzer Einblick aus meinem Leben. Detailliert könnt ihr´s in meinem Buch "Mein Leben ist eine Pilgerreise - zu Fuß nach Marrakesch" nachlesen.

Das Spiegelei von Markus Hofer - Galerie Gmünd

Ich werde nun Gmünd etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Bis dahin eine feine Zeit,

Ernst

PS.: Schade, dass ich morgen schon wieder weiterziehen muss - sowohl das Haus des Staunens, als auch die Stadtturmgalerie und die Galerie Gmünd kann ich wärmstens empfehlen.

20. Juni - Etappe 11

Gmünd

Seeboden

Heute war der Uranus im Neptun oder, das kann auch sein, der Kakadu mit dem Wassermann im Clinch, weil mein Sternzeichen, der Steinbock, energetisch irritiert war durch berufliche und private G´schichtln. Dann waren da auch noch morgendliche Fußschmerzen, aus mysteriösen Gründen der Akku des iPhones viel zu rasch alle, keine Alpe Adria Trail Zeichen mehr, weil ich mich verirrt habe,… ja, da hat sich ein innerliches Unwetter zusammengebraut - bis zu jenem Zeitpunkt, an dem ich an einem Waldrand einen wild gepackten Koffer mit Klamotten gesehen habe. Ob der Koffer tatsächlich einer Flüchtlingsfamilie gehört, weiß ich nicht, aber ich habe zumindest an die zehntausenden Flüchtlinge, die vor dem Krieg zu Fuß nach Österreich geflüchtet sind, denken müssen. - Tja, da hat mir, dem privilegierten Ernst aus Österreich, der nichts dazu beigetragen hat in diesem wunderschönen und sicheren Land geboren worden zu sein, die Fantasie einen Streich gespielt. - Aber dem nicht genug. Ihr müsst wissen, dass ich sehr gern meine Trinkflasche in meiner rechten Hand am Henkel halte, hin und her schwinge und dann kann´s schon mal vorkommen, dass sie an meinen rechten Oberschenkel knallt und einen „GONG“ hinterlässt, der mich an Thích Nhất Hạnhs Ratschlag erinnert: „Bei jedem Läuten der Glocken oder Gongen sollst du einmal tief ein- & ausatmen.“ Klarerweise habe ich dies nach dem „Koffer- Meet & Greet“ unbeabsichtigt getan, mich an dies erinnert und besonnen. Spätestens nach dem dritten Aufguss beim Moserhof in Seeboden, war der Ärger über diverse Lappalien verflogen…

Tipp des Tages

Wenn ich auf etwas schwöre, dann auf Saunieren bzw. einen anschließenden Kaltwasser- Guss - insbesondere nach dem Wandern. Doch auf ein paar Aspekte sollte man schon achtgeben: Man nehme einen sogenannten Kneipp- Schlauch aka 2- 3 Meter Gummischlauch zur Hand. Lässt kaltes Wasser zuerst von der rechten Außenseite des Fußes hinauf zum Popsch fließen, dann kommt die Innenseite dran. Anschließend linke Flanke des linken Fußes bis zum Gluteus Maximus, dann die Innenseite. Wiederholen Sie denselben Prozess bei den Händen bis zur Schulter (immer rechts beginnen), anschließend Rumpf bzw. kommt zum Abschluss Ihr gesamter Luxuskörper zu diesem Genuss.

CROWDFUNDING

Neben den G´schichten von meinen Fußmärschen gibt´s vegane, vegetarische & fleischliche Köstlichkeiten im intimen Rahmen inklusive "Bubbles & Kraut". Sie werden sich nun fragen: "Wer ist "Bubbles & Kraut" um Himmelswillen?" - FAIRmentation und Kimchi – damit wollen die beiden Köche Alex und Jo eine Gemeinschaft von Food Lovers gründen und gleichzeitig der Essensverschwendung an den Kragen gehen. Gut so!
Mehr Infos gefällig? -> KLICK

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21. Juni - Etappe 12

Seeboden

Millstätter Alpe - Alexanderhütte (Insidertipp!!!)

Was war denn das schon wieder für ein herrlicher Tag?! Von Seeboden am Millstätter See bis zu Uschi‘s und Franzl‘s Alexanderhütte Kaiserwetter. Kein Wolkenfetzerl in Sicht. Diesen Abschnitt sollten Sie sich als Freund der Wanderei nicht entgehen lassen - Biodiversität soweit das Auge reicht. ABER! Diese Blütenpracht muss man sich hart erarbeiten - immerhin warten knackige 1500hm + 21km auf einen.

Zwei sportliche Aschbacher (Nachbarsortschaft meiner „Wurzelgemeinde“) haben heute ihr Trail- Leben gestartet. Doch wo ein Neustart, da ein Ende. Meine lieben deutschen Freunde werden wehmütig die Abreise antreten. Macht‘s gut, ihr lieben Lieben! Kommt‘s gut nachhause! Und keine Angst, über die Geschichten, die ihr mir anvertraut habt - zB den brennenden Kessel wegen dem Wildschweinfett, die Versuche mit dem Gartenschlauch Trompete zu spielen, etc. werde ich für mich behalten! Großes Alpe Adria Trail Ehrenwort! - Spaß bei Seite!

Ich wünsch euch eine feine Heimreise! Ich werde euch ein wenig vermissen, aber ich nehme an, meine wässrigen Augen haben dies verraten!?

Alles Liebe,

Ernst

"A Kaiserschmarrn a day keeps the doctor away" - Ernst Merkinger

22. Juni - Etappe 13

Millstätter Alpe

Döbriach

Heute war ich mit Sepp und Sepp unterwegs - kein Scherz! Beide aus meiner Heimatregion, dem Mostviertl, genauer „geschrieben“ aus Aschbach, beide Ex- Polizisten und mittlerweile passionierte Pensionisten, die seit 2 Jahrzehnten österreichische Weitwanderstrecken im Duo oder manchmal mit ihren Companions abklappern oder besser gesagt: unsicher machen. Bis zum Ossiachersee werden wir uns bestimmt das eine oder andere Mal begegnen und die Mostviertler „Schmäh-Schatzkisten“ auspacken. Doch was am Alpe Adria Trail passiert, bleibt unter den Alpe- Adria- Trail- Wanderern. Wir halten uns alle an diesen sogenannten AAT-Codex. Überraschenderweise kannte ich die zwei Polizisten gar nicht - wird doch gemunkelt, dass ich bei der einen oder anderen Fahrt mit Papa‘s Auto den einen oder anderen Polizisten besser kennenlernen „durfte/musste“ - wie auch immer... gut, dass die Gefahr beim Gehen geblitzt zu werden, nicht besteht.

Ganz im Gegenteil - hier wird gebummelt...weit-gebummelt.

Der Weg der Liebe, mehrere Gipfelkreuze und ein Panorama wie wir’s von kitschigen „Österreich von oben“ Film Produktionen kennen, standen heute am Programm, insofern war die Vorfreude auf diese Tour besonders groß. So groß, dass ich gestern früh ins Bett und der erste beim Frühstückstisch war. Eine zünftige Frühstücksjausn auf der Alexanderhütte (alles Bio & Produkte aus eigenem Hause) hat meine Batterien und Stimmung trotz leichten Regens und frischen Temperaturen auf Hochtouren gebracht. Diese Etappe von der „Xandlhüttn“ nach Döbriach empfehle ich den Gipfelstürmern unter uns - immerhin kann man sich im Vorbeigehen bei mind. fünf „Gipfelkreuz- Büchern“ eintragen, auch den Naturliebhabern empfehle ich diese Gegend - hier gibt’s Arnika- Blumen wie Sand am Meer. Für Gourmets hab´ ich einen Spezial-Tipp - der Kaiserschmarren von der Uschi der Alexanderhütte - muss auf ihrer To-Eat- Liste stehen - und die Tierliehaber kommen auch nicht zu kurz - wunderschöne Großpferde laufen mit Kühen hier rum, wenn man Glück hat, sieht man einen Steinbock oder eine Gams vorbeihuschen. Murmeltier- Begegnungen sind garantiert!

So! Feierabend für heute! Es gäbe soviel über die einzelnen Etappen zu erzählen, aber da müsste ich jeden zweiten Tag einen Pausentag einlegen und außerdem bekomm‘ ich heute noch hohen Besuch aus Wien.

Online Welt aus! Soziales Leben ein!

