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Route in den Süden Teil II

Im Anhang findet ihr DEN II. Plan vor. Aber nachdem man nie weiß, ob die Achillesferse des Hr. Merkinger irgendwann mal keinen Bock hat in den Süden zu hatschen, kann sich der Timetable schon mal etwas verschieben. Falls mein geschätzter Herr Körper tatsächlich einen Tag Blau machen will, dann werde ich ihm dies auch gönnen bzw. dies verlässlich auf meiner Website aktualisieren.

· Wien Marrakesch

Route in FRANKREICH

1. August

Genf

Chessenaz

Julian, Lisa, Katie - ja, die beiden sind seit gestern mit mir wieder unterwegs - und ich übernachten in einem "Pilger-Haus". Nothing special, aber in der Gruppe bzw. mit Wuffi ist´s auch schwieriger.

2. August

Chessenaz

Seyseel

Eine riesen Parkanlage für Groß und Klein hat uns neugierig gemacht und nach kurzer Suche sind wir auf eine Turnmatte gestoßen, die sich für eine komfortable Schlafmöglichkeit angeboten hat. Obendrein schenkt uns Mutternatur eine trockene Nacht. Was will man mehr?!

3. August

Seyseel

Yenne

Eine Einheimische hat mich vor dem Pfarrhof eine Käsesemmel mampfend vorgefunden und mir angeboten bei ihr zu schlafen. Vor Ort treffe ich auf 2 "Part-Time- Pilger" mit denen ich mich am nächsten Morgen über die Magie des Pilgerns unterhalte und verliere.

4. August

Yenne

Saint Genix- Sur- Guiers

Mein Französisch ist so gut wie HC Straches Einfühlsamkeit bezüglich Flüchltingen - also very, very low. ABER, wie die Merki Oma immer schon zu sagen pflegte: "Bua, mit Händ und Fiaß hat ma si immer nu verständigen kinna!" Wenn man auf die liebe Brigitte und den lieben René, die leider ebenso kein Wort Englisch sprechen, stößt, und dann wegen den wild herumfuchtelnden Händen und Füßen in ihrem prachtvollen Garten eine Liege als Bett umkonstruiert bekommt bzw. Abendessen und Frühstück aufgetischt, dann weiß man, warum sich die vielen Pantomime- Spielrunden mit der Familie ausgezahlt haben.

5. August

Saint Genix- Sur- Guiers

Le Pin

Unterhaltsamer hätte mein Mittagessen nicht sein können. Eigentlich habe ich mir beim Supermarkt schon ein Weckerl + Käse gekauft, bin dann aber auch noch einmal von Einheimischen mit Käse und Brot zusätzlich beschenkt worden. Am Ende des Ortes habe ich Denis Gobert nach einer Schlafmöglichkeit in seinem Garten gefragt. Mit "Si, si, si!" hat er geantwortet, ist schnurstracks in seinen Bagger gestiegen und hat mir einen flachen Schlafplatz gebaggert. I´m not kidding! True story! Anschließend haben wir Rosé, Käse mit Brot genascht und einen Bauchmuskelkater durch das viele Lachen kreiert.

6. August

Le Pin

Revel

Als Pilger wird man auf Händen getragen, so auch in Revel. Wie ich in der Geisterstadt ankomme, fahren zwei Künstlerinnen mit ihrer kleinen Karre an mir vorbei. Wildfuchtelnd und mit einem Grinser im Gesicht kann ich sie überzeugen stehen zu bleiben.

Ich beginne das Gespräch mit meiner Standard- Phrase „Do you speak English?“ Und sie mit der französischen Standard- Antwort „Just a little!“ „Do you know a place where I can sleep tonight?“ „Si, si, si!!!!“ Sie holt das Zelt und Matratze aus ihrer Wohnung und bietet mir dies als Ersatzbett an, weil ihre Wohnung zu klein ist. Nachdem ich das Zelt in der Dunkelheit aufgebaut habe, trinkt sie mit ihrer Freundin und mir 6 Schwarzbier (3 gehen auf das Konto des Pilgers), 3 Brötchen mit Bio- Käse vom Opapa und sündhaft guten Süßigkeiten. Nach Lachkrämpfen geht’s Allah sei Dank um 00:32 schließlich und endlich ab in die Heia.

