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Wer ist dieser ernstJETZT eigentlich?

Selbstfindungstrip? Fehlanzeige! Wer glaubt, dass ich auf einer Selbstfindungspilgerreise bin, hat sich leider getäuscht. Wer glaubt, dass ich ein Aussteiger sei, hat wahrscheinlich noch nie das Wort „Einsteiger“ gehört. Was ich suche ist Inspiration – in Form von Menschen, in Form von Orten und in Form von überraschenden Geschichten. Unterraschungen haben nicht einmal auf meinen Schmierzetteln Platz, weil es sich um Himmels Willen immerhin um meine Lebenszeit handelt. Zeit, die ich nie mehr wieder nachholen kann.

„Tun oder nicht tun“ war mir deswegen stets wichtig. Wenn mich die Motivation zum Tun so magisch angezogen hat, dann hab´ ich´s einfach mal getan. Mal mit mehr Vorbereitung, mal mit mehr Naivität. Wenn ich tue, bin ich. Wenn ich nicht tue, scheitere ich. Wenn ich im Tun scheitere, ist es für mich kein Scheitern, sondern eine wichtiger Humus der Erfahrung, der mir die Möglichkeit gibt, etwas bis dato Unendecktes in mir erkennend wachsen zu lassen.

Aber wer bin ich denn nun eigentlich wirklich? - Puh, eine sehr schwierige Frage! Auf meiner Visitenkarte steht auf alle Fälle: "Rotzbua. Pilger. Mensch." Ich versuch Ihnen meine Person durch ein paar Eckdaten übersichtlich einzurahmen, damit Sie einmal einschätzen können, mit wem Sie´s seit 2 Monaten da eigentlich überhaupt zu tun haben.

Ich wurde als braves Kind aus dem Unterleib meiner entzückenden Mutter zu Silvester 1990, genauer gesagt um 6:18, in die Freiheit entlassen. Also bin ich bezüglich meines Horoskops Vogelstrauß mit Aszendent Kakadu*. Was das genau bedeutet? Ich weiß es nicht, aber es würde mich sehr, sehr interessieren - also falls jemand mein Liebesleben oder mein Berufsleben vorhersagen möchte, der oder die darf sich gerne bei mir melden!

Meine älteste Geschichte an die ich mich erinnern kann? - Der Kampf im Kindergarten gegen Klausi L., der heute in Shanghai sein Unwesen treibt, um das Herz von Elisabeth K., gefolgt von der großen Lüge in der Volksschule, dass ich zum Zahnarzt müsse, weil ich insgeheim lieber Fußballspielen wollte. Auf die Frage meiner Großmutter „Was ich denn einmal werden möchte“ habe ich mit „Dieb!“ geantwortet. Auf die Frage meiner Mutter „Was ich denn einmal werden möchte“ habe ich hingegen mit „Schauspieler!“ geantwortet. Woraufhin sie mir erklärt hat, dass ich dann fremde Frauen küssen müsse und dass dies bestimmt nicht in meinem Sinne sei. Wie einleuchtend dies damals klang. Heute sehe ich mich etwas leid drum, dass ich Mutters Rat-SCHLAG ins Gesicht befolgt habe, weil ich doch so gerne Frauen küssen tu.

 

Wussten Sie, dass Ministranten manchmal auch Gfraster sein können?! Ich habe dem Herrn Pfarrer nicht nur zu viel, sondern immer den stärksten Weihrauch untergejubelt, sodass er sich räuspern hat müssen und nicht nur ich, sondern, noch viel wichtiger, mein eingeweihtes Publikum (Ministranten, Geschwister, Cousin Sebastian) kichern haben müssen.

In der Unterstufe war ich einer der Heros des Stift Seitenstettens und in der Oberstufe nicht einer der Zeros, aber einer der Nicht- Heros – dieser Kontrast hat mich eines gelehrt: Mitgefühl für sein Gegenüber zu entwickeln, insbesondere für sogenannte „Außenseiter“.