Bis bald oder wie Thomas Brezina (weltbekannter Kinderbuchautor aus Wien) zu sagen pflegt: „Bleibt auf der Spur!“

Alles Liebe,

Ernst

23. Juni - Etappe 14

Döbriach

Langalmtal

Das Alleinsein und ich vertragen sich ausgezeichnet, aber Sonnenuntergänge oder malerische Landschaften wie´s hier in Kärnten, dem schöneren Salzkammergut, wie böse Zungen behaupten, der Fall ist, sind dazu prädestiniert geteilt zu werden. Am besten mit Menschen, die ein Herz- Ass- Abonnement haben. Und ich hab´ tatsächlich dieses riesen Glück, dass ich bis Dienstag von einer Herzdame begleitet werde, die mich schon länger abonniert hat… wie auch immer. Sie haben sich auf meine Seite ja nicht verirrt, um „Gala“ (Gosspi- Magazin)- Content zu lesen, sondern um infotainmentreiche Alpe- Adria- Trial- Inhalte vor Ihre Lesebrille zu bekommen?! Richtig? - Richtig!

So! Kommen wir wieder zu den Hard Facts: 4 von 5 Sternen gebe ich der Wanderung von Döbriach bis zur Langalmtal, wobei die letzten 3 Kilometer entlang von Kühen, Almen und mystischen Kieferbäumen, die von Moos überwuchert sind, 7 von 5 möglichen Sternen bekommen. Aufgrund von Unwetterschäden sind in Kanin Teilabschnitte schlecht begehbar, aber dennoch ist der 2 km lange Umweg nicht unbedingt notwendig. Sepp & Sepp (Ja, die zwei Prachtkerle sind auch wieder on Board), Miss X und ich haben heute beim Granatium in Radenthein, bei den Kneippanlagen und Wassermühlen, die immer noch am Mühlenwanderweg in Betrieb sind, Halt gemacht. Am Mühlenwanderweg können Sie frisches Brot und leckere Kekse kaufen, anschließend mit ihren Stinkefüßchen wie Dr. Kneipp herumbritschln und - das ist wahrscheinlich das Highlight am ganzen Weg - bei Kraftplätzen ihre Batterien aufladen, sodass selbst die letzte verstaubte Zelle wieder zu neuem Leben erweckt wird.

Eigentlich habe ich bis zur Adria keinen einzigen Rasttag bis dato eingeplant, weil ich mir gedacht habe, dass ein paar kürzere Etappen oder „Baby- Etappen“, wie ich sie liebevoll nenne, zwischendurch die Batterien meines Körpers gewiss wieder aufladen werden, aber mein „Adonis“ schreit nach der 14. bzw. heutigen 17 Kilometer- bzw. 1166 Höhenmeter- Tour nach einem Päuschen. Schauen wir mal, ob ich, der CHO (Chief Hike Officer) dies so genehmigen werde oder nicht. Wir werden sehen oder besser gesagt: Sie werden´s in meinem Alpe- Adria- Trial- Weitwander- Tagebuch lesen.

Bis dahin eine feine Zeit & alles Liebe von den Seppen, Miss X und mir, dem Ernst!

Im Ernst,

Ernst

24. Juni - Etappe 15

Langalmtal

Falkert Haus

„Wir können uns glücklich schätzen in der Geburtslotterie gewonnen zu haben, zu einem Zeitpunkt geboren worden zu sein, als der Krieg am Ausbluten war und der Friede nicht mehr fern. Das hat sich keiner ausgesucht, das ist ein Geschenk, das wir uns erst verdienen müssen.“ Alexander Van der Bellen

„Schön und anstrengend“ oder besser gesagt: „Schön anstrengend war´s heute. Deswegen müsst´s euch vorläufig mit meinem 3.Bergwelten Beitrag zufrieden geben :)

25. Juni - Etappe 16

Lärchenhütte

Bad Kleinkirchheim

„Vo der Lärchenhütte bis Bad Kleinkirchheim bean I gloufo, d´Füaß hamma weh tau“ - so in etwa hätte der Sommerhit von 2010 auch heißen können.

Und wieder hab´ ich das Glück in einem feinen Quartier Unterschlupf zu finden - im ⭐️⭐️⭐️⭐️ Hotel Felsenhof, wenn wir´s genau nehmen. Das Besondere am Felsenhof ist die engagierte Familien-Seele, die das Hotel mit ihrer Herzlichkeit aufwertet und einem das Gefühl gibt, dass man innerhalb kürzester Zeit selbst ein Teil des Felsenhof- Clans ist.

Vielen herzlichen Dank auf diesem Wege!

Etappe 16 hat´s in sich - 19 Kilometer, 1262 Höhenmeter rauf, 1752 Höhenmeter wieder runter, frische Temperaturen, sodass die Wanderhaut schon mal mit einer Gänsehaut verwechselt werden könnte. Gut, dass ich eine TOP- Ausstattung von meinen PEAK- PERFORMANCE Freunden aus Wien bekommen habe. Nach´m Anziehen meiner Lieblingsjacke, der Herren Daunenjacke, ist mir über 2.000 Metern wieder warm.

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Links und rechts von den Bergrücken, auf denen man schon mal von Kühen begleitet werden kann, sieht man saftig grüne Berge, die einem an neuseeländische Landschaften erinnern. Stellt sich die Frage, warum so viele ÖsterreicherInnen nach Neuseeland fliegen, wobei wir doch selbst ein Neuseeland in Kärnten haben?! - Ok, Kärnten hat vielleicht kein Meer, aber wunderschöne Seen - den Ossiachersee, den Millstätter See, Faakersee, etc. - 2 der 3 schönen Pfützen warten ja Gott sei Dank noch auf mich, nämlich am Donnerstag!

Und jetzt wartet ein warmes Bett auf mich, das dafür sorgen wird, dass ich morgen wieder mit vollgeladenen Quadrizeps Femoris-/ vierköpfige Oberschenkelmuskel- Batterien durchstarten kann.

Bis dahin eine feine Zeit,

Ernst

26. Juni - Etappe 17

Bad Kleinkirchheim

Arriach

Normalerweise steh´ ich um 7 Uhr auf, putz´ mir die Zähne, poste gegen 7:15 Uhr ein Foto auf Instagram und geh´ um 7:30 Uhr frühstücken. Heute wurde ausgeschlafen und somit nicht gefrühstückt, stattdessen „gespätstückt“. Um 9:30 Uhr haben Miss X und ich das Buffet gestürmt und bis Mittag den sonnigen Vormittag gemeinsam genossen und gegen 11:30 Uhr wehmütig voneinander Abschied genommen. Sie hat sich mit dem Zug retour nach Wien - dem Herzen Österreichs - und ich zu Fuß am Weg Richtung Arriach - dem geographischen Mittelpunkt Kärntens - gemacht. Der höchste Punkt der 18. Etappe, die Wöllaner Nock (2.145 hm), wäre auch mit der Gondel bzw. dem Lift theoretisch erreichbar gewesen, aber das wäre ein Bruch des Alpe- Adria- Trail - Codex, laut §4 Absatz 5, gewesen, insofern gehe ich den selektiven, gut markierten Wanderweg zügig hinauf.

Beim Runtergehen treffe ich auf den Vize- Bürgermeister von Arriach, der mir das Gasthaus Alte Point wärmstens ans Herz legt, woraufhin ich kontere, dass ich dort auch geplant habe zu nächtigen, weil´s dort von meiner Familie „Kirchmayr Weine“ zu trinken gibt. Er schmunzelt und sagt: „Du weißt schon, dass ich mit deinem Großvater im Stiftskeller Seitenstetten, aber auch in Weistrach Wein verkostet, köstliche Spezialitäten von deiner Großmutter geschmaust habe und das Gasthaus den Namen „Alte Point“ wegen den feinen Weinen deines Großvaters trägt?“

In diesem Sinne werde ich beim Abendessen stolz ein Viertel Kirchmayr Wein auf den Alpe Adria Trail, den Mittelpunkt Kärntens, aber noch viel wichtiger: auf meine Familie trinken.

Cheers!

