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Zu Fuß von Casablanca nach Marrakesch

· Wien Marrakesch

13./14. Oktober - CASABLANCA

Nach einigen emotionalen „Goodbyes“ in Santiago bin ich dort angekommen, wo die Reise nochmals von Null losgeht bzw. richtig losgeht - Casablanca. Und wie ich es schon im letzten Jahr gespürt habe. Dieses Land pulsiert. Es pulsiert hier und aus jenem Grund in mir auch alles schneller, stärker und v.a. chaotischer – diese Energie kann einem schon mal nach 3.000 Kilometer der Kontemplation flashen. In gewissen Gebieten Marokkos ist Sicherheit nicht gewährt – ein Faktum. Insofern werden die letzten rund 270 Kilometer über Marrakesch bis zu André Hellers Anima Garden (siehe Video) eine reizvolle Herausforderung darstellen.

Casablanca bedeutet übrigens „Das weiße Haus“ und ist mit Abstand die größte Stadt Marokkos – genauer gesagt leben 3,3 Millionen Menschenkinder hier. Dementsprechend wuselt es in der Stadt. Und du darfst dich gegen diesen energiegeladenen Schwarm nicht wehren. Wenn du dich auf diese, wie ein Bienenschwarm funktionierende Stadt, einlässt, dann kannst du diese Stadt genießen, ansonsten bist du verloren. Mein türkischer Freund und Host hat mir ein paar Schauergeschichten von Casablanca bzw. von seinen Marokko- Trips erzählt, wodurch mir ein wenig anders zumute geworden ist – v.a. auf Touristen oder Mädchen haben es sogenannte Gangs abgesehen, aber da ich weiß, dass meine Großeltern bzw. meine Mum diese Zeilen lesen werden, werde ich diese Geschichten erst in meinem Buch niederschreiben. Ich will ja nicht, dass meine Liebsten nur wegen meinen Schnapsideen einen Herzkasperl bekommen.

ABER hier findet man auch dieses andere Extrem vor – Gastfreundschaft der ganz besonderen Sorte. Bei der Hassan- II.- Moschee treffe ich einen deutschsprechenden Muslimen aus Fès an, der mir anbietet, falls ich dort hinkommen sollte, selbstverständlich bei ihm übernachten darf. Und das obwohl wir nicht einmal 20 Sekunden miteinander gesprochen haben.

Aber kommen wir zurück auf den Start meiner Reise: Primär geht meine Strecke über EINE Hauptstraße von Casablanca nach Marrakesch. Diese Strecke ist quasi die ultimative Version der spanischen Meseta. Kein Schatten, viel Verkehr und wenig bis keine Ortschaften in jenem Abschnitt – Notiz für mich: Wasser + Futtervorrat mitnehmen, sonst sind die ersten ca. 40 Kilometer in dieser bedrückenden Hitze bzw. neben den vorbeirauschenden Autos nicht zu überleben.

Tja ich bin wirklich gespannt, was ich die nächsten 7- 10 Tage so erleben darf, soll bzw. muss.

I´ll keep you updated.

TAG 1

Berrechid

Heute waren es 40 Kilometer. Mittlerweile sind solche Strecken prinzipiell kein Problem mehr – allerdings gehe ich primär auf asphaltiertem Terrain und neben mir zischen tausende Autos vorbei, deren Auspuff noch nie einen Filter gesehen haben. Deswegen werden die gröberen Feinstaubpartikel durch meine Nase bzw. Lunge herausgefiltert. Diese beiden Protagonisten meiner Atemwege machen auf sich aufmerksam, indem sie mir gelbweißen bzw. graumelierten Schleim schenken. Nachdem selbst eine Taschentuchpackung zu schwer ist, zu viel Platz braucht und ich mich ja hier an die marokkanischen Sitten anpassen möchte, mache ich ab und an einen so genannten „Bauernschneuzer“, den man eigentlich zu „Fußballerschneuzer“ umbenennen sollte, weil ich mehr Fußballer rotzen sehe als Landwirte.