Autoritäten waren mir zumeist zuwider, v.a. wenn sie geglaubt haben mich mit schlechten Noten beurteilen zu müssen. Deswegen habe ich die Schule so sehr gemocht wie einen schimmligen Apfel – ich reagiere übrigens auf Äpfel und Haselnüsse allergisch. (Nur zur Ergänzung, falls Sie mich auf einen Apfel- Nuss- Strudl mal einladen wollen) Meine Englischlehrerin hat das UNTER- richten zu wörtlich genommen und uns „geprägt“, manche finanziell geschädigt, weil die Therapiekosten beim Psycho- Dok so hoch waren. Meine Schulkollegen und ich denken auch heute noch an sie, wenn ich mich zum Bespiel beim Englischsprechen verhasple oder ins Stottern gerate. Auch eine Leistung! Chapeau!

Dennoch darf ich aber auch schmunzelnd an meinen Musiklehrer zurückdenken, der mir „nur“ ein „Gut“ im Fach Betragen verabreicht hat. Mit der Begründung: „Als Schüler wärst du wahrscheinlich mein bester Freund, aber als Lehrer hoss i di.“ Ich habe ihm damals hingegen meine "Liebe" gestanden. Er war und ist immer noch ein hervorragender Musiklehrer und darüber hinaus Witzlandschaftspfleger, Sprachjongleur, Melancholiker – einfach ein genialer Künstler, der von Gottes Händen für die Bühne gemeißelt wurde.

Und so habe ich mich schön langsam, aber doch zu einer feinfühligen 18- jährigen Rotzpipn entwickelt und dann auch noch durch das Theater bzw. Heinrich von Kleist diesen gewöhnungsbedürftigen Schreibstil aus meinen Fingern gekitzelt.

Einer meiner Lieblingspassagen vom Heini, die mich sehr an die österreichischen Politker erinnert:

„In Eurem Kopf liegt Wissenschaft und Irrtum geknetet innig wie ein Teig zusammen; mit jedem Schnitte gebt Ihr mir von beidem.“ Der zerbrochene Krug/Heinrich von Kleist

Es wird gemunkelt, dass ich auch schon einmal schwarz gefahren bin oder dass ich regelmäßig bei Rot über die Straße laufe, weil meine Augen auch nach links und rechts schauen können. - Was ich Ihnen damit sagen möche? Dass ich Sie, liebste Leserinnen und Leser, leider enttäuschen muss! Ich bin kein Traumschwiegersohn, geschweige denn ein Heiliger. Nein, ich bin immer noch nicht heilig und ich habe auch nicht vor dies anzustreben. Warum? Naja, ganz einfach, weil mir das Rotzpipn Dasein viel zu sehr Freude bereitet. Doch ich habe meine rotzpipischen Qualitäten verfeinert und versuche mich diesen zu stellen, um nicht anderen oder mir selbst Schaden zuzufügen. Ja, das bin ich zurzeit und morgen bin ich wieder ein neuer Mensch, noch facettenreicher wie die Weine von meinem Onkel Andreas und meiner Tante Christina (Schleichwerbung!).

Doch alle Erlebnisse, wie z.B. das 5- tägige Retreat im Zen- Kloster Los Angeles (15 Stunden/Tag meditieren) oder die unzähligen Liebesgeschichten (>2 Beziehungen/Jahr), werden nicht in diesem Beitrag preisgegeben, sondern erst später, wenn mein Buch gedruckt wird, das übrigens jetzt schon anlässlich meiner Crowdfunding Kampagne zum Vorbestellen ist und NOCH unter die Rubrik „Early- Bird- Price“ fällt! Also schnell zuschlagen, bevor der Preis in die Höhe schießt!

In Verbundenheit,

Ernesto

*Sie lachen, aber ich wurde einmal zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen und nach meinem Aszendenten gefragt. Nachdem der Aszendent stimmig war, wollte mich die Dame anstellen. Doch ich habe mich nicht angestellt, sondern hinausgestellt, weil der Lohn so gut war, dass ich mir nicht einmal einen Monat Pilgern leisten hätte können. - It´s not all about the money, aber it´s all about the SelbstWERT.

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