Ernst

27. Juni - Etappe 18

Arriach

Gerlitzen

Verschlafen! - Ja, erst um 8:30 Uhr habe ich mich aus den gemütlichen Federn der Alten Point begeben. Nach einem ausgiebigen Frühstück bzw. einem Plauscherl mit den Besitzern Bernd & Claudia warten 1.245 Höhenmeter und 15,1 Kilometer auf mich - also eine „Relax-Etappe“. Tag 18 führt vom bäuerlich geprägten Arriach bzw. Mittelpunkt Kärntens, über verträumte Wald- und Weidelandschaften, durch Fichten- & Lärchenwälder rauf zur Gerlitzen Alpe. In dieser Märchenlandschaft kann´s schon mal vorkommen, dass man wunderschönen Pferden auf den Wanderwegen begegnet, die das saftige Grün in ihre Därme befördern.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, wussten wahrscheinlich, dass die Gerlitzen Alpe der sonnenreichste Berg Kärntens ist?! Von dort oben (1909m) sieht man die Julischen und Karnischen Alpen und im Tal die nächsten Etappenziele, die ich herbeisehne - den Ossiachersee, den Wörthersee & den Faakersee. Oh Alpe Adria Trail, du bist so schön!

Während ich im Zirbenbett des Gipfelhauses lümmle und in die Tasten meines MacBooks klimpere, schau´ ich mir das Fußballmatch Deutschland gegen Südkorea an, das definitiv weniger spannend ist, als die malerische Landschaft, deswegen werde ich das Knurren meines Magens mit - richtig! - Kaiserschmarren abzustellen versuchen und anschließend das Abendlicht nutzen, um das zu tun, was ich so sehr liebe: Fotos knipsen.

Alles Liebe,

Ernst

28. Juni - Etappe 19

Gerlitzen

Ossiach

Heute habe ich leider kein Foto für Sie. Diagnose: Akku leer. - Nein, nicht mein Akku! Mein Iphone 6s - der Akku hat überraschenderweise den Apple-Geist aufgegeben. - Woran‘s lag? An den frischen Temperaturen und dem regenreichsten Tag meiner bisherigen Wanderei. Unsere Mama, die Patcha Mama/Muttererde hat selbst dem sonnenreichsten Berg Kärntens Regen beschert. Ergo gab es keinen einzigartigen Sonnenaufgang, wie es in diversen Prospekten geschrieben steht.

Auf diesem Wege möchte ich meinen lieben Kärnten Tourismus- Freundinnen und Freunden etwas ausrichten: “Ihr könnt´s doch nicht mit Superlativen herumjonglieren! Heute war keineswegs Sonnenbaden, sondern Wasserskifahren angesagt! Aber nicht nur im Ossiacher See, sondern über die Pisten der Gerlitzen hätte ich flitzen und dann noch über drittgrößten See Kärntens (10,5km2) zu meiner Akkuladestation - dem Gasthof zur Post - carven können.“

WERBUNG - Sonnentor

Das ist Claus. Claus ist mein Mitbewohner. Der Liebe hat mich die letzten Monate in meiner Vorbereitung sehr tatkräftig unterstützt. Unterstützt mit guten Gesprächen, aufbauenden Worten und v.a. mit seiner Gelassenheit.

Nachdem mich Sonnentor mit ein paar genialen Sonnentor- Paketen beschenkt hat, hab ich ihm ein Tee- Päckchen geschenkt. Nämlich einen sogenannten „Kurkuma- Tee“. Das Amüsante ist, das Claus sich in unserer WG immer schon sein Kurkuma/Ingwer/Zitronen „Teechen“ kredenzt hat, um sein Immunsystem zu stärken.

Diesen „Insider- Tipp“ hat er von einer Freundin und ich schon mal von meinen TCM Ärzten (Dr. Ho bzw. Dr. Du - meine Lebensretter in der Allergiezeit) gehört. Kurkuma wird auch als die „heilige“ Pflanze in der chinesischen und indischen Medizin bezeichnet. Besonders dem natürlichen Farbstoff (u.a. Curcumin) werden antioxidative und stark entzündungshemmende Wirkungen nachgesagt. Die wärmende Eigenschaft des Ingwer ist obendrein von Vorteil, um Erkältungen vorzubeugen und, sowie´s bei mir ist, in der Allergiezeit meiner inneren GEHsundheitsministerin unterstützend zur Seite zu stehen.

Ja, so ist des! Sonnentor hat nicht nur mir, sondern auch dem Claus eine Riesenfreude g´macht, weil er alle Ingredienzen in einem Tee- Säckchen hat und nur eine paar Zitronenspritzer hinzufügen muss… und weil der Tee sooooo gut duftet!

 

P.S.: Attentione! Attentione! Damit Ihr mir später nicht vorwerfen könnt, dass ich Euch nicht gewarnt habe: Kurkuma färbt ziemlich, ziemlich krass. Nicht ohne Grund hab ich mit meiner Oma früher zu Ostern mit Kurkuma Eier gefärbt. Deswegen höchste Obacht bei der Zubereitung des Tees.

Spaß bei Seite! Meine Freunde von Kärnten Tourismus bzw. alle KärntnerInnen, denen ich begegnet bin, haben mich großartig auf meinem Weg Richtung Meer unterstützt: „DANKE euch von ganzem Herzen!“ Übermorgen bin ich ja schon in Slowenien. Aber keine Angst, liebe Kärntnerinnen und Kärntner, ich werde euch nur vorübergehend den Rücken zukehren und dann wieder eure schönen Fleckerl besuchen, kulinarische Schmankerl bestellen oder Kulturstädte wie Gmünd unsicher machen. - Vorausgesetzt ihr wollt mich wiedersehen?!

Waschelnass bin ich entlang des smaragdgrünen Ossiacher Sees gegangen und hab´ mir zwei Dinge gedacht: „Erstens: Papa würde sich freuen, wenn´s so daschlt, weil die Schwammerl- Welt dann zu sprießen beginnt.“ Und mein zweiter Gedanke war meinen heutigen Gastgebern gewidmet: „Diese tun mir jetzt schon leid. Haben diese doch die nicht sooo ehrenvolle Aufgabe meine vier mittlerweile nicht mehr soooo weißen T-Shirts zu reinigen.“ - Nicht die Flecken sind das Problem, sondern der Geruch der Klamotten. - Liebe Leserinnen und Leser, seien Sie froh, dass Sie dies nur lesen und nicht hautnah riechen müssen!

So. Ich werde mal den ersten Waschgang per Handwäsche abwickeln und dann zur Rezeption gehen und abklären, ob denn ein Waschgang möglich ist...

Und wir? - Wir sehen uns morgen wieder!

Bis dahin eine feine Zeit,

Ernst

29. Juni - Etappe 20

Ossiach

Velden - Wörthersee

Lassen Sie sich dies auf der Zunge zergehen: Vom fischreichsten zum größten, bekanntesten und schillerndsten See Kärntens. Vom Ossiacher See zum Wörthersee.

Mit einem Sprung ins kalte Nass des Ossiacher Sees bin ich in den Tag gestartet und hab´ mir anschließend bei Semmel und Marmelade von der Besitzerin des Gasthauses Post G´schichtn erzählen lassen - z.B., dass der eine oder andere Alpe- Adria- Trail- Wanderer schon mal von der Gerlitzen Alpe mit dem Gleitschirm direkt vor ihrer Haustür gelandet ist oder dass zeltende WeitwanderInnen gratis Obdach bei ihr bekommen haben, weil sie sie nicht bei strömenden Regen im Freien übernachten lassen wollte.

Um ca. 9:30 Uhr bin ich den krebsreichen Schluchtweg zum Tauernteich flotten Schrittes raufgegangen, der sich so malerisch schön im Vormittagslicht gespiegelt hat, wie am Foto unschwer zu erkennen ist. Die Flußkrebse haben mich an alte Tage erinnert, als mein Vater, meine Mum, meine Geschwister und ich zur selbsternannten Schwalbenschwanz- Insel gefahren sind, um in einer damals in Takt seienden Oase Schwalbenschwänze im Blumenmeer zu beobachten, aber eben auch um Flusskrebse im Bacherl zu bestaunen, die angeblich das eine oder andere Mal den Papa in den Zeigefinger gezwickt haben und die schauspielerischen Fähigkeiten des Daddy uns zum Kudern gebracht haben. Ja, ich hatte eine schöne Kindheit.

Am Weg einer Siedlung fielen mir die von Bienen gut besuchten Lindenbäume auf, die mich wiederum an meinen Großvater und Urgroßvater erinnert haben, die anno dazumal drei verschiedene Lindenbaum- Arten im Hintergarten gesetzt haben, dass jeweils in den Monaten Mai, Juni & Juli die Bien (so nennt man den Organismus eines Bienenvolkes) genug Linden- Pollen- Vorrat hat.

