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Es kommt manchmal anders als erwartet ...

1970 hieß es für meine Großeltern "Next stop Casablanca!" und auch nach meinem Marsch von Wien über Weistrach, dem Salzkammergut, Kitzbühel, Thun, Genf, Le Puy, Saint Jean Pied de Port, Pamplona, Santiago und Finistere wird es selbiges aus dem Lautsprecher für mich zu hören geben. Finistere wird als das Ende der Welt bezeichnet. Aber keineswegs als das Ende des Pilgerns. Einmal Pilger. Immer Pilger! Könnte man meinen. Jede Pilgerreise ist auf alle Fälle ein Schritt zu sich selbst, eine Erinnerung an seine menschlichen Qualitäten, die es nicht nur am Weg, sondern darüber hinaus zu leben gilt.

„Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“ Albert Schweizer

"Wer glaubt, ein Pilger zu sein, weil er den Jakobsweg besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht." Ernst Merkinger.

Ob die Pilgerreise weitergeht, liegt in den Händen des Pilgers. Und deswegen möchte ich auch einen weiteren Schritt in Form eines Fluges nach Casablanca tun. An jenen Airport zurückkehren, der 1970 meine Großeltern separat landen hat sehen. Warum separat? Weil im Falle eines Absturzes zumindest ein Elternteil die Großfamilie versorgen hätte können.

Für mich hat Finistere eine sehr starke Symbolkraft. Für mich ist Finistere das eigentliche Santiago. Der Ort, den ich letztes Jahr, aber auch heuer von Anfang an als mein europäisches Endziel angesehen habe. Für mich war der Weg von Wien bis Saint Jean Pied de Port ein Aufarbeiten und Loslassen meiner Vergangenheit. Von Saint Jean Pied de Port ein Verinnerlichen meiner Werte. Und der Weg von Casablanca bis Marra wird der Weg der inspiration sein, der den Funken in mir mit Holz zum Feuer entfachen wird.

Ich weiß, dass ein paar vergeblich gemeint haben, dass ich über Gibraltar hinübershippe in den Süden, aber das hätte für mich nicht den emotionalen Reiz dargestellt wie den Camino Frances zu bestreiten, der Erinnerungen vom letzten Jahr hochkommen hat lassen oder an jenen Ort zu landen, der meine Großeltern 1970 und mich 2016 so sehr beseelt hat wie keine andere Reise. Und schließlich sind die Emotionen, die mich antreiben, die das Leben erfüllen und nicht die Ratio oder Erwartungen anderer.

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