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Unterwegs in Niederösterreich

Diese "Abenteuer" sind in Zusammenarbeit mit NÖ Werbung!

· In Between

Jeder, der mich besser kennt, weiß, dass ich in einem kleinen, aber charmanten Dorf namens Weistrach, im Herzen des Mostviertels, aufgewachsen bin. Auch wenn ich mittlerweile in Wien mein Zelt aufgeschlagen habe, werde ich meine Wurzelheimat stets aufsuchen. Immerhin hat mir dort mein Opa das Imkern beigebracht, haben meine Eltern das erste Passivhaus Niederösterreichs gebaut und somit eine Oase der nachhaltigen Erholung für die Nachfahren geschaffen, und, und, und… und umso größer ist die Vorfreude und Ehre Platzl´n Niederösterreich´s kennenzulernen, die teilweise mir und wahrscheinlich auch euch bis dato nicht bekannt waren. Doch das wird sich die nächsten Monate ändern. Ich will ja nicht zu viel verraten, aber eins sei gesagt: Es wird für jeden was dabei sein - sowohl für die Bergfexe, die Kunstbegeisterten, die Genussspechte, die Gartler, …

"ABENTEUER NUMMER ZWÖLF"

"Lebensweg, Ysperklamm & Sonnenuhren"

Oh du mystisches Waldviertel, du bist so schön!

Mit 13 Jahren war ich das letzte Mal vor Ort. 15 Jahre später ist es wieder soweit - ich betrete einen Teilabschnitt des Rund- & Weitwanderweges der Ysperklamm namens „Lebensweg“. Wanderern und Wanderinnen wird auf dieser seit 1956 unter Naturdenkmalschutz seienden Tour, die die Form einer Achterschleife hat, die Möglichkeit geboten, die Stationen des Lebens in 2 Wochen zu durchwandern.

Edith Weiß kann ich als „Kräuterhexe“, Geschichtenerzählerin, Natur- & Landschaftsvermittlerin wärmstens weiterempfehlen.

So wie André Heller einst gesagt hat, wird auch auf der Website lebensweg.at geschrieben, dass das Leben bzw. der Lebensweg ein Entwurf sei. Die Summe vieler Lebensgeschichten, Herausforderungen, Erfahrungen und Erkenntnisse macht diesen Weg und der Region des südlichen, mystischen Waldviertels so besonderes.

Für mich war’s dieses Mal deswegen so besonders, weil ich die liebe „Kräuterhexe“, Geschichtenerzählerin, Natur- & Landschaftsvermittlerin Edith Weiß begleiten durfte und sie ihr fundiertes Wissen mit mir geteilt hat. Z.B. wusste ich nicht, dass die Wurzel des Tüpfelfarns „Engelsüß“ heißt und „zuckersüß“ ist oder dass unser Kaiser-Franzl beinahe als 12-jähriger in der Klamm ums Leben kam oder dass halb Wien bis 1929 mit 40.000 Raummeter Brennholz versorgt wurde, und, und, und…

Jede Sonnenuhr ein Unikat.

Was ich auch nicht wusste ist, dass von dort nicht weit entfernt ein Schlosser in Weiten in fünfter Generation die Tradition des Sonnenuhrbauens mit tatkräftiger Unterstützung seiner Frau Brigitte fortführt. Wenn Johann Jindra das Wort ergreift spricht er entweder über seine Sonnenuhren, die jeweils Unikate sind, schiebt eine Wuchtel nach der Anderen oder teilt seine Begeisterung für die ÖSV-Skifahrer - explizit dem mittlerweile ÖSV-Pensionisten Marcel Hirscher, dessen Original Ausstattung (Hauben, Skier, RedBull-Dosen, etc.) einen Extra-Platz in Johanns Haus bekommt. Marcel Hirsches Pressesprecher und Bekannter von Johannes macht das möglich.

Eigentlich wollte ich mich schon bei ihm für seine Zeit bedanken und verabschieden, da machte er mich drauf aufmerksam, dass es nicht nur einen Sonnenuhrengarten, sondern auch ein Sonnenuhrenhaus gibt. Dort kann man die ganzjährige Ausstellung „Sonne, Zeit & Ewigkeit" besichtigen. Also planen Sie für sich, falls Sie vorhaben, die Jindras zu besuchen, ein größeres Zeitfenster, denn sie werden einen geselligen und umtriebigen Schlosser antreffen, der ihren Wissensdurst stillen wird.

Der Sonnenuhrbauer im Original-ÖSV-Dress von Marcel Hirscher.

Meinen Durst und mein Magenknurren habe ich übrigens im Landgasthof Peilsteinblick mit einem knusprigen Sika-Hirsch-Laibchen, einem Krenn-Fleisch mit Gemüse und einem Rhabarber-Apfel-Strudel gestillt. Und selbstverständlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, wenn ich schon im Waldviertel bin, ein paar Mohnzelten, Gins, Säfte, usw. mitzunehmen.

Gmiatlich is in der Stubn vom Landgasthof Peilsteinblick.

Liebes mystisches Waldviertel, auf ein baldiges Wiedersehen!

Mehr Infos finden Sie unter:

Lebensweg

www.waldviertel.at/lebensweg​

"ABENTEUER NUMMER ELF"

"Baden bei Wien - dort wo die Stadt zur Galerie wird "

Bei einem Ausstellungsbesuch erwarte ich mir üblicherweise einen beschilderten Weg, der mich durch gekühlte und feuchtigkeits-temperierte Innenräume von Kunstwerk zu Kunstwerk führt. Anstatt Bilder in künstlichem oder indirektem Sonnenlicht zu bestaunen, wanderte ich heute unter freiem Himmel und Sonnenschein durch die Stadt Baden, die ihren Stadtraum während der Zeit des Foto-Festivals La Gacilly zum Ausstellungsraum erklärt hat.

Das Festival kommt übrigens ursprünglich aus Frankreich, aus dem Dorf „La Gacilly“ in der Bretagne, wo jeden Sommer 400.000 Menschen die Bilder bestaunen. Das Festival hat sich "selbst auf den Weg gemacht", findet in Niederösterreich eine neue, eine zweite Heimat und findet heuer bereits das zweite Mal bis zum 30.September statt.

Die "Bilderstadt" Baden in ihrer blühenden Pracht.

Ähnlich einer Schnitzeljagd schlenderte ich durch die schmalen Gassen, vorbei an mittelalterlichen Häusern und für die Stadt namensgebenden Bäder bis hin zu größeren Teichen in grünen Parks, stets auf der Suche nach Fotografien. Wer diese Fotografien neben mir bestaunen kann? - Jedermann und Jedefrau, da die Ausstellung im öffentlichen Raum aufgebaut ist.

Zu jenem Kunstwerk würde ich nicht "Nein" sagen.

