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Grañón - Beste Pilgerherbergen TEIL I

In Grañón findet man gut versteckt hinter der Kirche eine Herberge vor, die auf Spenden basiert. Ein Kraftort, der seinesgleichen sucht. Die Hospitaleros, das Essen, die vielen kleinen Details, der fühlbare Spirit. Das sind genau diese Orte, die gebraucht werden entlang des Weges. Solche Orte geben einem Kraft am Weg – einen magischen „Energy- Boost“. An jenem Ort passiert alles auf Vertrauen. Nein, Urvertrauen! Wie Urvertrauen? Naja, selbst der Deckel der Spenden- Box ist geöffnet – jeder Pilger hätte die Möglichkeit die Geldscheine rauszunehmen, was auch erwünscht ist, wenn denn Geld vonseiten des Pilgers wahrlich benötigt wird. Ja, sie haben richtig gelesen. Pilger helfen Pilger. Wir lassen keinen im Stich.

Apropos Pilger helfen Pilger. Mein liebes französisches Nadegelein hat keinen Schlafsack mehr, weil sie ihren in der letzten Unterkunft vergessen hat. Grund genug ihr meinen zu leihen, nachdem ich auch gedacht habe, dass es in meinem Schlafsaal (1 von 3 Schlafsälen) eh warm sein wird. Denkste. However! Well, und so sitze ich nun ein wenig ausgefroren um 5 Uhr in der Früh mit wärmendem Grüntee bzw. auch meine Oberschenkel wärmendem Macbook am Kamin, der nicht in Betrieb ist und tippe in die Tasten.

Ich denke an den gestrigen Abend zurück – die intensiven Gespräche mit meinen schwedischen Freunden Nina, Nils und Kerstin oder die einstündige Ehre, die mir verliehen wurde, dass ich den „Schuppen“ für eine Stunde schupfen soll, weil die Hospitaleros Essen bzw. Einkaufen gehen mussten. Die Ader meines Großonkels Kurt, der das Wirtshaus Kirchmayr in Weistrach geleitet hat, aber auch die schauspielerische Qualitäten meiner Tante Claudia sind da zum Vorschein gekommen. Dementsprechend hab ich die „Hatscher“ mit Entertainment, Tee und selbstgemachten Zimtkeksen bewirtschaftet, sie aufgeklärt, wo sie sich eintragen sollen und wo sich die jeweiligen Räumlichkeiten befinden.

Die „Chefin“ des Hauses hat mich nach ihrer Rückkehr offiziell zum Hospitalero vereidigt. YES! Ich hab´s nun wirklich geschafft. Meine Liste an Titeln wird immer Länger: Pilger, Taufpate, Trauzeuge und jetzt auch noch Hospitalero!!! Bist du deppad, wenn das so weitergeht, bin ich bald „Papst“! Ok, das ist unrealistisch – ich liebe die Frauenwelt und das Liebemachen viel zu sehr, um mich auf den Weg der „Kasteiung“ zu begeben. Ok, das war jetzt vielleicht zu viel Information!

Wie auch immer..., das eigentliche Highlight dieses Abends war die Zeremonie nach dem abendlichen Schmaus. 40 Leute haben sich in der Kirche versammelt. Dort wo normalerweise die Orgel steht, befinden sich rund 20 majestätische Stühle. Gemeinsam haben wir uns für das Leben kontemplativ bedankt. Anschließend hat es die Möglichkeit gegeben, seine Motivation des Pilgerns kundzutun oder inspirierendes Gedankengut mit der Gruppe zu teilen. Nach diesem Festakt habe ich die Hospitaleros gebeten, noch eine Stunde alleine zurückbleiben zu dürfen, weil ich diesen Ort für ein längeres Dankgebet bzw. meine Meditation nützen wollte. Auf meine Bitte haben sie mit einer Frage geantwortet: „Warum fragst du dies, lieber Hospitalero?“ und drückten mir den Schlüssel in die Hand.

Ich nütze die Zeit, um an meine Familie und Freunde dankend zu denken. Nach einer Weile kehrt in mir Stille ein... Stille, die bis zum Läuten der Kirchenglocken andauert.

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