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Vom Heldentor zum Sonnentor

Folgender Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Sonnentor.

· In Between

Nach „Zu Fuß von Wien nach Marrakesch“ bzw. „Zu Fuß vom Gletscher Richtung Meer“ steht ein weiteres Herzensprojekt vor der Tür bzw. besser gesagt vor dem Tor: „Vom Heldentor zum Sonnentor.“ Im urigen Waldviertel befindet sich zwischen Mohnfeldern und Nadelwäldern, in denen Wildschweine mit Eichkätzchen um die Wette laufen, ein Unternehmen, das den Namen „Sonnentor“ trägt.

Hierher pilgern sage und schreibe 50.000 Menschen pro Jahr - allerdings mit dem Vehicle wohlgemerkt. Doch! Das hat nun ein Ende! Denn am 13.Oktober werde ich nach einem Croissant im Darm und einem Ingwer- Zitronen- Tee in der Blase (mein Favorit!) gestärkt beim „Heldinnentor“ - oder war´s doch das Heldentor 🤔 - aufbrechen. Ab jenem Zeitpunkt werde ich Tag für Tag in meinen Kanälen Themen aufgreifen, die der Firma Sonnentor und mir an unseren 30 dag* liegen.

Von Wien bis nach Gablitz, von Gablitz bis nach Traismauer, bis Krems an der Donau, Gföhl und Sprögnitz werden wir unser gepflegtes Unwesen treiben. „Und dann“, werden Sie sich wahrscheinlich denken „wird sich´s da Ernstl vom Donnerstag den 18. Oktober bis Samstag den 20.Oktober richtig, richtig gutgehen lassen!“ DENKSTE! Dem ist nicht so! Ganz im Gegenteil! Ich werde fleißig mit anpacken, Teebeutel mit Kräuter füllen, Verpackungen mit Etiketten bekleben, neuen Sonnentor- Tee verkosten oder mich mit dem Mann mit der roten Brille, Johannes Gutmann, unterhalten und der Tatsache auf den Grund gehen, warum im Waldviertel alle so gut zusammenwachsen und zusammen wachsen.

Ja, so in etwa lautet der grobe Fahrplan oder besser gesagt „Gehplan“. Jetzt heißt es vorläufig mal: „Eine Nacht noch schlafen, abwarten und Tee trinken!“ - Für Sie und für mich.

Namas- Tee bis dahin,

Ernst

*das menschliche Herz wiegt im Schnitt 30 dag

DIE ROUTE

TAG 1 🍂 13.Oktober Wien -> Gablitz

„Sapalot nochmal, das darf doch nicht wahr sein!“ Genau das dachte ich mir heute Morgen! Um 5:45 Uhr hätte der Wecker eigentlich läuten sollen. Hätte! Hat der Kerl aber leider nicht! „Gut“, denk ich mir, „dann gibt’s heute eben einen Greentea- To- Go.“

Mein lieber Freund Manuel hat sich bereitgestellt ein paar Kilometer des Weges mit mir zu gehen und Fotos für mich anlässlich der "Waldviertler - Pilgerreise" zu schießen. Abseits der „Knipserei“ werde ich ein bisserl sentimental, weil ich mich gut an den Tag zurückerinnere, an dem ich vom Wiener Kutschkermarkt (10.Juni 2017) nach Marrakesch aufgebrochen bin und genau denselben Ort wie heute anvisiert habe, nämlich Gablitz. Und in Gablitz erwartet mich auch heuer wieder dieselbe Astrid wie damals. Astrid ist am Papier Architektin, stolze Mutter von zwei Kindern und 47 - aussehen tut sie allerdings wie 37 (zumindest ist dies die Wahrnehmung eines Instagrameurs). Voriges Jahr hab ich sie wegen einer Übernachtung einen Tag vor meiner Abreise kontaktiert. Der Höflichkeit wegen habe ich sie heuer mehrere Wochen vorher drauf angesprochen, ob denn die Couch am 13.Oktober besetzt sein wird.

Ja und? Auch heute darf ich wieder auf ihrer Couch mützen, ein Bierchen mit ihr zwitschern und mich in ihrer Badewanne schrubben.

Danke liebe Astrid!

Und DANKE an EUCH für eure Lesetreue!