Ansonsten habe ich eigentlich keinen Schleim auf meinen Entschluss, diese Teilstrecke zu absolvieren – ganz im Gegenteil. Ich bin motiviert, obwohl die Strecke der Meseta ähnelt – kein Schatten, über 30 Grad und flach wie ein Tisch. Pilger habe ich – no na - noch keine gesehen, aber dafür unzählige Autos. Also sexy ist diese Strecke gewiss nicht, aber das war mir auch klar, immerhin bin ich letztes Jahr diesen Abschnitt mit dem Auto gefahren, aber um das geht’s mir auch nicht. Mir geht’s vielmehr um das Abenteuer, mich Schritt für Schritt meinem Endziel zu nähern, umgeben von einer Lebendigkeit der Einheimischen, wie ich es nirgends bis dato erlebt habe und zu Fuß haben diese Begegnungen eine ganz andere Qualität.

Das Einzige, das ich über Berrechid gewusst habe, ist, dass es sich um eine größere Stadt handelt, die allerdings nicht für den Tourismus gemacht ist – insofern war klar, dass ich hier sehr unwahrscheinlich ein Hotel vorfinden werde. Aber das macht ja nichts. Ich hätte sowieso nicht reserviert, weil mir dies zu einfach gewesen wäre. Außerdem möchte ich mit den Einheimischen in Kontakt treten, auch wenn ich kein französisch oder arabisch spreche, aber mit einem netten Lächeln, einfachen herzlichen Gebärden, wie z.B. einem Griff auf´s Herz, habe ich noch mit jeder Person kommunizieren können.

Im Café Khozama angekommen, frage ich beim Service nach, ob´s denn in dieser Stadt ein Hotel gäbe. Nachdem der Kellner kein bisschen Englisch sprechen kann, bitten mich zwei Brüder und ihr Freund zu ihrem Tisch. „Sit down, brother!“ Ich setze mich nieder und er sagt zum Kellner, dass er noch eine Kanne Minztee bringen soll für ihren dritten Bruder – nämlich mich.

Zakaria: „What do you need, brother?“

Ich: „I´m looking for a place to stay for one night – do you have any idea where I could stay tonight?“

Die Jungs beginnen untereinander arabisch zu sprechen.

Zakaria: „Sorry, but there is no hotel and sorry, brother, but we are sleeping in one room with 11 people here in Berrechid, BUT you can stay at my second casa 70 kilometre before Marrakesh. - No problem!“

Ich greife mir mit meiner rechten Hand auf die linke Brust und antworte: „Thanks, man! I really appreciate! Akhy shkra Ik!“

Er gibt mir noch seine Nummer, damit wir uns die nächsten Tage „kurzschließen“ können, und anschließend geben wir uns einen Handschlag, schnippen mit den Fingern, umarmen und verabschieden uns wie echte marokkanische Brüder bzw. wie Möchtegern- Gangster das eben so tun. Wie ich den Tee zahlen möchte, besteht Zakaria darauf, dass er das zahlt. Sein Blick war so angsteinflößend und überzeugend zugleich, dass ich ihm nicht widersprechen wollte.

Ich verlasse das Lokal mit einem „Akhy shkra Ik“ Richtung meines muslimischen Bruders und dem Kellner. Ich gehe keine 50 Meter und frage ein Pärchen, ob sie vielleicht ein Hotel hier wüssten, indem ich übernachten könnte.

Mohammed: „Not here, but in Casablanca or Zakaria. But you can sleep at my place!“

Ich: „Are you sure?!“

Mohammed: „No, problem, my friend. No problem. - I will pick you up in one hour, ok?!“

Ich: „Thank you so much! I really appreciate. I will wait at this Café for you.“

So gehe ich zurück zu meinen Jungs trinke mit ihnen Tee, spreche mit ihnen über die Wahlen in Österreich, Zakaria zeigt mir Fotos von seinen Reisen und sie geben mir wertvolle Tipps für die nächsten Tage, weil es in der nächsten Stadt Settat von wilden Kerlen nur so wimmeln soll - ABER Inschallah - wird schon alles gutgehen.