Am Weg durch diese Siedlung bin ich ebenso auf einen äußerst sympathischen pensionierten Tischler gestoßen, der eifrig an seiner Holzhütte gebastelt hat. Natürlich konnt´ ich´s nicht sein lassen und bin mit ihm ins Gespräch gekommen, woraufhin er mir stolz von seinen beiden Söhnen erzählt hat, die in seine Tischler- Fußstapfen gestiegen sind und, dass ich ihn an einen der beiden erinnere, weil der ebenso den Jakobsweg gegangen ist.

Am Weg Richtung Velden gibt es einen kulinarischen Tipp, den Sie sich, meine verehrten Leserinnen und Leser, keinesfalls entgehen lassen dürfen - beim Gasthof Feidig gibt´s, so wie auf der Speisekarte geschrieben steht, LEGENDÄRE Marillenknödel. Und ich kann Ihnen eins garantieren: Es sind nicht nur die Marillenknödel legendär, sondern v.a. die Besitzerin. Leider konnte ich mich bei ihr nicht mehr persönlich verabschieden, deswegen bitte ich Sie herzlichst, dass Sie ihr „liebe Grüße“ von mir ausrichten.

In Velden angekommen habe ich den Abend mit einem guten Freund schlendernd ausklingen lassen und mir skurrile Geschichten über Jörg Haider und den Dalai- Lama angehört, aber auch eine Veranstaltung besucht, die das Image des Las Vegas Österreichs durchaus bestätigt hat.

Morgen wartet eine mittel- gemütliche Etappe auf mich und ein krönender Abschluss - Robert wird mich am frühen Nachmittag von der Baumgartnerhöhe mit seinem Auto abholen, mit mir zu seinem TOP- Secret- Faaker- See Spot fahren und dann gemütlich in den See springen.

Nun ist´s 23:45 Uhr: Zeit zu schlafen! - Morgen steht ein sogenanntes "Instagram-Takeover" für Österreich Werbung an.

Alles Liebe,

Ernst

30. Juni - Etappe 21

Velden

Faaker See

Was haben das französische Nationalteam, Uruguay und ich gemeinsam? Wir sind alle drei weiter - Frankreich, Uruguay eine Runde und ich eine Etappe. Meine letzte Nacht in Kärnten ist angebrochen. Keine Kasnudeln, kein Ossiachfisch und kein Kaiserschmarrn mehr - zumindest für die nächsten Wochen. Obendrein muss ich meine Pantomime- Skills aus vergangen Tagen wieder unter Beweis stellen, da mein slowenisch a bisserl zu wünschen übriglässt.

Mal unter uns gesagt: Ich bin froh, dass ich das Schickimicki- Velden hinter mir gelassen habe und back im Garten Eden der Alpen bin. Das Highlight dieses Tages ist der grün- leuchtende Faaker See selbst, den ich heute gewiss nicht das erste und letzte Mal mit einem Köpfler besucht habe. Mein Glück ist´s, dass ich ihn hochloben von der kärntnerischen Baumgartnerhöhe mit Abendrot im Hintergrund von der Ferne begutachten darf.

Ja und morgen? - Morgen wartet keine Baby-, sondern eine Monster- Etappe auf mich. 1.293 rauf und 1.400 runter. Es ist anzunehmen, dass meine Oberschenkel am Abend ein wenig jaulen werden, aber das Gute ist, dass ich zu 90% Besuch von einer Yoga- Lehrerin aus Wien bekommen werde, die mir mit Yin-Yoga und ihrer Kompetenz das Yin einflößen wird.

So. 22:32 Uhr. Ich gehör ins Bett! Und Sie auch!

Schlafen Sie gut,

Ernstl

PS.: Ich bin heute zufällig zum Handkuss gekommen und durfte mir tatsächlich als erster Alpe- Adria- Trail- Wanderer frisches Brunnenwasser in meine Trinkflasche füllen. Ich bedanke mich herzlichst im Namen aller Radfahrer, Pilger & Weitwanderer, die an dieser Stelle ihren Durst in Zukunft stillen werden können.

1. Juli - Etappe 22

Faaker See

Kranjska Gora

Pozdravljeni prijatelji! (Servus Freunde!)

Der Forrest Gump des Mostviertels meldet sich wieder zu Wort!
Mit einem wunderschönen Sonnenaufgang starte ich in den Tag - von der Baumgartnerhöhe geht´s los. Nach etwa 2h erreiche ich die österreichisch- slowenische Grenze, die sich entlang des Jepzasattels zieht. Ein letztes Mal werfe ich einen dankbaren und auch ein bisserl wehmütigen Blick retour Richtung Heimat. - Dankbar für die vielen schönen Momente mit der kärntnerischen Mutternatur und den ÖsterreicherInnen, die in der Geburtslotterie gewonnen haben.

Vor mir ragen wunderschöne Berge empor, begegne ich Schafen, die mich beinahe überlaufen, und einem 4 köpfigen Weitwanderer- Team aus Niederösterreich. Ein Niederösterreicher ist sogar vor 5 Jahren den Alpe Adria Trail in Eigenregie gegangen und berichtet begeistert vom Triglav Nationalpark, der sich nach der Pforte von Krasnka Gora befindet. Nach 1300 Höhenmeter rauf und 1400 Höhenmeter runter, bin ich allerdings froh, dass ich im bekannten Skigebiet, wo Marcel Hirscher im Winter seine Carving- Schwünge zieht, vorerst mal haltmache.

So. Ich mache jetzt auch halt. Immerhin ist heute Tag des Herrn/Sports - Triathlon in Kärnten, Formel1 in/auf Dietrich Mateschitzs Spielberg/Spielwiese und WM- Achtelfinalspiele in Russland.
Ich wünsch´ euch was… nämlich einen erholsamen Sonntag!
Alles Liebe,
Ernst

2. Juli - Etappe 23

Kranjska Gora

Trenta

Heute war´s ein bissl verflixt, aber zum Glück hat Omas Spruch wieder einmal recht behalten: „Alles wird gut, mein Bub!“ Meine Weitwanderfreunde und ich sind Bären-, Ameisen-, Wolf- oder Schwammerl-"jäger"-wege gegangen, aber gewiss nicht den semi-gut-markierten Alpe Adria Trail. Ja, deswegen bin ich irgendwo im Wald des Triglav Nationalparks zw. Gebirgspass der Julischen Alpen und der Soca Quelle gelandet. Nach einem 1- stündigen Umweg bin ich dank dem GPS bzw. der empfehlenswerten Alpe- Adria- Trail- App wieder auf sicherem Terrain gelandet.

Aber alles halb sooo wild! Abgesehen von den feschen Kerlen (Bergen), die von den Schafen ohne Füße (Wolken) eingekesselt waren, war der Tag wieder ein aufregender. Geht’s doch schon zu Beginn mit den blitzblauen Seen von Jasna spektakulär los und dann war da auch noch die russisch-orthodoxe Kapelle, die eine der vielen historischen Schauplätze der blutigen Vergangenheit war.

Es gibt etwas sehr Erfreuliches heute zu berichten: Endlich ist auch wieder mehr Traffic am Weg Richtung Meer. - Ja, ich muss ehrlich gestehen, dass ich den sozialen Austausch bzw. den tiefgründigeren Dialog die letzten Tage schon sehr vermisst habe. Ich bin auf zwei Grazer, die den Alpe Adria Trail etappenweise gehen, 4 Belgier, die den Triglav besteigen werden und eine entzückende norwegische Family gestoßen, mit denen ich ein feines Dreigangmenü (Vorspeise: Kartoffelsuppe, Hauptspeise: Wild mit Gemüse, Nachspeise: Marillenknödel Mal 2) bei der Biofarm Pri Plajerju geschmaust habe. (Sehr zu empfehlen!) Das Schöne an dieser Begegnung mit der Family war, dass mir die Kinder mit einer enormen Begeisterung Norwegisch und ich ihnen Deutsch beizubringen versucht habe. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen heute eine norwegische „Gute Nacht!“.

God Natt,

Ernst

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3. Juli - Etappe 24

Trenta

Bovec

Wenn der österreichisch-deutsche Kapellmeister und Komponist Johann Strauss in Bovec aufgewachsen wäre, hätte er nicht „An der schönen blauen Donau“, sondern „An der schönen smaragdgrünen Soča“ komponiert. Die Soča erinnert mich farblich an die Seychellen bzw. den Faaker See. Ich kann solchen Orten nicht widerstehen und muss die Gegebenheiten mit einem Köpfler oder einer Gluteus-Maximus-Bombe zelebrieren.