Auf ein Wiederlesen,

Ernst

PS.: Es ist immer wichtig Courage an den Tag zu legen, aber in Zeiten wie diesen vermutlich noch ein paar Kilogramm mehr. Deswegen möchte ich das „Team Gablitz“ (Astrid ist Teil des Teams) hervorheben, das sich für Geflüchtete seit Jahren einsetzt und heuer mit dem Preis „Ort des Respekts“ ausgezeichnet worden ist. Dieser ehrenamtliche Verein ist auf unsere Spenden angewiesen.

Team Gablitz hilft - Flüchtlingshilfe

Erste Bank

AT03 2011 1828 5223 6800

willkommen@gablitz.net

TAG 2 🍂 14.Oktober Gablitz -> Traismauer

Um 7:50 Uhr werde ich zärtlich von den Sonnenstrahlen aufgeweckt und erinnert, dass es schleunigst Zeit wird meine zwei Pobacken vom Sofa zu bewegen, immerhin warten knackige 40 Kilometer auf mich. Den vielen Kilometern und zirka 8h bevorstehenden Marsch zum Trotz frühstücken Astrid und ich gemütlich warmen Toast mit Marmelade und Grüntee - what else?! Mit einem Busserl links, einem rechts und einer Umarmung, breche ich auf Richtung Traismauer.

Nicht weit von Gablitz entfernt gehe ich in der Waldstraße an einem Schild vorbei mit der Aufschrift „Hier gibt es wieder gesunde, leckere Schokogrem“. Nachdem mein Magen bereits nach dem Frühstück an die eigentliche Hauptspeise, nämlich an das Dessert, denkt, legt mein Körper den Rückwärtsgang ein und bedient die Klingel, um „Florians leckere Schokogrem“ auf die Spur zu gehen.

Florians Mutter öffnet die Tür, zeitgleich öffnet Florian sein Zimmerfenster im ersten Stock und ruft raus: „Sie wollen bestimmt meine Schokocreme?! Hab ich recht?“ „Wie recht du hast! Und du bist wahrscheinlich Florian?“

Ohne zu antworten - Zeit ist ja bekanntlich Geld - düst Florian vom ersten Stock runter und hält mir ein 170ml Glaserl mit „Florians Schokocreme“ entgegen. „Wieviel macht das denn aus, Herr Florian?“

„Einen Euro!“ „Einen Euro?“ frag ich verdutzt. „Ja einen Euro!“ „Gut, dann machen wir 3 Euro, wenn du mir dein Rezept verrätst!“

Tja, liebe Leserinnen und Leser, Sie werden wohl nun wissen wollen wie denn das Rezept von „Florians leckerer Schokocreme“ lautet... aber leider muss ich Sie heute enttäuschen, denn dafür müssen Sie schon selbst Florian in der Waldstraße besuchen und seine weltbekannte „Schokocreme“ erwerben.

ABER als kleine Entschädigung bekommen Sie von mir ein ähnlich gutes Rezept: „Waldviertler Mohnnudeln“.

Zubereitung

Die Erdäpfel in Salzwasser kochen und abkühlen lassen. Die kalten Erdäpfel schälen, reiben und mit Weizenmehl, Butter, Salz und Ei zu einem Teig verkneten. Aus der Masse ca. 1 Zentimeter dicke und 4 Zentimeter lange Nudeln formen und diese in wallendem Wasser ca. 10 Minuten kochen, gegebenenfalls zwischendurch eine Garprobe machen. Wenn die Winzlinge schwimmen, dann am besten raus damit. Die Nudeln abseihen und in zerlassener Butter, Vanillezucker und gemahlenem Mohn schwenken. Mit Staubzucker & Flower Power Gewürzen servieren. Und ganz wichtig: Schmecken lassen & genießen! Eine gesegnete Mahlzeit wünsch ich den Herrschaften!