PS.: Mohammed hat mir dann auch noch extra vom Nachbar eine Matratze gecheckt, damit ich in seinem bescheidenen Zuhause angenehm übernachten kann. - In einem Hotel zu schlafen wäre vielleicht gemütlicher, aber diese spontane Herzlichkeit werde ich mein gesamtes Leben nie vergessen.

TAG 2

Settat

Neben mir zwitschern Mobile vorbei, deren Benützer nicht mal wissen, dass es so etwas wie eine TÜV- Prüfung gibt oder Autopuffer, die Schadstoffe filtern könnten. Das Wort „Verkehrsregeln“ scheint in ihrem Sprachjargon gar nicht vorzukommen. Bei den Bussen sind alle Türen geöffnet, damit statt der nichtfunktionierenden Klimaanlage zumindest ein Lüfterl den Achsel- und „Gluteus- Maximus- Ritzerl- Schweiß“ trocknen lassen. Dann sind auch noch die Türen der Motorhauben geöffnet, damit die Motoren nicht zu brennen beginnen, Arbeiter überqueren die Autobahnstraßen oder eben Pilger, die am Pannenstreifen 30- 40 Kilometer abspulen.

Aber dann gibt’s da auch noch einen neuen marokkanischen Autobahntrend. - Wie Trend? Kennen Sie vielleicht Urban Gardening? Urban Gardening, auch als urbaner Gartenbau bekannt, ist die meist kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten oder in deren direktem Umfeld“ (Quelle: WIKIPEDIA). Doch in Marokko wird eine neue Art des Gartelns gepflegt: Highway Gardening. Während meines 35 Kilomter Hatschers – ja, es fühlt sich tatsächlich im Moment wie ein Hatscher an, weil eben monoton, wie Autobahnen so sind, und primär auf asphaltiertem Terrain, wie Autobahnen eben so sind - pflücken einige Arbeiter im grünen Trennstreifen der Autobahnstraßen Oliven. Meine Schlussfolgerung: Grüne Oliven sind vom Land und schwarze Oliven von der Autobahn, weil die eigentlich grünen Oliven durch den Feinstaub fein schwarz gefärbt werden?! Aber gut, das ist nur meine Theorie...

Olivenbäume mit grünen Oliven findet man übrigens auch in André Hellers Anima Garten vor. Der Garten, der als meine Enddestination gilt. Enddestination im Sinne von „geographisch betrachtet“ - hoffe ich zumindest!

Das marokkanische Pflaster hat immer wieder Überraschungen und „Unterraschungen“ parat – so wie in Settat, wo mir pubertäre Jungs auf ihren Rädern bzw. Mopeds sitzend mit ihren Holzstecken auf meinen Allerwertesten schlagen, die Wasserflasche stehlen und mich beschimpfen. In solchen Momenten gilt´s ruhig zu bleiben, ein Pokerface aufzusetzen und die ASS- Karte auszupacken und einfach Mal den Blick nach oben richten, seine Hände nach oben strecken und ein überzeugtes „Allah“+ „Shkra“ („Danke“) auf die Jungs wirken lassen. - Allah, Buddha und Gott waren anscheinend tatsächlich in jenem Moment vor Ort bzw. auf meiner Seite, weil gegen sechs Jungs hätte ich nach 32 Kilometer keine Kraft mehr zum Kämpfen gehabt. So haben sie mir sogar die Flasche wieder zurückgegeben und mich mit „einem braunen Streifen im Unterhöschen“ weiterziehen lassen.

Ja, richtig geraten! - In Marokko wird mir gewiss nicht langweilig!

Um 300 DH (30 Euro) finde ich ein überteuertes, zentralgelegenes Hotel im Zentrum. Diesen Abend nütze ich für meinen vorletzten Bergwelten- Artikel bzw. die Beantwortung vieler Spiegel- Online Interview- Fragen.

TAG 3

„Eine Raststätte als Übernachtungsstätte“

Man könnte meinen, dass diese letzten paar Tage Kindergarten für mich sind. Denkste! Diese Kilometer verlangen alles von mir ab – physisch und psychisch.