Wie bereits im gestrigen Beitrag erwähnt, kriechen nun zahlreiche Wanderbegeisterte aus allen Löchern - wie z.B. ein australischer Daddy mit seinen zwei Söhnen. Der Vater ist bei der Franzl-Josefs-Höhe alleine gestartet, allerdings am 4. Tag umgeknickt und war somit für 10 Tage außer Gefecht gesetzt. Seine Jungs sind deswegen angereist und supporten ihn nun am Weg Richtung Triest, wo auch seine Frau am 16. Juli dazustoßen wird.

Spannender Aspekt am Rande:

Wie ich ihn gefragt habe, wie er denn auf den Alpe Adria Trail aufmerksam geworden ist, hat er geantwortet: „Ich war auf der Suche nach einer Alternative zum Jakobsweg, da mir dieser zu überlaufen ist. Und über INSTAGRAM bin ich dann eines Tages auf den Alpe Adria Trail gestoßen.“ Das habe ich, als Inspirancer, natürlich sehr gerne gehört, ist es doch einer meiner Bestreben, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, liebe Instagramerinnen und Instagramer, nicht nur meine Beiträge lesen, wegen der einen oder anderen Anekdote ihr Zwerchfell vor Gelächter erschüttert wird - nein, ich würd´ mir wünschen, dass Sie Wanderitis oder „Alpe Adria Trailitis“ bekommen. Ja, so ehrlich muss ich sein!

Falls Sie an „Alpe Adria Trailitis“ nicht erkranken wollen, sollten Sie sich den folgenden Kurzclip nicht ansehen!

Haben Sie sich´s angesehen? - Ich habe Sie vorgewarnt!

Alles Liebe und gute Nacht,

Ernst

4. Juli - Etappe 25

Bovec

Dreznica

13. Juli 1770. Im Tagebuch vom Wolferl aka Wolfgang Mozart steht geschrieben: „Gar nichts erlebt. Auch schön.“

4. Juli 2018. Im Tagebuch von Ernstl aka Ernst Merkinger könnte auch geschrieben stehen: „Gar nichts erlebt. Auch schön.“ Könnte! - Trifft aber nicht zu!

Heute hört, aber sieht man die smaragdgrüne Soča leider nur äußerst selten. Gegen Etappenende führt der Forstweg von den Seychellen… ah, ich meine natürlich von der Soča weg, hinauf zum entzückenden Bergdorf Drežnica und weiter bis Koseč - eine geschichtsträchtige Gegend. V.a. morgen verläuft der Pfad auf ehemaligen Militärpfaden im Triglav-Nationalpark entlang. (Ich möchte mich auf diesem Wege entschuldigen, dass ich nicht immer (v.a. historisch bzw. geographisch) ins Detail bzw. in die Tiefe gehe, weil E-Mails, Artikel, Instagram- Foto- Knipsen bzw. Bearbeitung, etc. abseits vom Bloggen zu meinem täglich Brot gehören.)

Lieb war heute ein Aufeinandertreffen mit den „Penzinger Pfadfindern“. Seit Kranjska Gora sind mir immer wieder Sticker aufgefallen, die unter den Alpe-Adria- Trail- Wegmarkierungen geklebt sind. Bis ich beim 5. Sticker genauer hingesehen habe und „Wien- Penzing - Pfadfindergruppe 38“ gelesen habe. - Tja, und heute habe ich die Truppe tatsächlich getroffen, wie Sie am Foto sehen.

Die Wöd ist a Dorf! Es hat mich irrsinnig gefreut wieder auf Wienerblut zu stoßen, aber auch Sehnsucht nach meiner Lieblingsstadt ausgelöst. - Oh Wien, oh Wien, wir sehen uns ja eh bald wieder…dann gibt´s ein alkoholfreies Sechzehnerblech und eine vegane Eitrige für mich. - Ja, so sind sie. Sie, die neuen „hippen“ Wienerinnen und Wiener des 21.Jahrhunderts.

Alles Liebe,

Ernst

PS.: Der Insidertipp des Tages trägt den Namen "Turisticna kmetija Kranjc" - köstliches Essen + gemütliche Unterkunft sind auf alle Fälle garantiert!

5. Juli - Etappe 26

Dreznica

Tolmin

Diese Region Rund um die Soča ist heute insbesondere für´s Mountainbiken und Kajaken bekannt, aber wenn man ein bisschen mehr als 100 Jahre zurückblickt, dann kommen einem die Isonzoschlachten (benannt nach dem Fluss Isonzo - slowenisch Soča) in den Sinn. In diesem Gebiet rund um die Soča haben im ersten Weltkrieg 12 Schlachten zwischen Österreich- Ungarn und Italien stattgefunden. Ja, ich befinde mich auf einer geschichtsträchtigen Etappe, die kurz nach dem Dorf Drežnica, in Kranjc, von ehemaligen Militärpfaden im Triglav-Nationalpark Richtung Tolmin verläuft. Ehemalige Gedenkstätte, wie diese Kapelle, erinnern an das Blutbad, das hier stattgefunden hat. Ich versuche mir vorzustellen, wie dieser Krieg, laut Geschichtsbücher, einst war und höre die Worte meines Großvaters: „Wer einen Krieg nicht leibhaftig erlebt hat, hat keine Ahnung wie schlimm es wirklich ist.“

Nachdem ich relativ zügig unterwegs war, komme ich nach 22 km, 751 hm rauf und 1.088 hm runter um Punkt 14 Uhr in meinem Hotelzimmer an. Stephan, der Kameramann vom Bergwelten Magazin, wird mich bei Etappe 27 & 28 begleiten, und deswegen gibt´s noch einiges im Vorhinein zu koordinieren.

"Diejenigen, die den Frieden lieben, müssen lernen, sich ebenso effektiv zu organisieren wie diejenigen, die Krieg lieben."

Martin Luther King Jr.

Ich wünsch´ euch einen friedlichen Abend,

Ernst

PS.: Wer genaueres über die Isonzoschlachten wissen will, dem empfehle ich folgenden Dokumentarfilm:

6. Juli - Etappe 27

Tolmin

Tribil di Sopra

Diesen Beitrag widme ich meinem Wanderfreund „Heli“, ohne dessen Adapter könnte ich keinen „Daily Blog Beitrag“ heute online stellen. Danke Heli und danke Krista - ich werde dafür niemanden verraten, dass ihr bei einer Etappe Auto gestoppt habt. Großes Alpe- Adria- Trail- Ehrenwort!

Etappe 27 führt straight up vom Isonzotal auf den Gipfel des Kolovrat an der italienisch-slowenischen Grenze, bei der Stephan und ich von einem italienischen Wadelbeißer knurrend begrüßt worden sind. Flotten Schrittes sind wir geflüchtet und haben das getan, dass man in Bella Italia auch zuerst machen sollte: Spaghetti Ala Mama konsumieren. Mamamia, ich sag euch was… ein Gedicht waren die Dinger oder wie die Italiener sagen würden: „Molto bene!“

Molto bene war auch Aussichtspunkt vom Kolovrat auf die Julischen Alpen - am Rande sei auch erwähnt, dass der Kolovrat während des Ersten Weltkriegs Schauplatz blutiger Kämpfe zwischen dem italienischen und österreichisch-ungarischen Soldaten war - einige Höhlen lassen erahnen, was hier vor über 100 Jahren für Grausamkeiten stattgefunden haben.

Themenwechsel:

Anlässlich der Hochzeit meiner Schwester habe ich unseren Familyangehörigen Fragen zu den Themen „Liebe“, „Glaube“, „Beziehung“ gestellt, um in einem Short-Clip ihre reizenden Botschaften am großen Tag zusammenfassend filmisch zu übermitteln. Aber auch abseits von schönen und romantischen Fragestellungen, hab´ ich die Chance genützt meine Großeltern zur „Kriegszeit“ zu befragen. Berührende Gespräche sind entstanden, grauenhafte Geschichten zum Ausspruch und Tränen zum Ausdruck gekommen, denen ich im hektischen Small-Talk-Alltag sonst zu wenig Raum gegeben habe.