Zutaten für 2 hungrige Mäuler

500 g mehlige Erdäpfel

150 g glattes Weizenmehl

40 g Butter

1 Dotter

1 Prise SONNENTOR Zaubersalz

200 g SONNENTOR Graumohn, gemahlen

SONNENTOR Vanillezucker

Butter

Staubzucker

Flower Power Gewürz

Wie Sie vielleicht als treue/r Leser/in wissen, war es mir als kleiner Abenteurer ein großer Wunsch, dass ich vor meiner Abreise nicht weiß, wo ich denn übernachten werde. Doch Dani, eine irrsinnig liebe, engagierte Flüchltingshelferin und KPH Studentin aus Traismauer, verfolgt meine Pilgerreisen & Weitwandertouren schon ein Neichterl und hat mir am selben Tag der Publikation meiner Tour angeboten bei ihr zu nächtigen. Und auch in Krems an der Donau hat sich die liebe Angie, besser bekannt als "Bloggerin Helllopippa", nicht lumpen lassen, dass ich ihre Wohnung in Beschlag nehmen darf und das obwohl sie selbst morgen unterwegs ist und wir uns nur einmal in unserem Leben getroffen bzw. 10 Minuten netto unterhalten haben.

Ja, liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie weiterhin so lieb sind, dann schau´ ich nicht nur nach Sprögnitz, sondern auch nach ... Rom? Mistelbach? Oder doch Washington? Wie auch immer... Vorläufig gilt: „Alle Wege führen nach Sprögnitz!“

Namas- Tee und bis morgen in voller Frische,

Ernst

TAG 3 🍂 15.Oktober Traismauer -> Krems an der Donau

Heute wird eine Spur länger geschlafen, da der gestrige Tag seine Spuren hinterlassen hat. Normalerweise praktiziere ich fleißig und regelmäßig Yoga in der Vorbereitungszeit, um genau für solche Touren gewappnet zu sein, aber die letzten Wochen war ich mehr „Couch- Potato“ als „Yogi“ und deswegen lässt sich das Zwicken meines rechten Knies durchaus nachvollziehen. ABER zum Glück gibt´s Menschen, die so Wundermittel wie Voltaren und Knie- Manschetten erfunden haben.

Wie auch immer! Die dritte Etappe von Traismauer bis Krems führt durch malerische Gassen des Kremstals, an Weinterrassen und an der angeblich „schönen blauen“- oder ist sie doch grün? - Donau vorbei.
Am frühen Nachmittag komme ich final in Angies aka „Hellopipas“ Haus an, wo ich heute alleine Haushüter spielen darf. Danke nochmals liebe Angie für deine Großzügigkeit bzw. Vertrauen und danke, dass du´s hier so gemütlich hast. Ich muss mir das nochmals überlegen, ob ich tatsächlich schon morgen nach Gföhl weiterziehe oder doch noch eine Nacht dranhäng´. 🤔

Gegen Abend läutet mein Handy. Es ist Clemens Arvay: „Ich hab´ deine Interviewfragen beantwortet!“
Clemens ist Biologe, Autor und ein ganz feiner Kerl, der im Dienste der Natur und Wissenschaft arbeitet. Nachdem wir, Maria von Sonnentor und ich, Clemens als spannenden Gesprächspartner für die Tour "Vom Heldentor zum Sonnentor" empfunden haben, hat er sich bereit gestellt meine Fragen zum Thema „Bio- Schmäh“, „Massentierhaltung“, „Wie und wo soll ich einkaufen?“, „Terpene - die Vokabeln des Waldes“, „Heilung in der Natur“, etc. zu beantworten. Wie ich finde, ist´s ein sehr schönes Interview geworden, aber lest am besten selbst:

Es ist ein großes Geschenk, dass ich in letzter Zeit und vermutlich auch in Zukunft so viele spannende Menschenkinder aus Bereichen kennenlernen darf, die nicht nur in ihren Fachgebieten wahre Meister sind, sondern auch auf ihr Herz lauschen und Wege gehen, die Hoffnung und Mut machen.

Schlafen Sie gut! Das ist ein Befehl!

Alles Liebe aus der "Casa Angie",

Ernst

TAG 4 🍂 16.Oktober Krems an der Donau -> Gföhl

Die vorletzte Etappe ist getan. Mit mittelgroßen Schritten nähere ich mich Sprögnitz. Meiner Endstation.