7. August

Revel

Chavanay

Nachdem ich das ungewisse Abenteuer liebe, komme ich, wie fast jeden anderen Abend, mit einer Portion Urvertrauen, Naivität und Courage im nächsten französischen Dörfchen an. Today Chavanay it is! Natürlich könnte ich mir die nächstbeste Herberge gönnen, aber das erschiene mir zu einfach und so läute ich bei einem bescheidenen Häuschen an und frag´ mal, ob ich denn auf ihrem Balkon übernachten könnte. - Der Mann öffnet, er kennt sich sofort aus, was ich will, obwohl er kein Wort Englisch spricht. Er zieht seine Birkenstock- Schuhe an und führt mich zu seinem zukünftigen Haus, das noch mitten in der Renovierungsphase steckt, ABER es befinden sich zwei Betten im Eingangsbereich, die ich zu einem Doppelbett umkonstruiere - zwecks der Gemütlichkeit versteht sich.

Strom, Lese- Lämpchen, Sandwich und Kaffee werden von seiner Frau serviert…

Danke liebe Ersatzeltern aus Chavanay!

8.August

BREAK in Chavanay wegen Unwetter

Stattdessen schreibe ich an einem Artikel für eines meiner Lieblingsmagazine Ursache/Wirkung, checke E-Mails, Instagramiere, telefoniere mit 10.000 Menschenfreunden, kläre meine zu hohe T-Mobile Handyrechnung ab und spiele Poker mit potentiellen Partnern. I love my job.

9.August

Chavanay

Les Setoux

Ich suche bewusst eine 08/15 Herberge (8 Betten, 15 Euro und ein Schnarcher im Zimmer. Halleluja! Das hat mir noch gefehlt...) auf, um meinen Artikel vom Vortag zu finalisieren.

10. August

Les Setoux

Tence

Julien, Seifenproduzent und selbst Ex- Pilger, hat mich in seiner "into the Wild" ähnlichen Hütte übernachten lassen. Das Gute an dieser Geschichte ist, dass diese Räumlichkeiten mit dem Duft seiner selbstgemachten, biologischen Esel- Milch- Thymian/Lavendel - Seifen angereichert wurden. Doch der Haken an dieser Übernachtung war, dass zurzeit scheinbar die Eisheiligen in Frankreich auf Besuch sind. Ich hoffe auf Kurzbesuch!

 

11. August

Tence

Saint Julien Chapteuil

Le Puy- en- Velay wäre als Ziel angedacht gewesen, aber nachdem mir die Kälte bzw. schlaflose Nacht körperlich zugesetzt hat, habe ich mich ein wenig eingebremst und habe eine öffentliche Herberge in Saint Julien Chapteuil mit zwei Pilgerinnen beschlagnahmt.

12. August

Saint Julien Chapteuil

Le Puy- en- Velay

Heute wäre Chapel Saint Roche als Ziel angedacht gewesen, aber die bezaubernde Stadt Le Puy- en- Velay hat mich durch ihre Schönheit dazu verdammt hier zu weilen. Beim Café "Le P´TIT CREUX" hat mir eine Kellnerin spontan angeboten bei ihr nächtigen zu dürfen. Whoop! Whoop!

13. August

Le Puy- en- Velay

VILLAGE X (Name des Dorfs vergessen)

In jenem unbekannten Dorf angekommen, habe ich einen Herren eine Zigarre rauchend am Fenster herzlich gegrüßt. Ganz nach dem Motto „Wie du mir, so ich dir“ grüßt er mich zurück. Sein Name? Paul. Der liebe Paul hat mich nach Absprache mit seiner Frau und Chefin, Margarete, auf Fisch, Käse und köstlichen Weißwein eingeladen. Das riesen Doppelbett und die richtige- Merkinger- Matratzenhärte haben meine Batterien wieder voll aufgeladen, um am nächsten Morgen Richtung Les Estrets aufzubrechen. Merci! Merci! Merci!