Zwischen Settat und Ben Guerir gibt’s nichts – außer eine Raststation und auf diese habe ich gehofft und gezockt, dass ich dort übernachten kann und dann war es auch so. Das liebe Service hat den „müden Krieger“, ahhh Pilger ohne Widerrede im Eck schlafen lassen wie einen Bären.

Tagsüber war ich zu 90 Prozent neben dem Pannenstreifen unterwegs – zum Glück war ein Streifen Schotter, sodass ich meine Füße etwas „schonen“ konnte. Wobei von „schonen“ kann keine Rede sein, immerhin habe ich an jenem Tag wieder die 50er Marke angekratzt – sagt zumindest Google Maps.

Nach einem ausgiebigen und dem bisher bestem marokkanischen Frühstück bin ich relativ spät gestartet, aber dafür umso energischer und motivierter aus den Startlöchern des Cafés raus. Immer wieder hupen Autos, wenn sie an mir vorbeifahren, weil es natürlich nicht regelkonform ist, was ich da tue, aber gut, was ist schon regelkonform hier in Marokko – interessanterweise tangiert es die vorbeifahrenden Polizisten bzw. das Militär am wenigsten, dass ich am Pannenstreifen pilgere. Dann gab es aber auch tatsächlich einen Autofahrer, der mir einen Riegel aus dem Auto geworfen hat bzw. auch jeweils einen Bus- und Taxifahrer, die Halt gemacht haben und mich gratis nach Marrakesch mitnehmen wollten – sehr, sehr lieb von ihnen, aber die letzten Meter will ich jetzt auch noch runterdrücken. Ja, „runterdrücken“ ist der richtige Begriff – es bleibt mir aber auch nichts anderes übrig. Zwischen diesen eingeplanten Stationen ist nichts – außer Olivenbüsche, Oleander, Autos, tote Katzen, verweste Hunde, tote Vögel, viel Müll, Glasscherben, Überreste von Reifenplatzern, Schlangen (ahhhhh) und Bauernhöfe. Bei einem Bauernhof habe ich sogar angefragt, ob´s denn möglich wäre bei ihm zu übernachten, aber er hat mir auf arabisch klargemacht, dass die Polizei etwas dagegen habe. Stattdessen serviert er mir einen Minztee und selbstgemachtes Brot mit Öl – ich vermute Arganöl war´s. Bevor ich aufbreche, wollte ich ihm unbedingt als Dank etwas Geld zustecken, aber das wollte er „perdu“ nicht. Er wollte mir wohl, so habe ich es gedeutet, kommunizieren, dass dies in Allahs Sinne sei, dass er mir Essen schenke. Einzig eine Riegelbox, die ich heut morgens beim Supermarkt gekauft habe, nimmt er für seine Kinder an und mit. Ich greife mir auf meine linke Brust, sage „Akhy shkra Ik“ („Danke ,Bruder“) und ziehe weiter Richtung Raststätte. Morgen und übermorgen erwarten mich ähnlich starke Tage und dann kann ich wieder etwas runter „vom Gas gehen“ und meine letzten Schritte Richtung „Anima Garten“ in vollen Zügen genießen.

TAG 5

Ben Guerir

Jede Pilgerherberge ist besser als die in Ben Guerir. I swear! Keine funktionierende Dusche, „Kacken im Hocken“ statt Sitzen, die Türen können teilweise nicht bzw. nur miserabel verschlossen werden, weil die Türschlösser aufgebrochen worden sind, der Lattenrost wurde vermutlich durch die letzte Sexorgie beschädigt und draußen leben einige wilde Kerle – Straßenbanditen, wie mir ein Einheimischer gesagt hat. Tja, aber eben das einzige Hotel weit und breit. Die Herbergenmutti will mich mit einer Geste beruhigen, nachdem ich gefragt habe, ob´s denn hier eh sicher sei, und sie deutet mir so quasi: „Du bist nun Teil unserer Familie – wir werden dich beschützen.“

Tja, dann tu ich eben vertrauen, weil mir eh nix anderes übrig bleibt - und schlafe ein und wache immer wieder auf, weil am Gang ständig die Türen auf- und zugemacht werden bzw. jemand das Hock- Heusl aufsucht.