Heute starte ich erst kurz vor Mittag, da ich doch einiges noch vor Abreise zu erledigen habe - E-Mails beantworten, Telefonate führen und meiner Tante ein paar Tage zu spät zum Geburtstag gratulieren. Sapperlot noch amoi! Das darf doch nicht wahr sein!? 🙄

Gegen 11 Uhr klappe ich mein MacBook endlich zu und mach mich auf. Ich komm´ an einem kleinen Dörfchen namens „Imbach“ vorbei, wo ich vergebens nach einem Bäcker bzw. Geschäft suche, um ein paar Snacks für unterwegs zu kaufen. Zur Sicherheit hake ich bei einer älteren Dame nach, ob denn wirklich keine Möglichkeit besteht eine Kleinigkeit hier zu kaufen - z.B. bei einem Bauern. „Nein, leider. Hierher kommt der fahrende Lebensmittelladen 2-3 Mal die Woche.“ Ich bedanke mich herzlichst bei der Dame und wir gehen wieder unsere Wege. Während ich mir noch denk´: „Ich wandere ja eh an der einen oder andren Weinterrasse vorbei, da kann ich mir ausnahmsweise die eine oder andere Traube stib….“ 😏 - Doch bevor ich meinen Gedanken fertig gedacht habe, ruft mir die Dame nach: „Warten´s kurz! Kommen´s her!“ Sie kramt in ihrem kleinen Rucksack herum und zaubert eine Topfngolatschn heraus. „Da haben´s was für Ihre Tour. Lassen´s Ihnen das schmecken. Ich wünsch Ihnen alles Gute und dass sie gut an Ihr Ziel kommen.“ Berührt greife ich mir mit meiner rechten Hand auf meinen Brustkorb und bedanke mich für ihre herzliche Spontanität.

Die Tour von Imbach nach Gföhl ist S-A-G-E-N-H-A-F-T. Ein Traum! Fast kitschig! So kitschig, dass ich mir eine Portion „Digital- Detox“ verabreiche. Das herbstliche Waldviertel zeigt sich von seiner schönsten Seite. Links und rechts und am Wanderweg liegen rote, braune, gelbe Wein-, Buchen- oder Birkenblätter. Es ist ein purer Genuss durch die Stille des unberührten Waldes zu bummeln und seinen GEHdanken nachzugehen. Wenn ich ein Wolf wäre, würde ich mich hier auch wieder ansiedeln wollen.

Sie werden sich nun fragen: „Wo wird er, der Rotzbua, denn heute schon wieder schlafen? Im Jägerhütterl? Bei der Bushaltestelle oder doch "edel" beim Café Prinz im Zentrum von Gföhl.“ Tja, liebe Leserinnen und Leser, ich hab´s noch viel besser erwischt. Nachdem ich einer gewissen Sabine (eine fleißige Leserin) bzw. ihrem Freund wegen seiner Schlangen und meiner Schlangen- Phobie absagen musste bzw. Silvias Eltern (eine Bekannte) mir ein Schlafplatzerl in Waldhausen organisiert hätte, aber ich wegen meiner Fitness (ein bisserl a Temperatur, Schnupfen & Bauchweh) keine Umstände bereiten wollte, bin ich zielstrebig Richtung Café Prinz gegangen, allerdings kam mir da eine ganz liebe Seele mit ihrem dreijährigen Sohn Jonas in die Quere. Die Lisl. Ich hab´ die Lisl noch nie in meinem Leben getroffen, sie ist allerdings eine gute alte Freundin von meinen Eltern und ihr wurde von meiner Mum vermittelt, dass ich noch keinen fixen Schlafplatz in Gföhl habe. Tja und wie sie mich sah, konnte ich gar nicht so schnell schauen, war ich mit ihr schon am Weg Richtung Pfarrhaus, wo ich im Gästezimmer des Herrn Pfarrer schlafen durfte. HerrLich!

So! Aber zum Café Prinz werde ich trotzdem noch gehen, um mich ein bisserl zu stärken, bevor´s morgen ab nach Sprögnitz geht.

Namas-Tee,

Ernst

PS.: Nicht nur in Galblitz, sondern auch in Gföhl sind Lisl und Co. engagierte Helferlinge für eine sechsköpfige, irakische Flüchtlingsfamilie. Und auch hier ist die top- integrierte Family auf unsere Spenden angewiesen. DANKE!

Spendenkonto:

PFARRE GFÖHL

AT26 3299 0000 0240 0265

Verwendungszweck "ADIL"

TAG 5 🍂 17.Oktober Gföhl -> Sprögnitz

Ich bin in Sprögnitz gut angekommen. - Doch alles der Reihe nach!