14.August

VILLAGE X (Name des Dorfs vergessen)

Saugues

Nachdem in jenem Dorf kein Superladen vorzufinden ist, frage ich ein Pärchen, ob ich ihnen etwas abkaufen kann. Sie antworten auf Englisch: „No, that´s not an option, but we have another idea! Come!“ Ich folge ihnen und helfe der Familie beim Reinigen der Früchte und bekomme als Gegenleistung 2 hartgekochte Eier, ein Sandwich mit Wurst, Butter, Zwiebel und nicht zu vergessen ein herzliches Lächeln. Zufrieden gehe ich in mein bescheidenes Heim – eine Marienkapelle mit 2 Bänken und 2 Decken als Matratzen- Ersatz. That´s enough.

Gute Nacht, liebe Welt! Ich übe mich heute im Fasten, dann weiß ich den Luxus wieder mehr zu schätzen.

    15. August

    Saugues

    Les Estrets

    Maile, die Cacao- Ceremony- Meditations- Meisterin, pilgert mit mir ein paar Tage in den Süden. Deswegen ist die heutige Endstation „Les Estrets“. Beim Ortswasser warte ich auf die Gute, die mit Blabla- Car eintrudeln (der Umwelt und der Geldbörse zu liebe) soll. Währendessen ergibt sich ein nettes Gespräch mit Achilles und seinem Vater. (Auf Achilles werde ich die nächsten Wochen noch zurückkommen, weil er einen wirklich erstaunlichen Lebensstil führt – ein Leben ohne Geld. Chapeau!) Mittlerweile wisst ihr ja, dass ich nicht auf den Mund gefallen bin – also könnt ihr euch selbst ausdenken, dass ich auch mit ihnen ins Plaudern komme und sie uns... RICHTIG! … einladen!

    ABER das besondere an der heutigen Unterkunft?! Maile und ich schlafen in einem Bus! Ja, in einem Bus! Saukalt war´s, aber auch saulustig.

    16. August

    Les Estrets

    Nasbinals

    08/15 Herberge die Zweite. Gefühlte 100 Pilger kehren in diese Herberge ein. Zum Glück bin ich mit Damian, Claudia, Marie, Maile und Peter in einem Zimmer. Schnarcher on Board? Fehlanzeige! Lucky us!

    17. August

    Nasbinals

    Saint- Chely- D´Aubrac

    Es wird wieder einmal Zeit im Freien zu zelten – immerhin hat Madam Maile extra ein Zelt aus der schönen Schweiz mitgenommen. Nachdem wir bei 2 privaten Anlaufstellen charmant nachfragen, ob´s denn möglich sei in deren Garten zu übernachten, und kläglich scheitern, dürfen wir im dritten Anlauf das Zelt in einem majestätischen Garten aufstellen. „You deserve what you get!“ Nach dem Geruch meiner Klamotten fühle ich mich jedoch eher obdachlos als majestätisch – zum Glück ist meine Vorstellungskraft sehr ausgeprägt.

    Um den Ziegenbock- ähnlichen- Geruch vom Laib zu bekommen, suchen wir die Pilgerherberge unserer Freunde (Claudia, Damian und Marie) auf, die uns Eintritt in die Dusche gewähren. Als Gegenleistung gibt’s eine geführte Meditation von Maile.

     

    18. August

    Saint- Chely- D´Aubrac

    Saint- Come d´Olt

    Oh no, die gute Maile wird mich morgen verlassen – wie kann sie mir dies nur antun?! Nein, ganz so schlimm ist es dann auch wieder nicht. Ich habe mich die Tage mit ihr im Digital- Detox- Dasein geübt und den intensiven Austausch sehr genossen.