Insgesamt präsentiert das Foto-Festival 38 Bilderzählungen in 2.000 Fotografien auf bis zu 280m2 großen Leinwänden mit unterschiedlichsten inhaltlichen Schwerpunkten. Diese reichen von ethnografischer, über Natur- und Tierfotografie hin zu Pressefotografie. Teilweise hat mich die Ausstellung an die jährlich in Wien gezeigte ‚World Press Photo’ Wanderausstellung erinnert. Außergewöhnlich sind die unterschiedlichen Formate und Hängungen.

Besonders beeindruckt haben mich die großformatigen Fotografien der Künstlerinnen Cooper & Gorfer. Hier dienten Fotografien als Ausgangspunkt für besonders bunte Portraits, die eher den Eindruck von Malerei oder einer Collage oder einer Verbindung der beiden künstlerischen Techniken vermitteln. Diese Bilder riefen bei mir unterschiedlichste Assoziationen hervor: Zuerst las ich einem der Bilder ein Zitat von Gustav Klimts ‚Adele’, dann erinnerte mich die Art der Inszenierung der Einzel- oder Doppelportraits an Abbildungen früherer HerrscherInnen, die sich ohne Weiteres in so manche Palasträumlichkeiten hervorragend einfügen würden.

Unter dem Motto „Hymne an die Erde” stellen international-renommierte Fotografinnen und Fotografen in Baden bei Wien ihre Werke in der Stadt verteilt aus.​

Diese Bilder haben mich so stark begeistert, dass ich mich bei der Wunsch–Vorstellung ertappt habe, selbst in Zukunft eine Kunstsammlung besitzen zu wollen. Den Auftakt könnte eines dieser Bilder machen. Allerdings gäbe ich mich vorerst auch als Besitzer von auch nur einer dieser Fotografien sehr zufrieden….

Frittierter Apfelstrudel mit Vanillesauce.

Angereist bin ich übrigens mit der Badener Bahn in Windeseile (max. 45 Minuten) vom Karlsplatz direkt an den Josephsplatz in Baden, also nur ein paar Meter vom Eingang des Arnulf Rainer Museums entfernt. Nachdem das Gerücht die Runden gemacht hat, dass der Klostergasthof Thallern feinste Speisen auf den Tisch zaubert, hab ich´s mir nicht nehmen lassen dorthin noch einen Abstecher zu machen… bevor´s ins wohlverdiente Wochenende geht.

"ABENTEUER NUMMER ZEHN"

"Welterbesteig Wachau - Marillenknödeln & Weitwandern"

Weißenkirchen. Heute verschlägt es mich nach einer eintägigen Weitwander- Verschnaufpause von der UNESCO-als WELTKULTURERBE ausgezeichnete Wachau, um - ja, sie können mich gerne als verrückt bezeichnen, obwohl ein alter Philosoph einmal gesagt hat: „Wer keinen Vogel hat, spinnt!“ - die Etappe 03 des Weitwanderweges „Welterbesteig Wachau“ von Weißenkirchen nach Spitz genauer unter die Lupe zu nehmen und um das zu tun, was mein Großvater schon seit Jahrzehnten in den Wachauer- Marillen-Monaten pflegte und immer noch pflegt, Familie und Freunde mit frischen Wachauer Marillen eindecken.

Ausgangspunkt "Weißenkirchen"

Doch zuerst wurde „GEHarbeitet“ und dann gab´s final Wachauer Marillen bzw. die besten Marillenknödel der (Wachauer) Welt. Wo’s die zu kaufen bzw. futtern gibt? - Geduld! Geduld! Alles der Reihe nach, liebe Leserinnen und Leser! Der Welterbesteig Wachau ist in Summe 180 Kilometer lang und wenn man´s gemütlich angehen möchte in 14 Etappen zu entdecken. Wegen der 180 Heurigenbetriebe, 20 Burgen, Schlössern, Ruinen und zwei Stiften am Weg (Stift Melk & Stift Göttweig) sticht er unter den österreichischen Weitwanderwegen hervor.

Mit dem Ohrwurm von Hans Lang „Mariandl -andl -andl aus dem Wachauer Landl -Landl!“ starte ich zeitig in der Früh, um der Mittagshitze zu entgehen. Diese 10 Kilometer lange Tagesetappe ist bekannt für die größte geschlossene Weinbaufläche in der Wachau, dem wunderschönen Blick auf die Donau und darüber hinaus. An dieser Stelle sei gesagt, dass sich’s besonders auszahlt beim Michaelerberg, beim Roten Tor kurz vor Spitz das Smartphone in der Hosentasche zu lassen, um den Moment zu genießen.

Traumblick Richtung Weißenkirchen & schöne blaue Donau.

Dass „Genuss“ in der Wachau generell groß geschrieben wird, trifft sich äußerst gut, und dass es nur wenige Meter vom Spitz- Zentrum richtig, richtig gute Marillenknödel gibt, weiß ich umso sehr zu schätzen. Dieses Faktum hat sich offensichtlich herumgesprochen. Denn beim Gasthof Prankl scheinen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegen des guten Essens mehr Kilometer als ich heute gehen zu müssen. Wen wunderts? Die Marillenknödel waren so gut, dass ich statt zwei geplanten Knödeln, noch einen dritten bestellt habe.

Aus zwei wurden drei.

Doch warum sind Wachauer Marillen überhaupt soviel besser als die klassischen Marillen aus dem Supermarkt? - Beim Marillenhof KAUSL wird mir vom Juniorchef Alfred und Seniorchef Leo, dass diese eine europaweit anerkannte Spezialität, die obendrein auch noch innerhalb der EU als eigene Marke geschützt ist, wegen des Klimas und der speziellen Bodenbeschaffenheit ein einzigartiges Aroma hat. An dieser Stelle sei Ihnen ans Herz gelegt, dass Sie, wenn Sie schon eine Originale Wachauer Marille kaufen wollen, direkt bei den Produzenten aus der Region vorbeikommen. Bei den Kausls wird’s allerdings nicht nur bei einem 3kg Wachauer Marillen-Kisterl bleiben, sowie ich das eigentlich auch geplant hatte. - Nein, Marillen-Chutney, Marillen-Mohn-Marmelade, Marillen-Weißmohn-Marmelade, klassische Marillen-Marmelade und ein Wachauer Marillenlikör…

Kann gut sein, dass ich bald wieder zu den Kausls fahr, um Nachschub zu holen. Die Marillen-Saison ist ja bald wieder vorüber…

Den Wachauer Marillennektar kann ich übrigens auch wärmstens empfehlen.