Der Morgen beginnt mit einem erfrischenden Gespräch bei Frühstück mit Lisl und der Pfarrhaushelferin (Pardon, ich hab so ein schlechtes Namensgedächtnis und kann ihn nicht mehr wiedergeben). Semmerl, Mohnflesserl, Kornspitz, Marmelade, Käse, Butter, Tomaten… es gibt alles, was das Pilgerherz am frühen Morgen begehrt.

Mit zwei Busserl verabschiede ich mich um ca. 9:30 Uhr, insgeheim in der Hoffnung, dass wir uns eines Tages wiedersehen werden.

Heute habe ich zum ersten Mal bei meinem Unterwegssein, statt die Stille der Natur zu genießen, einen Podcast gehört. Shame on me! Da predige ich stets wie wichtig es ist die Stille der Natur zu genießen und dann sowas? Das darf doch nicht wahr sein!? Doch kurz nach Wiesenreith dreh ich den Podcast über bzw. mit "Matthias Strolz" ab, weil mich ein junggebliebener Pensionist beim Spazierengehen anspricht, was ich denn da mach´. Der Funke springt sofort über und wir tauchen in ein Gespräch ein. Er erzählt mir grob seine Lebensgeschichte und u.a. dass er in der Pension sich entschieden hat nochmals zu studieren. Philosophie. Diese Geschichte erinnert mich an „Georgs Geschichte“, den ich bei meiner letztjährigen Tour von Wien nach Marrakesch getroffen habe. Georg ist am Papier mittlerweile 73. Gelernter Schlosser, war über 23 Jahre Fernfahrer und seit ein paar Jährchen ist er Pensionist. Die beiden Pensionisten haben viel erlebt, das sieht man ihren „Geschichtsfalten“ an, aber diese sichtbaren Geschichten haben die zwei lebendig gehalten, denn ansonsten kommt man nicht auf so eine Idee von Nürnberg nach Finistere zu pilgern bzw. sich in so hohem Alter nochmals auf die Uni zu begeben?!

Eine Hochpotenz „Inspiration“ wird unumgänglich beim Weitwandern Tag ein Tag aus injiziert, wenn man solche Geschichten, wie von Georg oder Lisl oder Dani oder Birgit, oder Astrid oder Claudia oder Lisa oder Laura oder... hört. Sie zeigen auf, dass es nie zu spät ist, um zu träumen, sich zu verändern, um sein Leben zu leben oder an so etwas wie Liebe zu glauben und v.a., dass es nie zu spät ist, seine Träume zu realisieren. - Nie! Auch in der Pension nicht.

So vergeht die Zeit & Tour wie im Flug und ich komme frohen Mutes in Sprögnitz an. Hier in Sprögnitz wohnen, laut Wiki, 142 Einwohner - ergo wahrscheinlich mehr Hühner als Einwohner. Ich hab´ die Ehre, dass ich mir mit den Sprögnitzer Hühnern nicht einen Hühnerstall teilen muss, stattdessen darf ich in einem der zwei feinen Sonnentor Land Lofts nächtigen. Eingebettet im Permakultur Garten des Sonnentor- Frei- Hofs stehen zwei ziemlich große (32m2) Wohnwägen namens „Anna Apfelminze“ und „Hans Hagebutte“. Hier gibt´s die Möglichkeit für Handy Addicts Digital Detox zu betreiben, für Autoren ihren Bestseller zu schreiben oder für jede Seele einfach mal faul zu sein. Gebaut wurden die zwei Prachtexemplare, die ich am liebsten mit nach Wien ziehen würde, aus 100% regionalen Rohstoffen wie Vollholz oder Schafwolle. Ausgestattet sind die beiden Schätze mit einer vollwertigen Küche, Dusche und einem großzügigen Wohn- und Schlafbereich für eine bis zu 5- köpfige- Family. Für die kalten Tage gibt´s einen Holzofen, für die Kaffeetrinker eine stromlose Kaffeemaschine und ein Wärmepufferspeicher sorgt dabei für einen reibungslosen Energie- und Ressourcenkreislauf.

Und Frühstück? Ja, ja, ja, auch für das leibliche Wohl wird gesorgt.Das wird jeden Morgen frisch zur Tür gebracht. Einen Katzensprung vom Land-Loft entfernt befindet sich das Bio-Gasthaus „Leibspeis“, das meinen hungrigen Pilgermagen nach der Ankunft mit einem Karpfenfilet besänftigt hat. Ja, aber auch für die Veganer, Vegetarier, Flexetarier oder die, die sich’s auf die deftigen österreichischen Gerichte stehen, gibt´s reichlichst zu bestellen.