    Heute übernachten wir in einer 08/15 Gite, um u.a. der Kälte zu entkommen und den Komfort (Warmwasser statt eiskaltes Quellwasser, Federbett statt Lehmbett, eine Schnarcherin statt 10 Schnarcher) zu genießen.

    19. August

    Saint- Come d´Olt

    Golinac

    Maile und ich haben bis zum Nachmittag zwei Stunden meditiert, philosophiert, eine Thai- Massage uns gegönnt und eine warme Mahlzeit eingenommen, genauer gesagt einen grünen Salat mit "Gmias & Kas", deswegen bin ich in Golinac erst um 22:30 in die Campingplatz- Gite eingekehrt. Der liebe Damian und die liebe Claudia haben mir zum Glück ein Bett reserviert, weil ansonsten hätte ich bei 5 Grad übernachten müssen.

    20. August

    Golinac

    Conques

    Nicht das erste, aber gewiss das letzte Mal, dass ich in einer Kirchen- Herberge übernachtet habe. Warum? Beim Pilgern habe ich, wenn ich schlechte Erfahrungen gemacht habe, nur mit Priestern gemacht.

    In Conques hat ein junger Pilgerfreund, der Student ist, gefragt, ob er denn gratis oder zumindest billiger übernachten darf, weil er von Nürnberg nach Santiago gehen will und er ein geringes Budget für diese Reise hat. "No, it´s not possible!" war die eiskalte Antwort des Kuttenträgers. Wenn man bedenkt, dass die Kirche auf Milliarden sitzt, könnte ich mich verbal übergeben in solchen Momenten, habe ich auch fast getan, aber leider sind meine französischen Fluchwort- Kenntnisse sehr begrenzt.

    Zum "Glück" hat es nach einem überhaltenden Gespräch mit Gundula Welti, die insgesamt 21 Jahre bei Walt Disney Florida, Paris, bei Disney Consumer Products gearbeitet hat und demnächst ein Buch (u.a. mit einigen US- Stars) publizieren wird, ein Furz-Konzert eines Pilgers im 20- Mann- Schlafraum gegeben, das mich diesen Vorfall schnell vergessen hat lassen. Und so bin ich mit einem Lachmuskelkater erschöpft eingeschlafen.

    21. August

    Conques

    Livinhac le Haut

    Ich habe bis dato noch nie reserviert, doch dieses Mal hätte es sich durchaus ausgezahlt, weil ich wegen keiner Reservierung statt einem Federbett ein Lehmboden- Bett in der Casa "La Magnanerie" angeboten bekomme - ABER immerhin mit Zelt, das mir der Gastgeber zur Verfügung stellt.

    22. August

    Livinhac le Haut

    Figeac + 5km

    Figeac war mir zu urban, zu langweilig, zu modern bzw. zu wenig idyllisch, deswegen habe ich mich für´s weiterschwitzen bei 36 Grad im Schatten entschieden. Nach zirka 5 Kilometer bin ich auf eine feine Gite gestoßen, aber auf einen noch viel feineren Gastgeber, den ich eigentlich nur um einen Schluck Wasser bitten wollte. Doch seine Geschichte bzw. Begegnung mit einem Schamanen (im Buch nachzulesen), der ihm sein Augenlicht wieder geschenkt hat, hat mich gefesselt und überzeugt zu bleiben.

    23. August

    Figeac

    Cajarc

    Oh, du liebe Silvia!

    Vor einem indischen Kleidershop habe ich´s mir gemütlich gemacht, um neben der geschmackvollen Musik mein verspätetes Mittagessen (Oliven, Schafskäse und Schwarzbrot ) genüsslich zu verschlingen, währenddessen Silvia, die Inhaberin des Shops, und ihre Freundinnen sich köstlich über mich amüsiert. Und ich? Ich bin auf ihren "Wagon der Lebensfreude" eingestiegen, woraufhin mich Silvia am Arm gepackt hat Richtung Wohnung. - Nein, nein, nein! Keine Angst! Sie hat mich nicht abgeschleppt, aber zumindest aufgenommen in ihr prachtvolles Heim.