TAG 6

Stadtrand Marrakesh

Der wohl härteste Pilgertag so far. Why? - 65 Kilometer stehen mindestens am Programm. - Warum? Weil mir nichts anderes übrig bleibt. Doch dieser Tag verläuft halbwegs gut, weil ich zumindest 6 h schlafen konnte bzw. weil mich auch das „Ende meiner Pilgerreise“ magisch anzieht. Immer wieder feuere ich mich selbst an, wie Thomas Muster (Österreichs ehemalige Tennis Nr. 1!) in seinen heißumkämpften Tennismatches: „Come on!“.

Mir wird an jenem Tag bewusst, dass diese 3.000 km auf europäischem Boden ein „Muss“ waren, um diese knappen 300 Kilometer in Marokko zu „überleben“. Nicht nur wegen der Physis, sondern vielmehr wegen der Psyche. Jeder Schritt muss „sitzen“, wenn eine 65 km Etappe vor der Haustür auf einem wartet. Da gibt’s kein Mekkern, kein Zweifeln, sondern nur viele linke und rechte Schritte der Entschlossenheit.

An jenem Tag habe ich Glück, dass bei Kilometer 35 eine Raststätte ist, die meine Batterien mit Tahin wieder auflädt. Immer wieder stoppen Einheimische, um mir eine Fahrt nach Marrakesch anzubieten, aber ich lehne mit einem Griff auf´s Herz dankend ab. Doch gegen 19:00 Uhr, wie die Sonne schon untergegangen ist, Hunde mich anknurren bzw. skeptische Blicke auf mich geworfen werden, wird die Verführung immer größer. Und dann macht auch noch der Schweizer Stéphane mit seinen Kids Halt, um mir einen Ride anzubieten. Ich frage ihn, ob die Gegend sicher sei und wie weit es noch zum nächsten Hotel ist?! Er antwortet: „It´s not safe, but it´s also not that bad. I guess in 5km there is an Ibis Hotel. I give you my business Card... just in case if you need my help. And by the way, you can stay at our place tomorrow. We are living in the centre next to Majorelle Garden - in a Villa.“

Tja, so läuft das hier ab. Ich glaube das nennt man: „G-A-S-T-F-R-E-U-N-D-S-C-H-A-F-T“!!!

So komme ich finally in einer Hotelkette der Firma Ibis an. Eine absolute Todsünde, wenn man bedenkt, dass marokkanische Riads überall vorzufinden sind, ABER das Ibis Hotel ist eben das erstbeste Hotel – wobei, nein nicht mal das! Nur eben das Erste nach 65 Kilometer.

ABER eins sei erwähnt und hervorgehoben: Das Service ist super nice. Das Hotel too pricy (knappe 50 Euronen) für marokanische Verhätlnisse, but who cares?! - Ich bin heute froh, dass ich überhaupt eine Möglichkeit zum Duschen habe und seelenruhig ein- bzw. durchschlafen kann.

TAG 7

"Marrakech Center - Villa Stéphan und mein zweitliebster Garten"

Liebes Marrakesch, schon am ersten Tag meiner Ankunft habe ich gewusst, warum ich mich auf diesen asphaltierten Weg gemacht habe. - Wer hat bitte diesen MarokkanerInnen diese Gastfreundschaft gelehrt? Unfossable! Ich empfehle jedem FPÖ- Wähler mal nach Marrakesch zu reisen, um Marokkanerliebe zu erfahren, aber keiner/keinem MarokkanerIn zurzeit nach Österreich zu reisen. Aber gut, das ist eine andere Geschichte.