... soweit vom heutigen Tag des müden Kriegers aus Sprögnitz!

Morgen und übermorgen wird ausnahmsweise nicht in den Wäldern des Waldviertels gewandert, stattdessen werde ich über die Schultern der Sonnentor- MitarbeiterInnen blicken, selbst anpacken und selbstverständlich Johannes Gutmann die wohl wichtigste Frage stellen, nämlich ob er „Florians leckere Schokocreme“ in sein Sortiment aufnehmen wird. Also morgen „vorbeilesen“ zahlt sich auf alle Fälle aus!

Ich wünsch Ihnen eine gute Nacht!

Alles Liebe,

Ernst

TAG 6 🍂 18.Oktober Sonnentor Oase

Puh, wo soll ich anfangen?
Es ist heute soviel passiert. Soviel Schönes, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Von Etikettieren bis Kräuter mischen, von Hendlstall ausmisten bis Varoamilben am Frei- Hof zählen. Doch nicht nur die erdigen Tätigkeiten an sich bereiten mir wahrlich Freude oder das Wissen, dass ich hier etwas beitrage, das dem Allgemeinwohl dient, sondern auch die Atmosphäre hier hat etwas Belebendes, das wahrlich einzigartig ist. Wer mein Buch gelesen hat, weiß, dass ich schon einige Jobs am Buckl hab´ - von WWOOFer auf Maui bis Regieassistent am Theater, von Redaktionsassistent bei ServusTV bis medizinischer Masseur im AKH Steyr. Doch so ein Feeling am Arbeitsplatz habe ich noch nirgends erlebt.

Hier strahlen die Mitarbeiter eine Freude aus*, dass es selbst den untrainierten Grinserinnen und Grinsern den linken und rechten Mundwinkel nach oben zieht. Kein Wunder! Johannes Gutmann versteht´s. Er sieht seine Mitarbeiter nicht als Nummern**, sondern er wertschätzt sie, indem er es ihnen spürbar zeigt. - Wie? Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter Geburtstag hat, dann kann man sicher sein, dass er vorbeikommt und gratuliert - wenn erwünscht, dann sogar (im Einvernehmen seiner Frau) mit einem Busserl auf die Backen. Oder! Es gäbe genug Arbeiten hier, die nicht durch Menschenhand abzuwickeln wären. - Johannes pfeift drauf! Ihm ist´s wichtiger, dass es im Waldviertel Arbeitsplätze gibt.

Johannes ist die Königin im Sonnentor- Bienenschwarm, aber um ihn fliegen auch Drohnen und Arbeiterinnen, die diesen Ort in Sprögnitz zu einem so besonderen Organismus machen. Hier werden Werte gelebt, dass es mir im Herzen fast wehtut, dass mir meine Arbeit soviel Spaß macht, weil sonst würde ich gleich hier bleiben...
So! Genug Honig den Sonnentor- Bienen und der Königin „Johannes“ um den Mund geschmiert, sonst bekommen sie noch einen Zuckerschock und das will ich ja auch nicht!

Ich werde mich jetzt in meine Bienenbox - das Sonnentor- Landloft - zurückziehen, den Computer abdrehen, mir eine Eierspeis mit den Eiern von „Lady Gacker“, „Kamille“ und Co. bzw. dem frischen Gemüse von der Permakultur des Frei- Hofs machen.
Halleluja, das Leben ist schön!
Bis morgen,
Ernst

*diese Freude erklärt, neben der Qualität der Produkte, vermutlich das Geheimnis, warum die Sonnentor Produkte so gut schmecken.
**um dies zu verdeutlichen: Anlässlich des heurigen 30 Jahr Jubiläums von Sonnentor gibt´s ein „Panini- Heft“. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ist in diesem drin. Allerdings sind die Pickerl nicht durchnummeriert, sondern mit den Namen der Mitarbeiter einzukleben. - Sie können sich vorstellen, was in der Pausenzeit getan wird. - Richtig! Pickerl getauscht!