Die Antwort meines Großvaters auf das Thema „Friede“ war: „Friede ist für mich etwas Heiliges. Friede gilt es auf europäischer Ebene, in den Familien und zu sich selbst zu pflegen.“ Die Antwort meines zweiten Großvaters kennt ihr ja bereits: „Wer einen Krieg nicht leibhaftig erlebt hat, hat keine Ahnung wie schlimm Krieg wirklich ist.“ - Deswegen gilt´s sich geschichtlich und politisch zu informieren, genau solche Family- Gespräche aufzusuchen, auch wenn Emotionen zum Vorschein kommen, die mehr als unangenehm sind, aber so kann aus der Vergangenheit gelernt, Mitgefühl und Nächstenliebe kultiviert werden. Und bitte, bitte, bitte… wie Kästner Erich einst so treffend gesagt hat: „Was immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“

In diesem Sinne: „Kakao. Lulu. Heiti!“

Gute Nacht,

Ernst

7. Juli - Etappe 28

Tribil di Sopra

Cividale

Auf meiner gesamten Alpe- Adria- Trail- Hard- Facts- Liste findet man unter der "Alkohol- Liste" zwei mickrige Gin- Tonics, ein lächerliches, dunkles Bierchen, einen Haselnussschnaps (Ja, ich hab´ eine Haselnussallergie), einen Birnenschnaps und ein Achterl Rotwein vor. Wobei ein selbstgebrannter Haselnussschnaps der Höflichkeit wegen ausgetrunken wurde, ein Birnenschnaps heimlich in meine Trinkflasche und später in der Wiese ausgeleert wurde und der Rest heute Abend mit Heli, Krista und Kameramann Stephan aus Drehschluss- bzw. Alpe- Adria- Trail- Schluss- Gründen feierlich getrunken wurden. Ja, Heli und Krista brechen ihr Abenteuer in Cividale ab, während Stephan morgen früh Richtung Heilgenblut fährt, um mit Gerlinde Kaltenbrunner und 15 anderen Großglockner- Begeisterten den höchsten Berg Österreichs zu besteigen.

Diese 23,4 Kilometer Etappe führt über Stock und Stein, Wurzel und Schotterpisten zur Endstation Cividale del Fruli, einer der UNESCO-Kulturerbe Städte. Zumeist geht´s in bewaldeten Landschaften mit Blick Richtung julischen Alpen mal leicht Bergauf und Bergab. All den Menschkindern, die Lust auf Cividale del Friuli haben, empfehle ich wärmstens Caffe del Corso (da Rossi) bzw. die Pizzeria Gustobase. Beide befinden sich an der Piazza Paolo Diacono.

Ich bin ein erfahrener Gin- Tonic- Trinker und habe noch nie so gute Gin Tonics zubereitet bekommen bzw. jemals getrunken und noch nie so eine gute Pizza gegessen.

So. Zeit schlafen zu gehen, ist´s doch immerhin schon 2:46 Uhr!

Gute Nacht und alles Liebe,

Ernst

8. Juli - Etappe 29

Cividale

Breg bei Golo Brdo

Weingärten, Palmen, Feigenbäume, Sonnenblumenfelder, Olivenbäume, Lavendel- Sträucher, Oleander, usw. wohin man sieht - ein mediterranes Geruchs- und Augenspektakel durch und durch, das mir hier geboten wird.

Bevor ich der Etappe 29 meine Aufmerksamkeit schenke, macht sich der intensive Vorabend in Form eines dezenten Katers bemerkbar, doch nach einem ergiebigen Frühstück mit Stephan sind die Kopfschmerzen schnell verflogen - Allah sei Dank oder doch Gott sei Dank?! - Egal!

Gestern bin ich übrigens eine weitere Beziehung eingegangen, nämlich mit der italienischen Stadt namens „Cividale“. Sie kennen mich ja schon ein Zeiterl und werden wohl wissen, dass ich bei verwinkelten Seitengassen, kleinen, urigen Geschäften, kulinarischen Leckerbissen und mediterranem Flair leicht um den Finger zu wickeln bin. Cividale ist eine ganz besondere Stadt, mit einem Langobardischen Tempel, der eines der bedeutendsten frühmittelalterlichen Bauwerke der westlichen Welt ist, sowie das keltische Hypogäum, eine rätselhafte Anlage unterirdischer Grotten, deren Funktion bis heute unerforscht geblieben ist.

Unerforscht geblieben sind bis dato auch zwei Faktoren, nämlich, ob ich einen kleinen Fremdling (Zeck) zur Gänze entfernen hab´ können bzw. noch viel, viel lebensentscheidender: Ob ich denn heute noch besseres WLAN auftreiben kann. Sie müssen wissen, dass meine Unterkunft sich in der Pampa befindet - irgendwo zwischen Weinfeldern, Olivenbäumen, Feigenbäumen und grasenden Ziegen wird anscheinend nicht so viel geinstagramt, gefacebookt bzw. gebloggt. Hier wird z.B. Lavendel- ÖL hergestellt, werden Feigen geerntet und mein riesen Glück ist, dass die Herbergen- Mum Olivenöl produziert und ich als „Oida Olivenöl-Junkie“ bzw. „Olivenholiker“ das eine oder andere goldene Tropferl mit Weißbrot auftunken und in meinen Darm befördern werd´ dürfen. Mamamia, mir geht´s guat! Ich hoffe Ihnen auch?! Falls nicht, dann wünsche ich Ihnen gute Besserung und mögen sich Ihre linken und rechten Mundwinkel bald erholen und wieder nach oben bewegen.

Ciao,

Ihr Ernesto

9. Juli - Etappe 30

Breg bei Golo Brdo

Smartno

Gestern Abend hatte ich das Vergnügen in der Gemeinschaft mit fünf anderen Alpe- Adria-Trail- Wanderern gut zu essen und generationsübergreifende Diskussionen über das digitale Zeitalter und aktuelle europäische bzw. nationale Herausforderungen der Zukunft zu führen. Währenddessen wurden wir von ergiebigen Schauern und traubengroßen Hagelkörnern von Patcha Mama unterbrochen.

Am nächsten Morgen bin ich meiner Herbergenmum mit Tränen in den Augen begegnet, die mit 10- 15% Ernteausfall rechnet. Ich spreche ihr mein tiefstes Mitgefühl aus, weil ich doch selbst mit meiner Weinkellerei-Family jedes Jahr mitleide, wenn Unwetter das G´schäft „zamhauen“. So schön die Natur ist, so brutal kann sie eben auch manchmal sein.

Am Weg dieser idyllischen, 27 km langen Weinbauregion- Strecke gehe ich immer wieder an einer Vielzahl natürlicher und kultureller Sehenswürdigkeiten vorbei. Die Route beginnt im Dorf Breg pri Golem Brdu, schlängelt sich durch die ebenso unaussprechlichen Dörfer Vrhovlje pri Kožbani, Fojana und Dobrovo und endet im malerischen Dörfchen Šmartno, einem feschen Ort Sloweniens, der einen Romantiker wie mich hoffen lässt, dass das Wetter mitspielt, um einen schönen Sonnenuntergang mit einem Glaserl Rotwein genießen zu können.

Normalerweise gibt´s erst um 16:00 Uhr die Möglichkeit beim Hotel San Martin einzuchecken, aber die lieben Lieben haben für mich eine Ausnahme gemacht, damit ich die Arbeiten nachholen kann, die die letzten Tage wegen schlechtem Internet nicht möglich waren.

Ich wünsch´ Ihnen eine feine Zeit!

Alles Liebe,

Ernst

WERBUNG Herz und Hirn hat das Team rund um unverschwendet. Cornelia, mein Ex-Nachbar Andreas + Team verwandeln aus verrunzelten, zu kleinem oder zu großem Gemüse oder Obst köstliche Produkte wie Marmelade, Sirup, Chutney, Sauce, Ketchup, ... und glauben Sie mir eins: Die Dinger sind wirklich verdammt gut! Man schmeckt die Leidenschaft, die da drinsteckt, die Sinnhaftigkeit und die Menschlichkeit.

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10. Juli - Etappe 31

Smartno

Cormons

Heute stehen nur 15 Kilometer und ein paar wenige Höhenmeter auf der Wander- To- Do- Liste - diese Fakten sind nicht nur Balsam für den Körper, sondern auch für den kreativen Geist und die Seele. Durch das tägliche Gehen, Schreiben, E- Mails Beantworten, etc. merke ich, dass jede Minute „Rast“ bzw. Erholung von meinen Zellen gefeiert wird. Ich muss gestehen, dass ich die Intensität des Alpe Adria Trial unterschätzt habe und mir gedacht habe: „Ach, die paar Höhenmeter, Kilometer und das bisserl in die Tasten Tippen - easy!“ Deswegen habe ich mir auch keinen Pausentag mit meinem Buchungscenter vereinbart. Und wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß, dass ich hart im Nehmen/Gehen bin, bin ich doch letztes Jahr 170 Kilometer in drei Tage gegangen, aber naja, so ist das oder wie die Oma stets zu sagen pflegt: „Ernstl, nur durch Fehler lernt man!“ - Immer diese besserwissenden Großmütter… 🙄

So, kommen wir zum Wichtigsten des heutigen Tages: Die Route!