However, wie im vorherigen Beitrag erwähnt, habe ich das Glück bei der Autobahnabfahrt „Marrakesh“ (52km nach der Autobahnauffahrt Ben Guerirs) Stéphan anzutreffen, der mir eine Fahrt angeboten hat und dessen Angebot ich zuerst dankend abgelehnt habe. Aber dann hat er noch einen d´raufgesetzt und mich in seine Villa im Zentrum eingeladen – close to the „Garden Majorelle“. Tja, da kann man sich nur bedanken und ihm die Füße küssen, weil ich liebe diesen Garten, wie keinen anderen – wobei doch: Da war doch noch einer: Richtig! Der Anima Garten. Der liebe Anima Garten muss übrigens noch ein wenig auf meine Ankunft warten, weil ich wirklich streichfähig bin. Ich hatte die letzten Tage nicht die Qual der Wahl, sondern nur die Qual. Und ich habe zum ersten Mal eine Grenze überschritten, die mir diesen Abend Krämpfe, Verdauungstroubles und Schüttelfrost beschert haben. Aber mal ganz ehrlich unter uns: Fair enough, lieber Körper! Du hast eh die letzten Monate stets mitgetanzt mit meiner „steinböckischen“ Sturheit. Am Weg zu Stéphans Villa musste ich einen Zwischenstopp einlegen, weil ich wirklich am Ende bin. Nach einem Burger mit Pommes, einem Schoko- Muffin mit Vanilleeis, dem besten Granatapfelsaft aller Zeiten und einem Treffen mit der lieben Ines, ebenso seit einer Woche hochoffizielle Pilgerin, habe ich wieder meine Batterien aufgefüllt, und mich weiter am Weg zu Stéphan gemacht, der mich mit seinen vier Kids, seiner Lebensgefährtin Jessy, seinen drei Wuffis und drei Katzen herzlichst empfangen hat – keine Angst, liebe Leserinnen, ich werde sie euch ALLE noch genauer vorstellen... auch die Katzerl und Hunderl!

Aber ich bin, wie man im Mostviertel zu sagen pflegt „goa“. Insofern gilt morgen nur eins: Pause, Pause, Pause …und mit Stéphans Roller fahren. Achja, habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass ich nicht nur Pilgern, sondern auch Rollerfahren liebe?! Nö? Ok, jetzt wissen sie´s.

TAG 8

BREAKDAY - VERY MUCH NEEDED

Ich bin krank. Fair enough, lieber Körper!

Die letzte Nacht habe ich großteils auf der Toilette verbracht. Mein Körper ist komplett am Ende und übersäuert. Schüttelfrost, Fieber, Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen sind das Resultat. ABER ich bin in guten Händen bzw. kommt´s jetzt auch nicht drauf an, ob ich einen Tag früher oder später im Anima Garten ankomme.

"THE PLAN"

Statt einem Kirchgang werde ich - Inschallah bzw. in Herrgotts Namen - den Boden des Anima Gartens betreten. Nur mehr 30 Kilometer MIT abwechslungsreichem Terrain. Ich bin gespannt, was für Gefühle an jenem Tag hochkommen werden. Das Aufwachen im Hotel Ibis wurde, so ehrlich muss ich sein, mit Tränen durch intensive Träume über meinen vertstorbenen Blutsbruder, Andi, begossen. Zum ersten Mal, dass ich von ihm nach seinem Tod geträumt habe. Ich kann mich nur an Auszüge dieses Traumes erinnern und v.a. dass er mich am Kirchenplatz unserer Heimatgemeinde mit einem Kreuz auf meine Stirn malend gesegnet hat.

Wie ich diese Zeilen schreibe, muss ich wieder heulen... Andi, du fehlst!

TAG 9 "THE LAST DAY"

Tja, sie würden wahrscheinlich gerne wissen, wie und was die letzten Meter bzw. im Gartenparadies geschehen ist - tja, ich weiß, dass ich sie neugierig gemacht habe und um das herauszufinden müssen Sie sich schon ein Ticket einer meiner Vorträge oder ein Buch kaufen oder eine gewaltige Bestechungssumme mir zukommen lassen - ABER die muss sich schon gewaschen haben, dass das klar ist! ;)
Alles Liebe,

Ihr Rotzbua

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