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Liebes Instagram, wir müssen Mal Ernst werden..

· Wien Marrakesch

Ich liebe Schönes und es ist mir eine Freude, diese Momente ab und an in Form eines Bildes festzuhalten. Doch nicht immer. Weil ich nicht immer möchte, dass zwischen dem Geschehen und mir ein Iphone im Weg ist, sodass dieses Spannungsfeld unterbrochen wird.

Ich habe die letzten drei Monate so viele Porträtfotos mit meiner Community geknipst bzw. geteilt wie in meinem gesamten Leben nicht. Natürlich freue ich mich über diese gelungenen Bilder, weil sie mich an vergangene Tage erinnern, weil sie mir ein Spiegelbild meiner Zufriedenheit sind. Zufrieden mit meinen Umständen, meinem Aussehen, zufrieden mit meinem Innersten.

Ja, es macht mir Spaß, Social- Media zu nützen. Absolutely! V.a. die Instagram Stories haben es mir angetan. Es bereitet mir Freude, meine kreative "Story- Telling- Ader" mit jenem Medium auszuleben. ABER Instagram bzw. die sekundär genutzten Medien, wie Facebook, machen natürlich auch was mit mir. Das Potential des Narzissten, der in jedem schlummert, freut sich auf die Likes, auf die wachsenden Followerzahlen, auf die Shares - auf schnelles Egofood oder egoistisches Fastfood. In diesen 3 Monaten des Social Media Crashkurses und „Bekannter-Werdens“ ist es gut, pilgernd unterwegs zu sein, weil man im Gleichschritt sein Tun hinterfragen kann.

Ich habe noch keine Blasen auf meinem rechten Daumen vom ins Iphone Tippen, noch immer keinen steifen Nacken vom ins Handy gucken, noch immer keinen Handyellbogen vom Iphone aus der Hosentasche ziehen, aber ich habe Unterschiede im Verhalten mit meinen Nächsten bemerkt. Ich war da, aber doch nicht so präsent wie sonst. Ich führte mehr Wortwechsel und weniger Dialoge.

Wie ich das gemerkt habe, habe ich versucht, mein Verhalten zu verändern, weil ich nicht zum Iphone- Zombie mutieren will. Ganz im Gegenteil! Ich bin ja pilgernd zu Fuß unterwegs, um Mensch zu werden.

Am Anfang wollte ich mich von der Masse leiten lassen, wollte ich ähnliches tun wie die anderen. Ein paar Selfies, viele Portraits von mir selbst, Texte posten, die gewiss ziehen, aber mit jedem weiteren Schritt wurde mir klar, dass ich da nicht mitmachen will, dass ich meine Seele nicht verkaufen möchte, dass ich nicht meinen Narzissten in mir durch Likes füttern möchte. Ich bin froh, dass ich Instagram heute bzw. hier am Camino nütze - mit mehr Selbstreflexion bzw. Bedacht. Genauso wie ich froh war, dass ich erst mit 18 Jahren Facebook zu nützen begonnen habe, weil ich mir ansonsten durch unüberlegte Posts mein Leben verpostet hätte.

Und deswegen hat sich und wird sich mein Instagramverhalten verändert. Wie? Was? Warum? Ich möchte nicht dem Narzissten in mir mit unzähligen Selfies, das ich eh von Anfang an unterlassen habe, mit „Egofood“ füttern. Ich möchte nicht etwas posten, weil es den anderen gefällt, sondern weil es meines Erachtens richtig ist, dies zu posten. Ich möchte nicht die Scheinwelt noch „scheinheiliger“ gestalten, sondern versuchen, dem Schein mehr Sein einzuflößen. - Aber gut. Ich bin auch kein Wunderwuzzi. Ich bin Ernst. Ernst, der VERSUCHT, diesem Medium mit Achtsamkeit zu begegnen, um sich selbst nicht in eine Richtung zu begeben, die mir nicht entspricht.

Und ich möchte nicht geblendet werden, nicht blind sein, sondern hellsichtig sein – v.a. in der Social- Media- Welt, weil sonst kommt man schneller unter die Räder der Scheinwelt als man will.

ABER...

…es ist nicht ALLES schlecht an Social Media. Dieses Medium kann auch einiges bewegen, Menschen zum Nachdenken anregen (siehe Fotos unten) und auch politisches Bewirken, wie die Vergangenheit beweist. Auch wenn ich es mir selbst manchmal noch nicht eingestehen möchte und lieber ein Ispierencer, statt Influencer sein möchte, bin ich letzteres. Ich fühle mich verantwortlich, stelle mich der Verantwortung und VERSUCHE deswegen mit meinen Botschaften sehr bedacht vorzugehen… Jessas, gelingen tut´s mir auch nicht immer. Aber im Leben geht´s doch immer stets um das Versuchen.

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