Im Dorf Dobrovo starte ich relativ spät (9:30) bei heißen Temperaturen (30 Grad) in den Tag. Wer Wein liebt, der wird eventuell wissen, dass die hügelige Weinregion Brda, berühmt für den größten Weinkeller Sloweniens ist und ein Renaissance Schloss hat. - Wussten Sie das nicht? Sehr gut, dann wissen Sie´s zumindest nun und haben wieder ein bisserl was vom Sachüberrichtslehrer (hier werden Sie nicht „unter-", sondern „überrichtet“) des Weitwanderns Ernst dem Dritten Merkinger gelernt. Die Route führt weiter zum mittelalterlichen Dorf Cormons, durch die Dörfer Kozana und Medana und schließlich bis hin zur italienischen Grenze. Tschüss Slowenien! Hallo Bella Italia! Weinberge soweit das Auge reicht. Hier gibt´s keine Wasser-, sondern Weinleitungen, keinen Wasser-, sondern einen Weinhahn - ergo ein Paradies für jeden Sommelier oder Genussspecht oder Alkoholiker. Gut, dass ich zu der vorletzten Gattung gehöre…

In diesem Sinne: Genießt den Abend und drückt mir für die Belgier die Daumen, dass sie ins WM-Finale einziehen!

Alles Liebe,

Ernst

Im Pool des Hotels Felcaro lässt´s sich gleich viel besser regenerieren.

11. Juli - Etappe 32

Cormons

Gradisca d’Isonzo

Ich hatte gestern und auch heute Abend das Vergnügen mit zwei sehr inspirierenden Schweizern anregende Gespräche zu führen und berührende Lebensgeschichten zu hören, die mir zeigen, dass durch Zusammenhalt im Freundeskreis/Familienkreis und allen voran durch das mit sich selbst befreundet sein, das eigene soziale Immunsystem einiges aushält. Ihr lieben Schweizer, macht´s es gut! Und feiert´s den Geburtstag morgen anständig! Ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen in Davos, Zürich oder in Wien!

Genau das zeichnet das Weitwandern u.a. für mich aus, dass du Tag für Tag neue Menschen kennenlernst, die sich öffnen, die dich beseelen und dir am Weg Lebensweisheiten mitgeben, die dein Leben bereichern.

Es ist höchst interessant, dass viele Weitwander- Touren durch Weingegenden verlaufen?! Man könnte meinen, dass sich jemand das Ziel gesetzt hat: „No vino? - No Camino!“ Die 32. Etappe im Weinland „Görzer Collio“, das für seine DOC-Weine bekannt ist, ist schnell hinüber. Wie ich die Gipfel der Julischen Alpen und in der Ferne die Dolomiten sehe, denke ich mir: „Zum Glück muss ich die nächsten Tage nicht mehr so viele Höhenmeter auf mich nehmen, stattdessen warten Allah sei Dank plattlebene Etappen auf mich.“

Sofern mir morgen kein Gorilla oder Bär in die Quere kommt, sollte ich abends mit Blick auf´s Meer Spaghetti oder Pizza schnabulieren. - Na klar, wenn ich schon in Bella Italia bin, dann muss ich das voll auskosten! - Ein Hamburger oder ein Wiener Schnitzel kommen mir da nicht auf den Tisch! 🤥 - Ok, Ausnahmen bestätigen die Regel. Heute Abend haben meine Schweizer Freunde und ich einen Hamburger mit Kartoffelspalten gegessen…

Wie auch immer! Das Leben ist zu kurz, um immer vernünftig zu sein oder wie ein gewisser Anatole France einst gesagt hat: "Es liegt in der menschlichen Natur vernünftig zu denken und unvernünftig zu handeln.“

So! Genug für heute geschrieben!

Träumen Sie schön!

Küsst Eure Hände,

Ernst

12. Juli - Etappe 33

Gradisca d’Isonzo

Duino

Diesen Tag würde ich in die Kategorie „Sehr schön“ einordnen, obwohl der Tag ganz schön deppad begonnen hat, nämlich mit einem klassischen First World Problem. Der Touchscreen meines iPhones hat´s nicht mehr zugelassen, dass ich ein „a“, ein „q“, Shift, Zeichen bzw. die Leertaste tippe. (Falls Sie eine Lösung für mein Problem parat haben, dann lassen Sie´s mich doch bitte wissen). Zum Glück gibt´s die Copy-Paste Funktion, und andere kreative Möglichkeiten, um sich über den Instagram-Tag zu retten.

Zu meiner großen Freude haben mich die Schweizerfreunde Gertrud und Paul heute vormittags überrascht, obwohl ich mit ihnen gar nicht mehr gerechnet habe, stehen sie frisch und munter einfach da und warten auf mich freudestrahlend. Obendrein ist´s noch dazu Gertruds 72. Geburtstag, insofern wäre zu erwarten gewesen, dass sie heute ein wenig länger den Kopfpolster drücken. Und so machen wir uns vorerst zu dritt „gemütlich“ auf´n Weg Richtung Hotel Pavor. Nach 5 Kilometern werden wir von einer oberösterreichischen Tochter bzw. ihrer Mutter eingeholt und gehen als Gruppe gemeinsam weiter. Zu Mittag genehmigen wir uns eine „italienische Brettljausn“ mit Prosciutto, Salami und Schinken. Mamamia! Ein Gedicht! Die zwei Oberösterreicherinnen und ich, der Niederösterreicher, lassen das Geburtstagskind und ihren Paul wehmütig im Hotel Pavor zurück und brechen gestärkt Richtung Duino auf.

Abends essen wir drei gemeinsam Meeresfrüchte, entschuldige mich anständig, um am Hafen noch ein paar Fotos zu schießen und lass den Abend mit Gin, Tonic und einer Deutschen Weitwanderin ausklingen. Das Leben ist schön! Schön soll’s übrigens auch morgen werden - geht´s doch entlang von der Adria am Rilkeweg. Ein würdiger Anlass, um für morgen einen Rilke Text rauszusuchen, oder?!

Wir lesen uns morgen,

Ernst

PS.: Insidertipp: Hotel Aurora. Hier gibt´s zwar "nur" Bed & Breakfast, aber das hat´s in sich.

13. Juli - Etappe 34

Duino

Villa Opicina

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge ziehn.

Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,

aber versuchen will ich ihn.

Rainer Maria Rilke

Wie gestern bereits erwähnt, gehe ich den Rilkeweg von Duino nach Sistiana, der nach dem Lyriker Rainer Maria Rilke (1875- 1926) benannt ist. Der Gute schrieb in dieser Gegend die insgesamt 10 Duineser Elegien, die Duino und seine Kliffe bekannt gemacht haben. Weltweit bekannt!

Ein bissl nachdenklich hat mich dieser Weg schon gemacht - gibt´s doch jetzt einen Rilkeweg, einen Jakobsweg, aber immer noch keinen Ernstweg. - Wohin muss ich denn noch laufen, dass es endlich einen Ernstweg gibt? Nach Mistelbach? Nach Samendorf? Oder doch nach Mekka? However...