"ABENTEUER NUMMER NEUN"

"Schneeberg mit den Besten" - dem Sonnenaufgang flotten Schrittes entgegen

Als ich erfahren habe, dass ich um 3 Uhr in der Früh aufstehen muss, dachte ich mir zuerst: „Ah, ok! „Schön“!“

Meine Begeisterung als routinierter Frühaufsteher hielt sich da doch in Grenzen. Allerdings spätestens als ich nach einem ergiebigen 4 Gang Menü (1.Gang - Geräuchertes Entenbrüstchen mit Jägerpastete; 2.Gang - Grießnockerl- Suppe; 3.Gang - Lammkrone in Sauce Provencale mit Rahmwirsing und Zwieberlerdäpfel; 4.Gang - Apfelstrudel mit Eiscreme) im Schneeberghof-Hotel die leuchtend-ansteckenden Augen des Bergführers meines Vertrauens, Peter Groß, gesehen habe und er mir über den uns bevorstehenden Sonnenaufgang am nächsten Tag eine lange Zunge gemacht hat, war mir klar, dass ich die 4h Stunden weniger Schlaf gerne in Kauf nehme.

1.Gang - Geräuchertes Entenbrüstchen mit Jägerpastete

3 Minuten bevor der Wecker läutet - um 2:27 Uhr - wache ich auf, schau auf die Uhr, stelle fest, dass es sich nicht mehr auszahlt den Kopfpolster zu drücken, putz mir die Zähne, mach mir Ingwertee, leer den in meine Trinkflasche, zieh mir mein Wanderoutfit über und geh´ zügig vom ersten Stock die Treppen hinunter Richtung Rezeption. Im Kühlschrank bei der Rezeption erwartet mich ein prallgefülltes Jausendoserl mit ein paar Tomaten, vier Käse-Wurst-Semmerln, Pfirsichen, Bananen und Mannerschnitten. Nachdem ich ein Mensch bin, der praktisch denkt und sehr selten Hunger hat, stets einen Gusto mit sich trägt, aber nur ungern viel Gewicht am Buckl, gönn´ ich mir doch glatt, bevor mich Peter mit seinem silbernen Peugeot-Bus abholt, ein -Richtig! - Käse-"Wurscht"-Semmerl.

Pünktlich um 3 Uhr geht’s mit dem Auto zur Talstation der „Schneeberg-Sesselbahn“. Dort - ohne Lift versteht sich - zu Fuß im Windschatten Peters, der sich übrigens immer wieder mit andern Bergläufern bei Wettkämpfen misst, 1300 Höhenmeter bzw. 5 Kilometer kontinuierlich Bergauf. Schweigend folge ich Peter flotten Schrittes, mit einer Stirnlampe am Kopf durch Wälder, vorbei an Latschen & Wiesen, durch steiniges Geröll, auf Forstwegen und - bevor wir das Hochplateau erreichen - verlangt unser Weg auch Schwindelfreiheit bzw. starke Bi- & Trizeps (Anmerkung: Selbstverständlich hätte Peter auch leichtere Wege in Petto).

Ab dem Hochplateau ist das Ende - das Klosterwappen - nicht mehr weit.

Kurz nach 5 Uhr ist es dann soweit. Der Sonnenaufgang. Korrigiere: DER Sonnenaufgang.

Nachdem sich meine Augen an das Schwarz zwischen Himmel und Erde bzw. meine Lauscher an die Stille gewohnt haben, erweckt der gelb, orange, rote Feuerball die Natur und mich. Vögel zwitschern und Gämse laufen wenige Meter an uns vorbei. Wir beide genießen nach einem drei Stunden Marsch die tolle Fernsicht - ja, sogar den Neusiedlersee konnten wir sehen -, erfreuen uns des Lebens, dass die Wettergöttin mitgespielt hat und v.a. über die Tatsache, dass der innere Schweinehund dieses Mal keinen Ansatz einer Chance hatte dieses Erlebnis zu durchkreuzen.

Wer 1300 hm raufgeht, muss auch wieder 1300hm runtergehen.

PS.: Wer weder runter-, noch raufgehen oder rauf-, aber nicht runtergehen oder nicht rauf-, aber runtergehen möchte, dem bzw. der empfehle ich die Schneebergbahn zu nützen.

"ABENTEUER NUMMER ACHT"

Privatgartentage mit den Paks & Juniorchef Rudi Reif

Warum nach Marrakesch fliegen oder gar „pilgern“, um den Anima Garten André Hellers zu besuchen, wenn doch eh Gärten, wie der von der Familie Pak, quasi vor der Haustür aufzusuchen wären. Anlässlich der Privatgartentage besuche ich das 30 Minuten von Wien entfernte, 800m² Anwesen vom Paar Edeltraud und Edwin Pak.

Die Paks in ihrem Garten Eden

Ihr Privatgarten ist ein ökologisch Angelegter und ein buntes Fleckerl Land mit dem Schwimmteich als zentrales Element, der von vielen Molchen belebt, von einem Sterlet (Stör) gereinigt und unterschiedlichsten Pflanzen umrahmt wird. Eine Vielzahl an heimischen Stauden, Sträuchern, Bäum(chen) und einige Besonderheiten, wie zum Beispiel eine Staude mit Kakifrüchten. An dieser Stelle sei gesagt, dass die „Dinger“ hervorragend schmecken. Jene in China seit über 2000 Jahren genutzte Frucht gehört übrigens zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt.

Im Garten Eden der Paks gibt’s auch „Heidelbeeren“, die auf Sträuchern wachsen. Die Früchte der Felsenbirne sind nicht nur bei Fr. Pak, sondern auch bei ihren Garten-Mitbewohnern, den Amseln, heißbegehrte Zwischenmahlzeiten. Weshalb es, so wird gemunkelt, immer wieder zu Streitigkeiten der beiden Parteien kam, denn eigentlich wurde in der Regierungsvereinbarung ausgemacht, dass die untere Etage Fr. Pak und die Obere den Amseln gehöre… doch ob sich wahrlich die schwarze Gefieder- Partei daran halte, bezweifle ich sehr stark.

Die Früchte der Felsenbirne

Was darf in einem Garten keinesfalls fehlen? - Richtig! Rosen. Deswegen findet man Shakespeare, Leonardo da Vinci, Goethe, Pilgrim, Princess Margaret und viele mehr Rosenarten in der Weinberggasse 36 von Tulbingen vor. - Doch das altbekannte „I-Tüpfelchen“ sind immer noch Edeltraud und Edwin Pak, die einem fundiertes GärtnerInnen-Wissen vermitteln und deren Begeisterung sich wegen ihren funkelnden Augen nicht leugnen lassen, wenn sie über ihre Oase sprechen.

Ähnliches Funkeln habe ich bei meiner zweiten Station in Judenau erlebt. Unter starker Mithilfe der gesamten Familie Reif hat sich in dritter Generation ein Gasthaus etabliert, das sich mit ihren Gerichten aus dem eigenen „Kuchlgarten“ einen Namen gemacht hat. Von Marillen bis Beeren, von Salat bis Paprikasorten jeglicher Art und Kräutern wie selbstaufgezogener Rosmarin, die für die hauseigenen Produkte wie Ketchup und mit unterschiedlichen Zutaten sowie besonderen Eissorten verarbeitet werden.

