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"Warum sich ein Theologieprofessor vom Bischof am Arsch lecken lassen wollte..."

Mein Hobby ist es in die Welt der Pfarrhöfe einzutauchen. Warum? Es ist wie ein Überraschungsei - man weiß nie was drinsteckt? Der eine Geistliche ist herzlich wie Papst Franziskus, der andere konservativ wie Papst Benedikt der XVI. & der andere witzig wie Michael Niavarani. Doch insbesondere weiß ich es zu schätzen, wenn Geistliche eine Offenheit und Ehrlichkeit an den Tag legen, die nicht immer erduldet bzw. gefördert wurden von manchen Oberhäuptern.

Ich muss Ihnen nun auch etwas anvertrauen, nämlich dass ich die männliche Oprah Winfrey unter den Pilgern bin! Ja, ich stelle straighte, einfühlsame, persönliche Fragen, ob über Sex, Geld oder pathologische Lebensansichten vieler Katholiken. Und wenn dir Pfarrer aufgeschlossen antworten, dann versuche ich meinen daraus resultierenden überraschten Blick mit einem Kniff in meinen Quadrizeps Femoris (vierköpfiger Oberschenkelmuskel) und mit meinem Pokerface zu überspielen.

Was ich dafür ernte, sind spannende Antworten (nicht alle Zitate der Protagonisten stammen vom Jakobsweg):

Ich kann mir vorstellen und möchte nicht ausschließen früher oder später mein Amt zurückzulegen, um später eine Familie zu gründen.“

Es läuft vieles in der katholischen Kirche falsch. - Wie lange haben Sie Zeit, Hr. Merkinger?“

Als Priester braucht man einen Vogel, anders überlebt man dieses Amt nicht. Und außerdem: Wer keinen Vogel hat spinnt!“

Ich habe oft an meinem Beruf gezweifelt, insbesondere zu Zeiten, wie ich schwer verliebt war.“

Bad Ischl, du kannst stolz sein auf deinen lieben Pfarrer Martin (siehe oben)

Insbesondere den evangelischen Pfarrer der Gemeinde Bad Ischl möchte ich hervorheben. Wenn ich nicht Mönch werde, sondern Vater von 10 Kindern, werde ich neben den sieben Töchtern, meine Söhne Ernst den IV., V. und VI. taufen lassen. Warum ich so begeistert von ihm bin? Bereits beim sich Annähern seines Grundstücks fällt einem eines auf – es stehen Gartentür, Haustür, Pfarrhoftür und Kirchentür offen. Hier scheint immer Tag der offenen Tür zu sein. Der gute Pfarrer Martin hat mich herzlichst empfangen, einen Schlafplatz bzw. 20 Euro für das chinesische Restaurant nebenan spendiert und mich obendrein gesegnet. Ich schätze Segnungen, aber nicht jede Form der Segnung, weil es gravierende Qualitätsunterschiede gibt.

Martin´s Methode:

  1. Martin hat gefragt, ob er mich segnen darf.

  2. Martin hat ersichtlich aus seinem Brustkorb entspringend ein Segensgebet gesprochen und dies nicht aus einem Gebetsbuch gelesen oder etwas Eingebranntes wiedergegeben.

  3. Seine Bedachtsamkeit und Achtsamkeit war auch spürbar wie er mir seine Hände auf den Kopf gelegt hat. Durch Berührung wird spürbar, ob sich der Mensch selbst „gspiart“.

  4. Wenn nach der Segnung nicht nur ein Amen, sondern auch eine einvernehmliche, herzliche Umarmung stattfindet.

Mein guter, alter Freund Br.Engelbert

Und dann gibt’s auch noch meinen Freund Br. Engelbert – pensionierter katholischer Priester und Ex- Häfn- Bruder des Gefängnisses Stein. Wenn er spricht, dann sind alle still und hören zu. In seiner Nähe fühlt man sich Wohl. Nicht ohne Grund haben sich unzählige katholische „Scheingläubige“ und Gläubige in ihn platonisch „verliebt“ und erhoffen ihn baldigst in ihrer Gemeinde wieder predigen zu hören, so wie in meiner ehemaligen Heimatgemeinde Weistrach. Doch er hält sich an jene weise Regel: „Willst du etwas gelten, mach dich selten.“

Engelbert ist mehr als ein 08/15- Priester – die Titel Lehrer, Freund, Bruder, Onkel oder Vater würden ihm ebenso sehr gut stehen. Er ist ein echtes Original. Ein Mann mit Format und einer, der herausragenden katholischen Priester mit Weitblick, mit an “Gspiar” für sein Gegenüber.

Wenn man ihn auf der Straße antrifft, könnte man sich durch sein äußeres Erscheinungsbild täuschen. Groß. Mächtig. Muskulös. Er sieht mehr wie ein Eisenbahn Lokführer als ein Priester aus, geschweige denn ein Gefängnisseelsorger, doch er war tatsächlich Seelsorger im Häfn Stein – und dies ganze 10 Jahre lang. Insofern können Sie sich vorstellen, was dieser Mann alles erlebt und zu erzählen hat...

 

Ich bevorzuge auf ernstjetzt.com Geschichten zu erzählen, die ich im Laufe meines Lebens oder beim Hatschen in den Süden erfahren durfte, zu erzählen, aber dieses Mal muss ich eine Ausnahme machen - und glauben Sie mir diese Geschichte toppt Alles. Diese Anekdote (siehe Anhang) und viele andere Gustostückerl finden Sie im Buch meines Onkels Fred vor "Witz und Humor". Bevor Sie allerdings dieses Buch erwerben und zufälligerweise unter Coulrophobie leiden, rate ich Ihnen folgendes: Fragen Sie Ihren Partner, ob er/sie Ihnen dieses Buch kaufen könnte und das Cover entfernen kann!

Im Ernst,

Ernst

PS.:

Die Geschichte handelt vom Theologieprofessoren Fridolin Stier.

Fridolin Stier war Bibelwissenschaftler, ein begeisterter und begeisternder Lehrer. Er hat das neue Testament originell übersetzt, von den klerikalen Schönungen und Verlogenheiten befreit. Und er hatte, wie die meisten seiner priesterlichen Kollegen an der theologischen Fakultät der Univ. Tübingen, eine junge Freundin. Er hatte mit dieser auch ein Kind. Tragischerweise verunglückte seine Freundin tödlich und er nahm das etwa vier Jahre alte Kind selbstverständlich zu sich in seine Wohnung auf. Tags darauf kam ein Pfäfflein zu ihm, vom Bischof beauftragt, der ihm folgendes mitteilte: Er müsse das Kind sofort in ein dafür vorgesehenes Kloster geben, ansonsten dürfe er nicht mehr an der Universität unterrichten. Fridolin lehnte das energisch ab, verlor seinen Job und behielt sein Kind. Von den Fakultätskollegen bekam er keinerlei solidarische Unterstützung. Deshalb entschied er testamentarisch, dass sein Leichnam verkehrt in den Sarg gelegt wird, damit ihm der Bischof und die scheinheiligen Kollegen der theologischen Fakultät den Arsch lecken können!!!

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