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Wie man pilgernde Schnarchnasen am Besten aufweckt ...

Sind Sie ein Mensch mit geringem Aggressionspotential? Dann empfehle ich, als Doktor des Pilgerns, von Wien nach Marrakesch zu hatschen. Sie werden sehen, dass schimmlige Wände, Sauwetter, „Essen“, kläffende Hunde, ABER INSBESONDERE Schnarcher ihr Aggressionspotential auf´s Äußerste steigern werden. So sehr, dass Sie mit erhöhtem Aggressionspotential, aber auch im Worst-Case mit einem Herzinfarkt nachhause kehren werden.

DIE "SÄGENDEN PILGER" GATTUNGEN

1) Der Schlafpilger
Diese Gattung bekommt zu wenig erholsamen Schlaf ab und schläft während des Pilgerns. Zumeist ist dies die Schuld des Nachbarn, der im Hochbett nebenan schnarcht wie das Ja- Natürlich BIO Ferckl.

2) Der Seitenpilger
Schläft der Seitenpilger auf der rechten Seite, ist er in den meisten Fällen ein „Rechtsträger“ – selbiges gilt natürlich auf der anderen Seite. Eine Studie der Harvard University hat bestätigt, dass „Rechtsschläfer“ zu „Rechtsradikalität“ tendieren. - Bitte „wikipedieren“ sie diese „alternativen Fakten“ nicht auf ihre Richtigkeit!

3) Bauch- oder Rücken-Pilger

99,9 % der Bierbauch- Pilger liegen ausschließlich auf dem Rücken, die restlichen 0,1% liegen vorübergehend auf dem Bauch, woraufhin sie zu 100% durch das Hinunterkugeln fluchend am Boden aufwachen und sich wieder auf dem Rücken schlafend in ihr zu weiches Bett legen. Dort haben sie weiterhin Albträume von der nächsten 30 Kilometer Etappe ohne Einkehrmöglichkeit. 0,0003% sind so uneinsichtig und versuchen erneut auf dem Bauch einzuschlafen.

4) Die Pilgermatratze
Ok, dabei handelt es sich nicht um den/die schnarchende/n, sondern stöhnende/n Pilger/in. Diese Spezies wird im Pilger- Jargon auch „Wanderhure 2.0" genannt. Er/Sie verlangt allerdings kein Geld, sondern ist auf Spenden seiner Mitpilger/innen angewiesen.
 

HOW TO WAKE UP THE SNORERS

Für oben genannte Gattungen an Pilger/innen gibt es verschiedene Stilmittel, jene auf Ihr unerhörtes Verhalten aufmerksam zu machen, um die Erholungsphase der müden Pilger-Meute nicht zu stören:

1) Klatschen
Einmal laut Klatschen und eventuell noch ein lautes Brüllen!

2) Den Wiener rauslassen
Studien beweisen, dass es sich lohnen kann, wenn Sie den Ur-Wiener beim Pilgern rauszulassen. Ein „Heast Oida! Geh doch scheißn! I wü schlofn!“ ist ein sehr bewährtes Stilmittel, um seinen gepflegten Schlaf wieder zu bekommen.


3) Den feuchten Futzi
Falls all die oben erwähnten Methoden nichts helfen sollten, können Sie sanfte (!) Gewalt anwenden, indem Sie dem schnarchenden Opfer einen so genannten „feuchten Futzi“ (befeuchteter Zeigefinger ins Ohr) verabreichen. Wichtig ist, dass Sie die Zeigefingerkuppe gut befeuchten und flink - aber sanft - in das Ohr des Opfers eindringen, um nicht wegen Körperverletzung angezeigt zu werden.
 

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Mensch mit geringem Aggressionspotential bin, aber durch das Pilgern hat sich dies verändert. Mein großes Glück ist, dass ich diese grausigen, abscheulichen, furchtbaren Erlebnisse freudig in Empfang nehmen kann wie ein Boulevard-Journalist. Ja, ich war einer der bad Peregrinos, der sich ins Fäustchen gelacht hat, wenn jemand sich geärgert, sich wehgetan oder geschnarcht hat, weil ich eben wieder eine gute Geschichte oder eben eine Inspiration für mein Buch vorgefunden habe.

Nichtsdestotrotz befeuchte ich meine beiden Zeigefinger immer vorm Schlafengehen - eine reine Sicherheitsmaßnahme versteht sich, um im Fall der Fälle situationselastisch reagieren zu können.

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