Rudi Reif - der Juniorchef des Gasthauses

Der Juniorchef des Hauses erzählt von seinen Ideen und seinen Erfahrungen, die er die letzten Jahre auf Saison gemacht hat und führt mich in den Obstgarten. Als alter Hobbyimker fällt mir natürlich als erstes auf, dass fünf Bienenstöcke im Obstgarten der Reifs stehen. Nicht weit von der Einflugschneise entfernt, steht ein Kirschbaum, da ein Apfelbaum, dort ein Birnbaum und nicht zu vergessen ein 70-100 Jahr alter Marillenbaum, der von längeren „Krücken“ gestützt wird.

Mein erster Marillenkuchen im Jahr 2019

Nach der Führung kommt der Genuss - an diesem Hitzetag entscheide ich mich für eine leichte Kost. Als Vorspeise bestell ich mir ein kaltes Gurkensupperl, als Hauptspeise Blattsalat mit Spargel, gebratenem Ei und Ringelblumen garniert. Als Nachspeise einen saftigen Marillenkuchen.

Ja, das war schon wieder mein achter Streich und mein neunter folgt sogleich. Genau genommen in ein paar Wochen! In der Zwischenzeit wird gewandert und dann werden Marillen geerntet. Also fad wird’s ned.

PS.: An zwei Wochenenden (16.6. Tullner Donauraum, 22.6. Region Wagram) können Besucher exklusive Einblicke in Grünoasen genießen, fachsimplen und sich Inspirationen, Tipps zur Gestaltung, Pflege und Nutzung des eigenen Gartens mit nach Hause holen.

"ABENTEUER NUMMER SIEBEN"

Unterwegs im ÖtscherREICH

Nach langer, langer bzw. mir persönlich viel zu langer Zeit war ich wieder einmal in meiner Wurzelheimat. Dem Mostviertel. Nicht in Weistrach, sondern im größten Naturpark Niederösterreichs. Dem Naturpark Ötscher Tormäuer.

Zug fährt ab!

Die Anreise erfolgt mit dem ÖBB Railjet von Wien bis zur Landeshauptstadt des größten Bundeslandes und von dort mit der Mariazeller Bahn durch das verträumte Pielachtal bis zum Bahnhof Gösing. Eigentlich wollte mein heutiger Wanderguide, der neben dem Titel „stolzer Daddy zweier Kinder“ und „Leiter des Naturparks“ trägt, mit mir einen Abstecher ins Hotel Gösing machen, in dem schon unsere First Lady Doris Schmidauer mit ihrem Bundespräsidenten Alexander van der Bellen genächtigt hat, um einen Kaffe trinken zu gehen. Doch nachdem Florian Schublach, so heißt der Liebe übrigens, anscheinend mein Buch bzw. meine Blogs noch nie gelesen hat, konnte er nicht wissen, dass ich passionierter Grüntee- Trinker bzw. ein Wanderholiker bin. Doch eins muss man ihm lassen: Wander-Geschmack bzw. Flora & Fauna-Wissen hat er. Im Gänsemarsch gehen wir auf schmalen Pfaden, die durch tiefe Schluchten, vorbei an markanten Felsformationen und glasklaren Bächen führen.

Mein Wanderguide Florian.

Über Jahrtausende hinweg hat sich durch die Kräfte des Ötscherbaches am Fuße des Ötschers ein einzigartiges Schluchtensystem entwickelt: die Ötschergräben. An einem dieser Gräben mit wunderschönem Blick auf massive in die Höhe ragende Felswände, legen wir eine Pause ein. Florian hat nämlich eine zünftige Brettljausn in seinem Rucksack mitgenommen - Brot vom Bäcker aus der Region, Rinderwurst, Käse und einen selbstgeselchten Speck. Sie müssen wissen, dass er vor seiner Karriere als Leiter des Naturparks Ötscher Tormäuer als Koch in der Spitzengastronomie (z.B. beim Steirereck in Wien) tätig war und somit immer noch eine Schwäche für hochwertige Lebensmittel hat. Und so sitzen wir, teils schweigend, teils politisierend und genießen jeden Bissen in einer „Grand Canyon“ ähnlichen Atmosphäre.

Ein kleines Ötscher Pilschen, das eh zu 99,9 Prozent aus Ötscher-Wasser besteht, hatten wir auch dabei.

Nach einem kurzen Sprung ins kalte Nass (+ 10 Grad Celsius) geht’s weiter vorbei an einem Stausee Richtung Kraftwerk Wienerbruck. Dort erzählt uns Andreas Digruber, der schon seit 30 Jahren für die Wartung des Speicherkraftwerkes verantwortlich ist, begeistert wie denn das „Werkl“ so in etwa funktioniert und dass z.B. jenes von 1907- 1912 vom Niederösterreichischen Landes- Elektrizitätswerk errichtet worden ist oder dass nach einer Modernisierung im Jahre 1976 die Engpassleistung nun heute 7,8 MW beträgt.

(c) weinfranz.at - Von der Ötscher Basis geht´s mit der Mariazellerbahn wieder retour nach Wien.

Um nicht allzu spät heute Abend nach Wien zurückzukehren, bedanken sich Florian und ich bei Andreas und gehen flotten Schrittes bis zur nicht weit entfernten Ötscher Basis, um einerseits meine Rückfahrt mit der Mariazellerbahn um 17:26 anzutreten und andererseits um dem immer stärker werdenden Regen zu entfliehen.

Einige neue Gehirnverbindungen mehr - z.B. wusste ich nicht, dass die Akeleien eine Pflanzengattung in der Familie der Hahnenfußgewächse bilden und v.a. voller Energie - trete ich die Heimreise in der Bestätigung an, dass wir Mostviertler reich sind. Reich an Naturschätzen.

"ABENTEUER NUMMER SECHS"

Auf Marchfelder Genusstour

Wie bei meinem letzten „Niederösterreich Abenteuer“ groß angekündigt bzw. versprochen, durfte ich dieses Mal am Rande von Wien, genauer gesagt im Marchfeld, Spargel stechen. Ja, anlässlich der Marchfelder Genusstour musste ich ihn zum Glück nicht schälen, stattdessen war die Freude meines Gaumens umso größer, dass ich u.a. Wiener Spargelsuppe vom Juniorchef höchst persönlich genussvoll schlemmen durfte… aber alles der Reihe nach!

Nach einer gemütlichen 30 Minuten Autofahrt vom 5.Wiener Gemeindebezirk bin ich in Raasdorf angekommen, um den 260 Jahre alten Familienbetrieb „Edlinger- Theuringer“ kennenzulernen. Seit den 1960er Jahren kultivieren sie auf konventionellem Ackerbau Erdbeeren bzw. Gemüse und seit dem Jahr 2000 mein Lieblingsgemüse - Richtig! - Spargel. Und seit die Begeisterung im Jahr 2006 zum Pilzzüchten den Hausherr, Hannes Edlinger- Theuringer, nicht mehr losgelassen hat, wurde und wird dort immer noch auf Europaweiter Ebene unter mittlerweile südkoreanischer Mithilfe Pionierarbeit geleistet.