Äußerst gefreut habe ich mich über die Begegnung mit einer Gruppe Oberösterreicher von der pädagogischen Hochschule Linz. Sich mit seinen Bundesland-Nachbarn im Dialekt zu unterhalten, ist mir schon ein bisserl abgegangen, insofern war dieses Aufeinandertreffen ein Geschenk. Nachdem ich viel im Theater gearbeitet habe, in Wien lebe bzw. ein paar Freunde von mir aus Deutschland kommen, unterhalte ich mich häufig auf Hochdeutsch, doch kaum ist ein „Dialektiker“ im Raum, kehre ich zu meinen Wurzeln, zu meiner Herzenssprache zurück. Interessant ist´s, wenn ich ins Schwärmen über einen Menschen komm´, dann switch ich automatisch ins mostviertlerische über, auch wenn theoretisch Angela Merkel vor mir stehen würde, würde ich mich nicht zähmen lassen. Ein spannendes Phänomen…

Phänomenal war übrigens die heutige Tour, verläuft sie doch immer wieder entlang und mit Blick auf´s Meer. In solchen Tagen werden Endorphine frei wegen den letzten Wochen, die ich gut gemeistert habe, weil das Wetter, mein Körper und allen voran die Menschen (Bergwelten.com, Kärnten Tourismus, Peak Performance, etc.) im Hintergrund dies ermöglich haben. DANKE! DANKE! DANKE! Aber… noch ist´s ja nicht zu Ende und wie die Oma zu sagen pflegt: „Bub, du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben.“

So. Jetzt ist es 00:10Uhr und es gäbe noch vieles zu erwähnen: u.a. das fantastische Essen in meiner heutigen Unterkunft (Hotel Valeria) in Villa Opicina oder die kulinarischen „Spezialitäten“, die ich mit meinen oberösterreichischen Weitwanderfreundinnen in dem Dörfchen entdeckt habe, wie z.B. eine Pommespizza oder ein Pizzakebab...und, und, und…

Aber es ist mittlerweile schon 00:15 Uhr und ich sollte das tun, das Sie, verehrte Leserinnen und Leser, wahrscheinlich schon seit 22:00 Uhr tun, den Kopfpolster drücken und so laut schnarchen, dass ihr Partner Sie am liebsten in den Popo zwicken würde, aber er Sie oder sie Sie bedingungslos lieben, dass Sie ins Schlafzimmer auswandern. Ja, das muss Liebe sein!

Schlafen Sie trotzdem gut und lassen Sie sich vom Schnarchen nicht aufhalten!

Alles Liebe,

Ernst

14. Juli - Etappe 35

Villa Opicina

Lipica

Die drittletzte Etappe ist etwas kürzer, weil ich gestern nicht in Prosecco mit einem Glaserl Prosecco versumpert bin, sondern erst in Villa Opicina (6 Kilometer weiter) halt gemacht habe und somit heute "nur" 18 Kilometer mit traumhaftem Blick über die Adria auf mich warten. Diese Region rund um diese geschichtsträchtige Stadt Triest ist ein Mischmasch der italienisch, slowenischen und deutschen Kultur. Besonders die Habsburger hatten hier in der Vergangenheit, aber auch noch in diesen Tagen, ihre Fingerchen im Spiel - z.B. das Schloss Miramare und das Pferdegestüt Lipica (siehe unten), das ich mir heute noch ansehen werde, gehören zum Fürstengeschlecht. Ich gehe durch Dörfer mit traditioneller Steinarchitektur und betrete Josef Ressels Weg über die Grenze nach Slowenien. Sie werden bestimmt wissen, dass da Ressel Josef nicht irgendwer ist, sondern der Erfinder der Schiffsschraube. Wenn Sie etwas älter und nicht alle Schiffsschrauben locker sind, werden Sie gewiss wissen, dass der gute Josef Ressel mit seinem fesch´n Gsicht auf der Vorderseite des 500- Schillingscheins zu sehen ist und obendrein mit seiner in Triest gebauten, von der „Resselschraube“ angetriebenen Dampfschiff „Civetta“ die Rückseite verschönert hat.

Dieser Resselweg war gut besucht. Gut besucht von Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad dem Triester Stadtleben entfliehen und in die Stille der Natur eintauchen wollen, aber auch von Fuchs und Hase, die Fuchs und Hase Tag und Nacht spielen.

Nachdem gestern öffentlich bekannt wurde, dass die großartige Autorin Christine Nöstlinger (1936 - 2018) nicht mehr unter uns weilt, möchte ich mit folgendem Zitat diesen Blog-Beitrag abschließen:

„Besser ein paar Brandblasen, die wieder verheilen, als ein ganzes Leben lang kalte Finger!“

Christine Nöstlinger

So. Und jetzt legen wir alle das Handy weg, entfernen uns von der Couch und genießen das Leben oder holen uns ein paar Brandblasen!

Salve!

Ernst

15. Juli - Etappe 36

Lipica

San Dorligo della Valle

Wenn einem bereits am frühen Morgen eine so liebevolle Nachricht erreicht, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen…

Morgen ist es soweit: Ich erreiche mein Endziel „Muggia“. Doch bevor ich auf morgen näher eingehe, nehmen wir die 36km etwas genauer unter die Lupe: Die vorletzte Etappe des Alpe-Adria Trails starte ich mit meinen zwei Obis (Oberösterreicherinnen) und einer Lipizzanerherde (eine der ältesten Kulturpferderassen der Welt im Fête- Blanche- Style) in Lipica (Deutsch: SLOWenien/Englisch: sLOVEnia) weiter entlang eines Karstplateaus über die Berge Kokoš und Veliko Gradišče. Wir, die Obis und ich, quartieren uns in Bagnoli della Rosandra bei Andrea (B&B Torrente Rosandra) ein. Bagnoli della Rosandra liegt am Stadtrand von Triest, das noch zum Naturschutzgebiet gehört und dank ihrer Schönheit (in den Kalkstein geschnittene Schluchten, ein mächtiger Wasserfall, Höhlen, etc.) ein absolutes Highlight der italienisch- slowenischen Etappen ist.

Ja, und morgen, aber auch heute stehen für viele unter uns zwei Highlights an: DIE GROSSEN FINALE! Für die Fußball- & Weitwanderfans.

Nach 37 Tagen, 40 Instagram Posts, 40 Blog Beiträgen, 5 Bergwelten Beiträgen (der Letzte kommt demnächst), 5 Blasen, rund 700 Kilometern, 2 Gin Tonics, 1 Schwarzbier, 1 Haselnussschnaps, 4 Drehtage, 2.433 iPhone-Fotos, 26.000 Höhenmeter, ein zufälliges Aufeinandertreffen mit den Penzinger Pfadfindern, die Eröffnung des Wasserbrunnens beim kleinsten Dorfplatz Kärntens bzw. einen Yoga-Tag später werde ich meine Seele baumeln lassen und meine Füße in die Adria reinstecken!

Heeeerrrrrlllliiicccchhhh!

Ich wünsch Euch ein spannendes Finale!

Alles Liebe,

Ernst

16. Juli - Etappe 37

San Dorligo della Valle

Muggia

„Hümmi Herrschaftszeiten! - Es ist soweit! - Meine letzte Etappe!“ Das waren in etwa meine Gedanken, die ich heute Morgen beim Aufwachen gedacht habe.

Mit meinem oberösterreichischen Gespann (siehe Foto), Andrea und Hanna, bin ich die letzten Tage, sowie auch heute, wieder unterwegs. Beim Dorfplatz von San Dorligo della Valle treffen wir Franz an, der u.a. für den Gepäcktransfer am Alpe Adria Trail verantwortlich ist, und er gibt uns noch ein paar Insidertipps am Weg mit - z.B. wo wir Essen gehen sollen, welchen Markierungen wir folgen sollen, wo wir das beste Olivenöl bekommen, etc., etc.. Übrigens, wenn wir schon dabei sind: Der liebe Walter ist eine absolute Bereicherung für den Alpe Adria Trail, weil er mit seiner Kompetenz und Herzlichkeit jedem Weitwanderer etwas am Weg mitgibt. Falls dies der/die ArbeitgeberIn von Walter lesen sollte, dann möchte ich mich hiermit für eine Gehaltserhöhung aussprechen - der Mann ist jeden Cent wert.

Nach knackigen 18 Kilometern, knappen 30 Grad und verschwitzten Klamotten kommen wir freudestrahlend, erleichtert und hundemüde (zumindest ich) in Muggia an und tun das, das man in Bella Italia eben so tut: Pizza essen. Die hungrigen Weitwander- Mäuler haben sich dies durchaus verdient. Korrigiere: „Definitiv verdient!“

So! Das war´s von mir vorläufig für ein paar Tage.

Ich bedanke mich herzlichst nochmals für die großartige Unterstützung meiner Family, Freunden, Bekannten, von Euch und nicht zu vergessen von meinen Sponsoren, ohne die diese Reise in dieser Form nicht möglich gewesen wäre: DANKE von ganzem Herzen & dickes Bussi aus Muggia,

Ernesto

P.S.: Falls Sie auch in Zukunft meine Blog- Beiträge bzw. meine Wander- Abenteuer verfolgen wollen, dann empfehle ich Ihnen wärmstens, dass Sie sich bei meinem Newsletter anmelden!

PPS.: Special Thanks nochmals an BERGWELTEN, KÄRNTEN TOURISMUS & PEAK PERFORMANCE! Danke für Eure Treue und die unkomplizierte Zusammenarbeit!

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