    Nachdem ich am Nachmittag an weiteren Artikeln gearbeitet habe, bin ich erst um 20:00 zurückgekehrt. Auf ihrer Tür habe ich einen Notizzettel vorgefunden, auf dem "Come to our neighbour´s party!". Ihr Wunsch war mir Befehl. Und so habe ich mit ihnen philosophiert, das Leben zelebriert und spannende Geschichten von Künstlern aus Neuseeland und Südafrika über meine Ohren konsumiert.

    24. August

    Cajarc

    Le Mas De Graniou

    Und wieder einmal eine 08/15 Herberge irgendwo im nirgendwo.

    Nach einem 45 km Marsch war ich sehr froh eine Herberge vorzufinden, die so stilvoll war wie der unaufgeräumte Keller so mancher Haushalte. ABER ich hatte einen Schlafplatz und einen spannenden Gesprächspartner - einen EX- Militär Offizier.

    25. August

    Le Mas De Graniou

    Lhospitalet

    Und wieder bin ich irgendwo im nirgendwo gelandet. Dennoch oder gerade deswegen ist diese gepflegte Gite/Herberge mit wunderschönem Garten, in dem sich ein Trüffelschweinchen auch aufhält, ein absoluter Geheimtipp. Für alle Schwammerl- Sucher: Ja, ich befinde mich in einem Trüffel- Paradies.

    Und wieder komme ich spät an. Fast zu spät. So spät, dass die mit dem Rad fahrenden (CHEATER!!!!) bzw. hatschenden Pilger das Desert schon eingenommen haben. Sie lachen über mich, weil sie geglaubt haben, dass ich mich in der letzten Ortschaft niedergelassen habe, bieten mir ein Bierchen an, verpflegen mich mit einer delikaten Linsensuppe (Sorry mum, aber das war wahrscheinlich die beste Linsensuppe in meinem Leben!) und die lieben Kanadier schenken mir als Nachspeise M&Ms. Als Nachschlag hole ich mir noch ein zweites Bierchen.

    Life is treating me very well!

    26. August

    Lhospitalet

    Montcuq

    Ja, Sie haben richtig gelesen: Montcuq. Montcuq würde übersetzt bedeuten "MeinArsch". Wie auch immer...

    Der Zufall wollte es scheinbar so, dass ich den lieben Georg aus Nürnberg wieder antreffe. Der alte Knacker lässt sich einfach nicht abschütteln! Und so übernachten wir beide bei einem Hospitalero Paar, das uns herzlichst bedient hat.

    27. August

    Montcuq

    Moissac

    Servus Moissac!

    Nach einer knackigen 43 km Tour bin ich wirklich müde. Sehr müde sogar. Es wird Zeit, dass ich wieder auf mein Schlaf- Soll komme, nachdem ich die letzten Wochen bis spät in die Nacht gearbeitet habe. Neben der körperlichen, aber auch mentalen Belastung, ist 6h Schlaf definitiv zu wenig. Umso erfreulicher war es in Moissac, dass ich noch rechtzeitig vor Wind und Regen eine Unterkunft, dank meiner gefinkelten Intution, die mich in eine Seitengasse (Ihr müsst wissen, dass ich enge Seitengasse liebe) getrieben hat, gefunden habe. Eine Jakobsmuschel an einer türkisgrünen Tür hat verraten, dass die Besitzer des Hauses den Pilgern positiv gesinnt sind und so war es dann auch.

    Mission completed... für heute zumindest!