Der Chef des Hauses - Hannes Edlinger-Theuringer

Bei einer sehr informativen Betriebsführung erzählt der Hausherr und Ex-Mostviertler in ausführlicher und mitreißender Manier über die Geschichte und Philosophie des Unternehmens, die notwendige Akribie, die eine Pilzzucht in sich birgt, die tollen Mitarbeiter, wie z.B. Anton, die seit 27 Jahren mitwirken, und, und, und. Man bekommt einen guten Einblick in die alltäglichen Herausforderungen und gleichermaßen wird man wieder erinnert, wieviel Arbeit darin steckt, dass der Spargel vom Feld möglichst schnell, frisch, mit der richtigen Länge, Dicke und v.a. ohne Makel auf den Tellern der Konsumenten landet. Demut und Dankbarkeit für die regionalen Produkte vor der „Haustüre“ kommen einem dabei hoch.

Spargel & Erdbeeren sind aus dem Hause Edlinger-Theuringer bzw. die zwei Laibe Brot sind von der Bäckerei MüllerGartner.

Nach der Betriebsführung geht’s direkt weiter auf´s Spargelfeld, um mit Anton und Co. ein Gefühl für die Kunst des Spargel-Stechens - die ich immer schon einmal ausprobieren wollte - zu bekommen. Das geschulte Auge von Anton erkennt am ersten Blick, ob das Frühlingsgemüse die richtige Länge erreicht hat. Im Fall der Fälle „zwickt“ man mit linkem Daumen und Zeigefinger die Spargelspitze ein und schiebt mit seinem rechten Daumen und Zeigefinger bzw. unter Mithilfe des „Spargelstechers“ die Erde vorsichtig auf die Seite und schneidet so bei ca. 28 Zentimeter Tiefe den Spargel ab. Für die Mitarbeiter des Family- Unternehmens ein Kinderspiel bzw. eine Arbeit von 8 Sekunden.

Spargel ernten in 8 Sekunden

Wie heißt es so schön? - Nach der „Arbeit“ kommt das Vergnügen! Und soviel sei verraten: Bei allen „Marchfelder Genusstouren“ wird mit Delikatessen vom Feld, der Backstube oder dem Bräuhaus nicht gespart. Aber erforschen Sie doch am besten selbst das reichhaltige Angebot ausgewählter Marchfelder Betriebe im Weinviertel! - Es zahlt sich allemal aus.

Mehr Infos finden Sie unter:

www.weinviertel.at/genussvolles-jahr

"ABENTEUER NUMMER FÜNF"

Dem Wolf & den Leiser Bergen auf der Spur

Diese "Golfball-ähnliche-Statue" ist eine Radarstation der Austro Control, die dafür sorgt, dass am Himmel nicht die Hölle los ist.

Im Herzen des Weinviertels liegt Ernstbrunn und in Ernstbrunn wiederum entstand vor 10 Jahren die Geschichte des Wolf Science Centers, als die drei WissenschaftlerInnen Frederike Range, Kurt Kortrschal und Zsófia Virányi die ersten Wölfe von Hand aufzogen und somit den Grundstein dieses Forschungszentrums legten. Dort bzw. im Wildpark Ernstbrunn wird die Jahrtausende alte Beziehung zwischen Hund, Mensch & Wolf erforscht. Anlässlich des Jubiläums wurde ich zu einer informativen Pressekonferenz und einer spannenden Rundführung eingeladen.

Hier hat anscheinend jemand Hunger?!

Der Besuch im Wolf Science Center erinnert mich an alte Tage, wie ich in einem Mostviertler Wald mit meinem Vater auf der Suche nach Pilzen war. Genauer gesagt im Muki- Wald. Wo dieser Muki- Wald geografisch gelegen ist und wie dieser tatsächlich heißt, darf ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, nicht verraten, das würde, laut § 4 /Absatz 10 gegen den familieninternen Schwammerl-Such-Ehren- Kodex verstoßen. - Wie auch immer. - Wo bin ich nochmals stehen geblieben?! - Ach, ja richtig! Ich war im Muki- Wald mit meinem Vater unterwegs. Voller Freude huschen wir durch den dichten Nadelwald, schneiden da einen Guglamug (aka Parasolpilz) und dort einen Steinpilz ab. Kurz zusammengefasst: Ein Tagerl wie man sich’s als Schwammerlsucher wünscht.
Doch die Freude nahm je ein Ende als mein Vater aus dem Nichts zu sprinten und dann zu schreien begann: „Ein Wolf! Ein Wolf! Lauf Ernst! Lauf!“ Mit meinen 9 Jahren vertraute ich - naiv wie ich war - meinem Vater blind und lief ihm voller Verzweiflung nach. Doch es dauerte nur wenige Meter und so verriet sich mein Vater/dieser Schurke vor lachen! - Lieber Daddy, ein wirklich äußerst gelungener Streich! Chapeau nochmals an dieser Stelle!

Sie wollen Wolf- oder Hundepate werden?! - Kein Problem! Mehr Infos finden Sie unter: www.wolfscience.at

Mein Fazit, was dieses Geschehen angeht: Wenn ich einerseits damals schon gewusst hätte (dank der Pressekonferenz weiß ich es nun), dass es in Mitteleuropa KEINEN EINZIGEN dokumentierten Fall gab bzw. immer noch nicht gibt, in dem ein Mensch von einem gesunden, wild-lebenden Wolf angegriffen wurde (Wo es in Europa Angriffe gab, wurden diese jedoch vom Menschen verursacht oder sind der Tollwut zuzuschreiben) und v.a. meinen Vater etwas kritischer wahrgenommen hätte, hätte ich da seelenruhig fortgesetzt, wo ich kurzzeitig unterbrochen wurde… beim Pilze suchen.
Sei, wie es sei. Bei der Pressekonferenz bzw. im Wolf Science Center berichtete Zsófia Virányi stolz über die bisherigen international anerkannten Highlights, ARD, ZDF oder BBC- Dokumentarfilme, international anerkannte Studien, wohin die Reise gehen soll, aber auch „Lowlights“ (letzten Sonntag ist zum ersten Mal ein Wolf im Forschungszentrum gestorben).

Keine Angst! - Nach einem kurzen Aufstieg gibt's die Möglichkeit zu relaxen.

