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Vortrag, Verlag, Vertrag

Heute bin ich einem meiner größten Lebensziele einen gewaltigen Schritt näher gekommen, nämlich, dass ich neben meinen Titeln „Rotzbua. Pilger. Mensch.“ „Autor“ ergänzen darf.

· In Between,Wien Marrakesch

Ganze zwei Monate war ich mit 4 Verlegern in Verhandlung bzw. im Gespräch. Der Eine größer. Der Andere kleiner. Die Einen aus Österreich. Die Anderen aus Deutschland.
Ja, und so habe ich mich im Geduldig- sein geübt, beraten lassen von meinem Großonkel Fred, der schon ein paar Verleger- Verträge unterzeichnet hat, und auch noch von einem absoluten Experten auf diesem Gebiet unterstützen lassen, der mich bestätigt hat, in meiner Intuition und auf ein paar Vertrags- Details hingewiesen hat.

Ja, uns so ist es der Ennsthaler geworden.

Warum genau mit den Ennsthalern?

Kurz gesagt: Es war Liebe auf den ersten Blick. Also für mich zumindest. Bei den Ennsthalern war´s vermutlich nicht sofort der Fall. Immerhin habe ich mich beim ersten Termin um ganze vier Stunden verspätet. - Warum? Weil ich „Afferl und Wafferl“ statt 9 Uhr 13 Uhr in meinen Terminkalender eingetragen habe - warum auch immer. Ein absolutes No-Go beim ersten Verleger-Date. Jeder, der mich besser kennt, weiß, dass ich normalerweise eine halbe Stunde zu früh aufkreuze, statt 4h zu spät. Die liebe Ennsthaler- Family hat mir dies schnell verziehen und somit haben sie mich, wie es sich für ein Date gehört, auf mich gestürzt, mich durchlöchert, jedes einzelne Wort in Form von Fakten geprüft und meine Motivation erörtert, wie ich denn auf Sie gestoßen bin und warum ich gerade mit ihnen zusammenarbeiten möchte.
Dies ist ganz einfach zu erklären. Ich bin im Mostviertel - genauer gesagt in Weistrach (nicht weit von Oberösterreich entfernt), aufgewachsen. Meine Kindheit war geprägt durch ein behütetes Elternhaus und ein idyllisches, entschleunigtes Landleben. Doch an den Wochenenden kam sehr häufig ein bisserl Beschleunigung ins Spiel, weil wir regelmäßig nach Steyr fuhren, um bei Frau Flath frisches Obst und Gemüse einzukaufen, um sich je nach Bedarf die Mähne bei meinem All- Time- Lieblingsfriseur „Meidl“ schneiden zu lassen oder um sich eben im Buchladen/ beim Verleger „Ennsthaler“ mit Büchern für die kommende Woche einzudecken. Allerdings war ich damals keine Leseratte wie bspw. meine Schwestern, die vermutlich auch deswegen bei den Deutschschularbeiten zwischen „Sehr Gut“ und „Gut“ sich beurteilen ließen, währenddessen sich nicht nur Hamlet bei Willi Shakespeare, sondern auch meine Deutschlehrerinnen und ich stets die Frage gestellt haben: „Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage“.
Die Palette des Verlegers ist vielfältig, reicht von wissenschaftlichen Werken bis hin zu Ratgeber- Lektüren, von berührenden bis hin zu historischen Werken. Ein spannendes Sammelsurium, sodass es sich definitiv lohnt, einen Ausflug nach Steyr zu machen, ein paar Bücher „mitgehen“ zu lassen und sich, wie bereits erwähnt, die Haare beim Friseur meines Vertrauens schneiden zu lassen. - Ja, ich bin heikel, wenn´s um meine Haare geht. Diesbezüglich bin ich in der Schublade „Metrosexualität“ vorzufinden, aber mit David Beckham werde ich vermutlich nicht mithalten - ich bin ja Pilger. Schon vergessen?!

Ähm… wo sind wir nochmals stehen geblieben? Ach ja, meine Erörterung, warum ich bei der Familie - ja, hier handelt es sich um ein Familienunternehmen, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde – Ennsthaler gelandet bin? Die ehrliche, „grode“ Kommunikation und die Möglichkeit sein Herz auf der Zunge noch tragen zu dürfen und seine 30 dag (ein menschliches Herz wiegt im Schnitt 30 dag) nicht runterschlucken zu müssen, sind für mich spielentscheidend für eine Zusammenarbeit gewesen und das ist hier de Facto der Fall. Hier ist man Teil der Family und versucht für alle Beteiligten auf einen fairen, gemeinsamen Nenner zu kommen.
Aber auch die Tatsache, dass einer meiner Lieblingsbücher und Bestseller von Martin Weber „Der Mensch im Gleichgewicht“ beim Ennsthaler erschienen ist, war durchaus ein entscheidender Punkt. Dass ich auf diesen Bestseller gestoßen bin, hat wiederum den Grund, dass ich über das Format „Menschenkinder“ von André Heller auf Martin gestoßen bin und mich gewundert habe, dass ich diesem spannenden Kerl nicht schon früher über den Weg gelaufen bin. Martin, der ebenso im „Anima Garten“ seine Fäden gezogen hat, habe ich vor meiner ersten Pilgerreise im Februar 2016 angetroffen und wer weiß, vielleicht hat mich der Kerl damals mit „Marokkanitis“ infiziert?!
Es freut mich besonders, wenn mir der Mittelpunkt zwischen Hirn und Darm spürbar einen Tritt in meinen Hintern gibt, wenn Werte nicht nur geschrieben, gesprochen, sondern auch offensichtlich versuchend gelebt werden, wenn sich Kreise schließen, die einen an den Ursprung zurückkehren lassen und einen erinnern, dass es wichtig ist, Geld zu verdienen und schön ist Erfolg zu haben, aber nicht um jeden Preis und v.a. nicht um seine eigenen Werte oder seinen WERT zu verkaufen. Dies ist ein herausfordernder Balanceakt, ein Tanz im kapitalistischen Zeitalter. Ein Tanz auf heißen Kohlen, der in Zukunft mit einem bedingungslosen Grundeinkommen leichter, unabhängiger abzuwickeln sein wird. Denn es ist ja kein Geheimnis, dass die kreative Szene nicht, wie bei Glawischnigs Novomatic, die Gewissheit hat, dass der Rubel fließen wird, sondern hier handelt es sich um ein Terrain, das viel Vertrauen, Hingabe und auch Unterstützung benötigt. Unterstützung von Sponsoren, aber auch von der Community - ohne sich seiner Werten berauben zu lassen.
Aber! Wo ein Wille, da ein Weg. Und diesen Weg habe ich entschieden zu gehen, und ich bin auch sehr dankbar, dass ich diesen WEG gehen darf, weil man abends inspiriert zu Bett geht. Und deswegen werde ich im Juni erneut mich aufmachen - zu Fuß vom Gletscher Richtung Meer - mit Spaß und mit Ernst. Der achtsame Umgang mit Mutter Natur, die Gefahren und Chancen mit Instagram und social media werden dabei eine zentrale Rolle spielen.
Aber dazu bald mehr! :)
Ultreia!
Ernst

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