    28. August

    Moissac

    Auvillar

    Auvillar ist eine Stadt der Künstler, wie mir scheint. Und so höre ich beim abendlichen Spaziergang zwei Deutsche Pianistinnen bei Ihrer Generalprobe "klimpern". Ich möchte nochmals betonen, dass es sich um die GeneralPROBE gehandelt hat. Meine Liebsten, die mich besser kennen, wissen, dass ich LIVE- PIANO MUSIK liebe. Pardon, über ALLES LIEBE. Und so frag´ ich nach, ob´s sie mir denn eintritt gewähren wollen, um noch besser den Klängen lauschen zu können. Und selbstverständlich wurde mir Eintritt gewährt. :)

    In der sehr schlichten, aber stilvollen Gite musste ich mir eine andere Musik zu Gemüte führen - die Klänge des Hr. Franzosen, der nicht nur geschnarcht, sondern auch, wie das Ja-Natürlich- Schwein, gegrunzt hat. Obendrein hat dieses Gfrast mitten in der Nacht zig Male durchgelüftet und am Balkon eine Rauchen müssen!!! Ich habe mir nur gedacht: "Einatmen, ausatmen. Einatmen, ausatmen. Bleib ruhig Junge! Er wird sich bestimmt gleich wieder niederlegen, schlafen und.... WEITERSCHNARCHEN!!! AHHHH....!" Und so habe ich mich entschieden in das Wohnzimmer umzusiedeln. - Sie meinen, dass ich das Problem dadurch gelöst habe?! Denkste! Tatsächlich kommt dieser 60 jährige Sacklpicker um 3 Uhr Morgens rüber und kocht sich einen Kaffee! Ja, sie haben richtig gelesen! Einen Kaffee! Um 3 Uhr Morgens!!!!
    Allerdings habe ich mir um 3 Uhr dann gedacht: "Ausgezeichnet! A guade G´schicht fiar mei Biachl...!"

    29. August

    Auvillar

    Lectoure

    Donativo it is. Donativo bedeutet, dass der Pilger spenden kann, was ihm möglich ist oder er für akkurat hält ODER, falls der Pilger tatsächlich Moneten benötig, kann er sich die Spenden einstecken. Ja, wir Pilger helfen zusammen.
    Im Donativo haben uns, Claudia, Carsten, Nadège und mich, die Hospitaleros Christian und Christine bekocht. Beim Essen hätte ich beinahe den Priester, der ebenso mit uns den semi- guten Fraß geschmaust hat und mir gegenüber saß, vor lauter lachen angespuckt. Warum ich lachen musste, werdet ihr übrigens in meinem Buch erfahren...

    30. August

    Lectoure

    Condom

    Ja, ich bin in Condom angekommen. Also in der Stadt Condom. Und das Condom, ah ich meine die Stadt Condom ist sehr schön, insbesondere die Kirchn´, aber auch der heutige Schlafsaal, der ursprünglich ein Weinkeller war. Claudia, Carsten, Nadège und ich kehren dort ein und treffen Julia an, eine 23 jährige Ex- Lehrerin, die bereits nach sechs Monaten das klassische Schulsystem satt hatte und sich stattdessen dem Reisen verschrieben hat.

    Notiz am Rande: Deutsche Touristen haben mich angesprochen, ob ich denn dieser ernstJETZT sei.

    31. August

    Condom

    Mein linker, linker Knöchel tut weh => BREAK

    1.September

    Condom

    Nogaro

    52 Kilometer. Der linke Fuß hält. Gut so!

    Ich gehe quasi zwei Etappen heute, obwohl ich mir gestern wegen starken Knöchelschmerzen große Sorgen gemacht habe. Gestern bin ich bereits nach 200 Metern in die Gite wieder zurückgekehrt - aus Vorsichtsmaßnahme versteht sich. Doch wie gesagt, der linke Fuß hat mich heute eines anderen belehrt. Halleluja!

    Einer der Hauptgründe warum ich soweit gelaufen bin, sind meine Pilgerfreunde: Claudia (CAN), Nadége (FRA), Julia (GER), Anna (SWE) und Georg - Ja, der alte Sack lässt sich einfach nicht abschütteln. Die Lieben haben mir einen Schlafplatz in einer Gite gecheckt. Merci!