Nach einer kurzen Rundführung im Gehege (25.000m2 groß), ging’s für mich aber auch schon wieder weiter. Was ich nämlich eingangs vergessen habe zu erwähnen: Ich bin heute extra zeitig in der Früh mit dem Car2Go (1h Autofahrt) nicht nur den Wölfen, den Wildschweinen, Mufflons, Hirschen, Steinböcken, Ziegen, usw. des Wildparks wegen, sondern insbesondere wegen dem berühmt berüchtigten Naturpark Leiser Berge (4.000 ha), wo zurzeit die Rapsfelder gelb leuchten, aufgebrochen. Ein Freund und absoluter Astronomie Fan und ein paar Pilgerfreunde, die ich beim Weinviertel Symposium vor ein paar Wochen getroffen habe, haben mir berichtet wie schön die Gegend - es führt ein Teil des Jakobsweges vorbei- sein soll. Von der 23 m hohen Aussichtswarte auf dem Oberleiser Berg, die einem römischen Wachturm ähnelt, bis hin zur Skulpturenwiese am Buschberg und der niedrigstgelegenen Alpenvereinshütte Österreichs - Buschberghütte (480m) - habe ich den Tag voll ausgekostet.

Apropos Auskosten. Köstlich geht’s bald weiter! Genauer gesagt am 25.Mai wird ein Gemüse aus der Erde gestochen! Zweimal dürfen Sie raten!
Richtig! Der Spargel - mein absolutes Lieblingsgemüse im Frühjahr.
Bis dahin wünsch´ ich Ihnen eine feine Zeit,
Ernst

"ABENTEUER NUMMER VIER"

Gelbes Gold sammeln & tief Durchatmen im Biosphärenpark Wienerwald

Spätestens, wenn meine Nase verstopft ist und ein unaufhaltbares „H-A-T-S-C-H-I“ aus mir tönt, weiß ich, dass der Frühling da ist. Nichtsdestotrotz kann und will ich mir als Wanderer & Naturfreund die Zeit des Aufblühens keineswegs entgehen lassen. Man stelle sich nur ein Leben ohne Krokus oder ohne Schneeglöckerl vor! Und schon gar nicht kann ich mir als „alt- Eingesessener“ Wiener das „Erwachen“ des grünleuchtenden Wienerwaldes entgehen lassen. Die grüne Lunge Wiens oder eben besser bekannt als der Biosphärenpark Wienerwald ist mit 100.000 ha, 51 Gemeinden & 7 Wiener Gemeindebezirken der einzige Biosphärenpark vor den Toren einer Millionenstadt und wurde 2005 mit dem UNESCO-Prädikat ausgezeichnet.

Inspektor & Imkermeister Ernst Bernt.

Eine der Gemeinden ist Eichgraben. Dort bzw. genauer gesagt in der Buchenstraße wird fleißig gelbes Gold gesammelt. Bio- Imker Ernst Bernt und seine Bienen sind dafür verantwortlich. Nachdem 63 % der Gesamtfläche oder etwas mehr als 65.000 ha Wälder das prägende Landschaftselement sind, kann man vielleicht nicht mit dem üppigsten, aber gewiss mit einem qualitativ sehr hochwertigen Honig- Ertrag rechnen. Das wissen nicht nur die Einkäufer der Bäckerei im Ort zu schätzen - dort erhält man Ernsts „Bee-o-logischen“ Honig -, sondern auch seine Arbeitskollegen. „Zurzeit habe ich 21 Bienenstöcke“, erzählt Hr. Bernt Ernst voller Stolz und ergänzt: „Hoffentlich hab ich bald mehr, denn bereits im August des Vorjahres war mein Honig ausverkauft. “

Wussten Sie über diese Wunder der Natur bescheid,

...dass die Bestäubung der Frühjahrsblüher (Obst) zu 95 % der Bien zu verdanken ist?

...dass ein Bienenvolk im Sommer etwa 60.000 Arbeitsbienen hat?

...dass eine Biene in ihrem Leben 8000 km zurücklegt?

...dass um 1 kg Honig zu sammeln bis zu 10 Millionen Blüten besucht werden?

...dass die Königin im Jahr etwa 200.000 Eier legt?

Ganz, ganz schnell und vorsichtig machen wir einen Blick in die Zargen, um die fleißigen Arbeiterinnen, faulen Drohnen - wie Männer eben so sind - nicht zu sehr zu stören. Achtsam entfernt Hr. Bernt den Deckel. Der Duft vom Bienenwachse, Propolis und Honig erinnern mich an alte Tage wie ich mit Opa seine Bienenhütte betreten habe und er mir begeistert erzählt, dass mein Ur-Großvater 4 verschiedene Eschen- Arten am Waldrand gesetzt hat, sodass zu jedem Monat genug Nektar für die Bien garantiert ist. Hr. Bernt erzählt über die brutale Drohnenschlacht, seine Propolis- Produktion, das Kreuz mit der Varroa und, und, und…

Etwas wehmütig stelle ich fest, dass es allerhöchste Zeit ist aufzubrechen, will ich mich doch nicht nicht zum Rundgang mit der Projektleiterin des Biosphärenparks - Johanna Scheiblhofer - verspäten. Johanna ist Ökologin, Ex- Mühlviertlerin und mittlerweile für die grünen Lungenflügel Wiens verantwortlich. Eine ehrenwerte - Stichwort: „UNESCO Prädikat Biosspährenpark“ - und große Aufgabe - Stichwort: 815.000 Menschen leben in diesem Gebiet.

„Die Wiesen machen 12 Prozent des Gebietes aus und sind Heimat vieler, teils seltener Tier- und Pflanzenarten“, beginnt Johanna mir zu erzählen. Woraufhin ich mir denk: „Jede Wiese hätte gewiss erschütternde Anekdoten aus der Kriegszeit, aber auch Liebesgeschichten zu erzählen.“ Jedes Zwitschern der Vögel, jeder Baum in den grünleuchtenden Wäldern und jede Wiese weiß mit einem Artenreichtum aufzutrumpfen, die einem zur Ruhe und zum Staunen kommen lässt. Insbesondere Mitte Mai bzw. Ende Mai darf man mit einem Orchideen- Meer in Pressbaum (Dort findet am 15.Juni der Tag der Artenvielfalt statt) oder in Gießhübl, in Elsbach, in Manzing oder Dornbach rechnen.

Die Aussicht des Knabenkraut auf den Wienerwald.

Was wäre Wien ohne seine grüne Lunge? - Gewiss wäre sie nicht zum 10. Mal zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt worden. Soviel sei garantiert.

So! Allerhöchste Zeit mein Näschen zu putzen, meine Klamotten in die Waschmaschine zu schmeißen und die Pollen aus meinen Haaren zu waschen!

Auf ein… H-A-T-S-C-H-I …Pardon… Wiederlesen!
Ernst

"ABENTEUER NUMMER DREI"

Langlaufen mit Haubenkoch Michael Kolm im Bezirk Zwettl

Genauer gesagt hat es mich dieses Mal nach Arbesbach verschlagen. Arbesbach mag mit 1638 Einwohnern und knapp 50 % bewaldeter Fläche vielleicht ein kleines Dörfchen sein, doch was es zu bieten hat, ist wahrlich bemerkenswert. Vom Besuch des „Bärenwaldes“ bis hin zu einem Kochkurs mit Spitzenkoch Michael Kolm, von der Möglichkeit sich auf der Langlaufloipe vom Alltagsstress eine Auszeit zu nehmen bis hin zu einem Theaterbesuch, von einer exklusiven Übernachtung in einer der Lodges zum „Roon“ (ruhen+room= Kreation vom Küchenchef selbst) und, und, und… aber alles der Reihe nach!