TAG 7 🍂 19.Oktober Sonnentor Oase

Bevor ich morgen die Heimreise nach Wien per Autostopp antreten werde, blicke ich auf einen ereignisreichen, freudvollen Tag zurück. Johannes hat mich heute im Sonnentor- Landloft besucht und wir haben über Buddha und die Welt gesprochen, die einen oder anderen Parallelen/Spinnereien gefunden, die unsere „Pilgerreisen“ vereinen, und selbstverständlich - versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen - abgeklärt, ob er denn „Florians leckere Schokogrem“ ins Sortiment aufnehmen wird wollen oder doch nicht (Ab morgen früh gibt´s auf Facebook bzw. Instagram in Form eines Kurzclips die Auflösung).

Nachdem wir seine zwei Buben und den Rest der „Sonnenscheinchen“- Bande (Kindergartenkinder) besucht haben, gehen wir ins Bio- Gasthaus Leibspeis´ schnapsen. - Nicht schnapserln! Schnapsen! Bei großem Heimvorteil legt Hannes zuerst beinhart mit einem „Bummerl“ vor, doch dann leg´ ich mit einem Bummerl nach und wir beenden das Spiel, wie zwei faire Sportsmänner, mit einem HIGH- FIVE.

Ja, es war mir auf alle Fälle, lieber Sonnentor- Bienenschwarm & liebe Sonnentor Freunde, eine „Pilgerreise“ wert von Wien nach Sprögnitz zu wandern. Es hat mir sogar einen mordsdrum Spaß gemacht meine Zellen an alte Pilgertage zu erinnern, um mich gleichermaßen auch wieder zu besinnen, was denn wirklich zählt, was wirklich wesentlich für ein gutes Leben ist… und dafür braucht´s nicht viel, wirklich nicht viel. - Doch bevor ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, noch Ihr wertvollstes Gut, nämlich Ihre Lebenszeit mit zusätzlichen Wortspielereien und womöglich nie- enden- werdenden- Blog- Beiträgen stibitze, machen Sie sich doch einfach selbst ein Bild und tauchen Sie in eine Welt ein, die einem zeigt, dass es auch anders geht bzw. viele Wege nach Rom & Sprögnitz führen.

Ich wünsch´ Ihnen von Herzen nur das Beste & bis hoffentlich bald,

Ihr Ernst

"The Heart of Understanding“

Von Thich Nhat Hanh für Sonnentor von mir umgedichtet.

Du wirst deutlich sehen, dass in diesem Tee eine Wolke schwebt. Ohne Wolke gibt es keinen Regen; ohne Regen können die Kräuter nicht wachsen, und ohne Kräuter können wir keinen Tee trinken. Für den Tee ist die Wolke unverzichtbar. Wenn die Wolke nicht da ist, kann auch der Tee nicht da sein… Wenn wir in den Tee noch tiefer hineinsehen, können wir den Sonnenschein darin sehen. Wenn es keinen Sonnenschein gibt, können die Kräuter für den Tee nicht wachsen. Tatsächlich kann dann nichts wachsen. Auch wir können ohne Sonnenschein nicht wachsen. Wir wissen also, dass auch in diesem Tee ein Sonnenschein ist. Der Tee und der Sonnenschein sind untrennbar. Und wenn wir weiter schauen, können wir die Erntearbeiter sehen, die die Kräuter gepflückt haben und diese in den Teebeutel mit anderen Kräutern gefüllt haben.

Und wir sehen den Weizen. Die Erntearbeiterin kann ohne ihr tägliches Brot nicht leben, und daher ist der Weizen, der zu ihrem Brot geworden ist, auch in diesem Tee. Und Mutter und Vater der Erntearbeiterin sind auch darin … Du kannst kein einziges Ding herausnehmen, das nicht drinnen ist – Zeit, Raum, die Erde, der Regen, die Mineralien in der Erde, der Sonnenschein, die Wolke, der Fluss, die Hitze. Alles ko-existiert mit diesem Tee … So unscheinbar dieser Tee ist, er enthält alles, was im Universum ist.“

Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft - „Ackergifte? Nein danke!“ Unter diesem Motto machen sich einige Unternehmen & Privatpersonen stark, dass ökologische Landwirtschaft zum Normalfall wird. Gifte haben auf unseren Äckern und in unserem Essen nichts zu suchen. Helfen Sie mit, gute Argumente gegen Ackergifte wissenschaftlich zu untermauern.

Mehr infos unter: www.enkeltauglich.bio

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