    2. September

    Nogaro

    Air sur L´Adour

    Dieser Tag war sehr turbulent. Korrigiere: Sehr, sehr turbulent und actionreich. Warum und weshalb werde ich die nächsten Tage oder gar erst in meinem Buch erwähnen. Soviel sei verraten: Nadége hat die Polizei angerufen. Und am Abend hat Julia nochmals die Polizei angerufen. Ja, man könnte durchaus eine Staffel "CSI Jakobsweg" oder "Soko Jakobsweg" drehen.

    Am Abend bin ich in eine 15 € Pension eingekehrt. Nothing really special. 10 Betten. 10 Liebe Menschen. Kein Schnarcher.

    3. September

    Air sur L´Adour

    Arzacq Arraziguet

    Ich merke, dass mein Körper einen Pausentag benötigt. In den letzten Tagen hat sich jeweils eine andere Stelle bemerkbar gemacht. Einmal der linke Knöchel, einmal die rechte Wade, einmal der Rücken,… - Herr Ernst, hier spricht dein Körper, es wird Zeit auf mich zu hören!

    Am Abend kehren wir, Claudia (CAN), Nadége (FRA), Julia (GER), Anna (SWE) und Georg - ja, der alte Racker lässt sich wirklich nicht abschütteln - in eine riesen Herberge ein. Die Herbergen werden allgemein größer und größer, weil Tag für Tag mehr und mehr Pilger dazustoßen. Man darf gespannt sein wie sich die Lage in Saint- Jean- Pied- de- Port anfühlen wird, ...

    4. September

    Arzacq Arraziguet

    Maslacq

    Mein Highlight des Tages waren die drei Sandwiches, die ich mir in einem urigen Supermarkt als Vorspeise genehmigt habe. Dann hieß es: "Donativo again!"

    Zum Glück treffe ich einen sehr inspirierenden 58 jährigen Deutschen an, mit dem ich entschieden habe gemeinsam eine Kleinigkeit zu kochen. Mit 50 hat er entschieden, dass er sich seinen Traum erfüllt und in Entwicklungsländern mitarbeitet. Zwei Jahre arbeiten, sechs Monate arbeitslos sein, zwei Jahre arbeiten, sechs Monate arbeitslos sein, zwei Jahre arbeiten, sechs Monate arbeitslos sein,…. so läuft der Hase in seinem Leben seit 8 Jahren.

    5. September

    Arthez- de- Béarn

    Navarrenx

    // 16:50 Uhr // Es wurde mir gesagt, dass die "Gîte d'étape L'Alchimiste" einer der Fixpunkte am Jakobsweg sein soll, ob dem wirklich so ist, wird sich weisen...

    6. September

    Navarrenx

    Larribar- Sorhapuru

    Erfreuliche Nachrichten:

    Die liebe Alisa aus Deutschland, genauer gesagt aus Berlin, ist aufgekreuzt und wird mich ein paar Tage begleiten. Von Berlin nach Bilbao. Von Bilbao mit dem Bus in die Pampa. Übernachtet haben wir in einer nicht zwingend empfehlenswerten Unterkunft. Warum? Weil da war er wieder! Wer? Der Furzer!!! Der, der in der Nacht nicht schnarcht, aber ein Fürzchen mal ziehen lässt...

    7. September

    Larribar- Sorhapuru

    Saint- Jean- Pied- de- Port

    Es tut gut in Saint Jean Pied de Port anzukommen. Dieser Ort ist quasi der Ausgangspunkt der meisten Pilger. 400 verrückte Pilgerinnen und Pilger werden sich morgen aufmachen. 400!!! Wir, Alone, Julia, Henning, Julia, Claudia, Alisa und ich, haben etwas außerhalb des Zentrums eine 12,50€ Herberge gefunden. Nothing special - außer das ULTRASCHNELLE Internet.

    Obendrein habe ich mich gestern riesig über das Eintrudeln eines Pakets gefreut. Was drin war? Neue Schuhe (alte Schuhe siehe unten), Gaba- Tee, Medizin, eine Uhr UND Postkarten - von meinen Großeltern + Tante Christina + Mum. - Hat sich ein wenig wie Weihnachten angefühlt. #grateful

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