Um 8:30 bin ich in Wien aufgebrochen und nach 1h 30min Autofahrt in Arbesbach beim „Bärenhof“ angekommen. Dort werde ich von Michael freudestrahlend empfangen: „Ziag da a Sportgwand an, mei Freind! Wir zwa Hübschen hom heit ein dichtes Program vor uns!“ Zügig trage ich meinen Koffer samt Rucksack in die Lodge des „Bärenhofs“, wo ich heute eine Nacht verbringen darf, zieh mir meine Sportbekleidung an, und los geht´s!

Bevor wir auf ca. 900 - 1.000m Seehöhe losstarten, „schnapsen“ wir beide uns aus, welche wir von den 3 bis 15 km Loipen angehen - ergo, ob wir wirklich „Langlaufen“ oder doch nur „Kurzlaufen“ sollen. Final haben uns dann für Langlaufen entschieden. - Dank des Kaiserwetters - sogar der Ötscher war zu sehen -, den spannenden Persönlichkeiten & Anekdoten aus der Gegend - die FM4 Protest Song- Gewinner 2015 sind tatsächlich aus der Nähe von Arbesbach - und einiger Zufälle - Michael ist ein Fan vom Birnensekt meiner Family - verfliegt die Zeit im Nu. Hier lässt’s sich in der frisch gespurten Loipe mit Michael richtig gut Langlaufen, die abwechslungsreiche Landschaft und die herrliche Waldluft tragen ihriges dazu bei.

Nach einer knackigen Langlauf - Session geht’s ab zum „Bärenwald“, um „Bär Vinzenz“ und seine sechs Bären-Freundinnen & Freunde, die sich zurzeit in Winterruhe befinden, zu besuchen. - Ja, Sie haben richtig gelesen, in der Ortschaft Arbesbach mag wohl sprichwörtlich der Bär steppen. Im „Bärenwald“ hat dies allerdings - dank dem Bärenhof & den 4 Pfoten - für Erich, Miri, Emma, Burma, Jerry, Tom & Vinzenz endlich ein Ende gefunden. Die 7 Bären aus Zirkus, Zoo und Privathaltung bekommen dort nämlich einen möglichst naturnahen Unterschlupf.

Und zu guter Letzt hatte ich die Ehre mit Michael und sieben weiteren Kochkurs- Besucherinnen/Besuchern die Kochlöffel zu schwingen, um folgendes Menü auf den Tisch zu zaubern:

Menü

Tartare vom geräucherten Waldviertler Karpfen

mit Apfel und Roter Rübe

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Eräpfelcremesuppe mit gebackenem Blunznknöderl

***

2erleri vom Mühlviertler Almox Steak und Ochsenschleppravioli

mit Selleriecreme und Schupfnudeln

***

Waldviertler Mohnnudeln mit Moosbeeren

Für den passionierten Koch, gradn Michl bzw. für das Fernsehen gemachten Mann, hat die Region, wie auf seiner Homepage nachzulesen ist, immer Vorrang. Was nicht bedeutet, dass die Ferne tabu wäre. Der Geschmack des Waldviertels und die Leidenschaft zum Kochen sieht, riecht und schmeckt man in seinen Speisen mit all seinen Sinnen… und dank diesem Kochkurs bekommt man eine Ahnung, wie dies funktionieren könnte. Die eine Haube bzw. die zwei „A la cart“- Sterne sprechen für sich!

Nach der Langlaufsession und dem vorzüglichen Essen tat ich’s den Bären gleich - ich nahm ein Schläfchen. Mit dem gravierenden Unterschied, dass ich mich in eine der drei exklusiven Lodges begeben durfte. Quasi einen Kochlöffel vom „Bärenhof“ entfernt hab ich das Glück mit Ausblick ins Waldviertler Umland zu nächtigen - WLAN inklusive! Zum Glück! Denn ansonsten könnte ich Ihnen, liebe Leserinnen und Lesern, diese „Frohbotschaft“ nicht vermitteln, wie „bärig“ es hier in Arbesbach ist!

Auf ins Waldviertel! Auf nach Arbesbach!

"ABENTEUER NUMMER ZWEI - Schneeschuhwandern mit Bella & Bernd auf der RAX"

Wie ich die ersten Schritte auf der Rax gehe, muss ich an den Tag zurückdenken, wie ich mit einem Freund eine unserer ersten gemeinsamen Skitour gegangen bin. Statt sich auf die Stille der Natur einzulassen, ist er mit seinem iPhone verkabelt und lauscht Musik. Über 15 Minuten stapfe ich hinter ihm nach und überlege, wie ich ihm am besten (mit „am Besten“ impliziere ich für mich „geistreich“ gepaart mit einer großen Portion Humor) die in Ohrenschmalz gebetteten „Ohrwaschlstöpsel“ entwenden kann oder noch besser: Er sich FREIWILLIG auf diesen Luxus „Stille“ einlässt. Nachdem Plan A - ihm mit meinen Skistöcken das Kabel aus seinen Ohren (lat. auris) zu reißen, mir als nicht charmant, kreativ und v.a. humorvoll genug erscheint und ein Anruf per Telefon am schlechten Empfang scheitert, kommt mir just DIE Idee:

Panisch rufe ich: „Christoph! Christoph! Heast as ned?“ Unsere Augen treffen sich. Christoph reißt sich seine Kopfhörer grob aus seinem linken, dann aus seinem rechten Ohr. Kurz schweigt er, dann antwortet er dezent hysterisch: „Was? Was soi i hearn?“ „Na horch hoit amoi genauer hin!“ Nach 10 Sekunden zuckt er ahnungslos mit seinen Achseln und setzt einen leicht verstörten Blick auf: „Na, was jetzt? Was soll i hearn?“ „Die Stille der Natur“, sage ich und versuche mit einem Schmunzeln an ihm vorbeizugehen, woraufhin er mich umstößt und ich aber sanft in der 40 cm Pulverschneedecke aus der letzten Nacht lande. Erheitert gehen wir weiter Richtung Gipfelkreuz - ohne „Ohrwaschlverkabelung“ versteht sich!

Die Frage, ob „Ohrwaschlverkabelung“ ja oder nein, stellt sich für mich heute überhaupt nicht, da ich mit meinem persönlichen Schneeschuhwander-Guide Bernd & seiner Hündin Bella in einer Grönland ähnlichen Landschaft, namens Rax (2.007m), unterwegs bin. Genau das Richtige für mich, nachdem sich der eine oder andere Fettpolster von dem einen oder andern Weihnachtskeks rund um meine Hüften gemütlich gemacht hat. Bernd Scharfegger ist übrigens DER Mann, der die Gegend rund um die Königin der Wiener Alpen so gut wie kein anderer kennt. Wie ein Dirigent schwingt er mit seinem Zeigefinger in der Luft herum und zeigt von einem Gipfel auf den nächsten: „Das ist da Schneeberg und durt hintn würdest sogar den Neusiedlersee sehen, wenn denn schönes Wetter wär. Und durt obn is unsre Hittn.“ Die Ottohaus Schutzhütte, wenn man´s genau nimmt. Dort angekommen stoßen wir auf Sami, der eifrig am Freischaufeln seiner Terrasse ist. „Damit die Gäste morgen Kaiserschmarrn, Käsespätzle, Kaspressknödel und v.a.m. - inklusive Blick ins Tal - genießen können, deshalb tu ich mir die Arbeit an.“

Für Bernd, Bella und mich ist heute bei der Ottohaus Aussichtswarte Schluss, da der Wind uns einen Strich durch die Rechnung macht. „Was soll’s,“ sag ich zu Bernd „dann gibt’s wenigstens den Kaiserschmarrn um einen Tick früher!“ Und so ist es dann auch geschehen. Schweinsbratl mit Sauerkraut und Hirschragout mit Knödl und zum krönenden Abschluss Kaiserschmarrn für Bernd, Bella und mich. Nach der „Schonkost“ für uns drei, geht´s mit der Rax-Seilbahn ab ins Tal und dann mit „Taxifahrer“ Bernd bzw. „Beifahrerin Bella“ zum Riegelhof.

Beim "hin & weg- Betrieb" Riegelhof treffen wir einen freudestrahlenden Andreas Herzog an. Nein, nicht den Fußballer! Eine andere gute Seele. Sie wussten das bestimmt, dass der Riegelhof der Sommersitz der Familie Doderer war?! Ich nämlich nicht. Heimito von Doderer hat hier wesentliche Teile der Strudlhofstiege geschrieben. Über 100 Jahre war das Haus für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Doch seit geraumer Zeit ist es in den Sommermonaten möglich, diesen „Ort der Muße“, der immer noch wie zu seinen Zeiten aussieht, nicht nur zu entdecken, sondern darin auch zu einem wirklich fairen Preis zu nächtigen. Mehr Infos finden Sie unter: www.riegelhof.com

So! Das war’s auch schon wieder von mir! Ich bedanke mich herzlich bei Bernd, Bella & Andreas, dass ich eine weitere wunderschöne Facette Niederösterreichs kennenlernen durfte… und was für eine! - Heimat bist du schöner Platzerl!

PS.: Ich bin ein irrsinniger Fan von Carsharing und Zugfahren gleichermaßen. Dieses Mal hab ich mich allerdings für den Zug als Verkehrsmittel entschieden, weil A) ist´s billiger, B) will ich meinen Co2 Fußabdruck nicht schon in den ersten Wochen des neuen Jahres vergrößern & C) die Anreise von Wien zur Rax-Seilbahn ist super chillig.

Kosten Hin&Retour: 21,60€ (inklusive Vorteilscard) vs. 99€ + 43,5€ (24 h Package + 200 km inklusive)

+ 60km Co2 eingespart

"ABENTEUER NUMMER EINS - Morgenskifahren im Skigebiet Göstling-Hochkar"

Als „oida“ Mostviertler und mittlerweile NEO-Wiener ist es mir natürlich eine besondere Freude, dass ich das Erste der 12 Abenteuer der nächsten Monate in meinem heiligen Land - dem Mostviertel - erleben darf. Genauer gesagt am Hochkar in Göstling. An dem Ort, an dem ich unzählige Male Skifahren war und Skitouren mit meinen Cousins gegangen bin.

Doch dieses Mal ist’s ein bisserl anders. Dieses Mal geht’s zeitiger los - um Punkt 7 Uhr genau genommen. Zuerst mit Tee beim Joschi Sporthaus, dann mit dem feinen Tee in der Blase schaukelt man mit dem Sessellift dem Sonnenaufgang entgegen, ringsum der noch unberührte Schnee auf den Bäumen und Latschen ruhend.

Guga Hö“ (mostviertlerisch: „hellwach“) heißt das Angebot, das für Morgensportler/Morgenmenschen, wie mich, maßgeschneidert ist. Bei der Bergstation auf 1760m angekommen wärmen sich ein paar Freunde des Berg- & Morgensports bzw. ich mit dem Ex-ÖSV-Skirennläufer Andreas Buder auf. Während wir die Durchblutung durch Armkreisen, Yoga-Übungen und "Neymar"- Spielchen (zur Erklärung: Neymar ist ein berühmter Spitzenfußballer, der bekannt ist für seine Schwalben) fördern, spielen sich im Hintergrund wunderschöne Morgenrot-Lichtspielchen ab.

Doch dann geht's los. Begeistert schmeiß ich mich in meine Skier und "tauch" mit meinen Armen kräftig an. Spätestens beim dritten Schwung konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und musste vor Begeisterung einen kleinen Juchaza loslassen, weil´s nun tatsächlich ein maßgeschneidertes Paket für mich gibt. - Ja, wirklich! Schon als Kind war ich immer derjenige im Familien-Klan, der um spätestens 6 Uhr an der Bettkante der Eltern stand und so lange nervig war bis sich die Häupter der Eltern aus dem Bett begaben, damit da Rotzbua ja der Erste sein konnte, um auf den frischpräparierten Pisten seine Carving-Schwünge zu ziehen. - Eins sei allerdings zu meiner Verteidigung gesagt: Spätestens zu jenem Zeitpunkt waren auch meine Eltern aka Morgenmuffel „guga hö“ und happy.

Um ca. 9 Uhr - ich muss gestehen, dass ich erst um 9:50 Uhr angetanzt bin - gab´s ein großzügiges Buffet mit feinen Mostviertler Schmankerln beim Joschi Berghaus... und nicht zu vergessen: einen delikaten Topfen- Kaiserschmarrn mit Marillenmarmelade.

Nochmals kurz für euch zusammengefasst: Das „Guga hö“-Paket inkludiert einen Begrüßungssnack, Tee, Skifahren mit Skiguide auf den frischpräparierten Pisten, danach einen Hüttenbrunch mit regionalen Mostviertler Schmankerl (u.a. - ich wiederhole - einen feinen Topfen-Kaiserschmarrn) plus einen Tagesskipass. Das Paket kostet pro Person 99 Euro und bietet sich für ein Last-Minute-Weihnachtsgeschenk an.

Mehr Infos finden Sie unter:

https://www.mostviertel.at/guga-hoe

Diese Beiträge sind in Zusammenarbeit mit Niederösterreich Werbung.

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