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BewusstseinserHeiternde Impulse

Es war einmal eine Kobra, die im Dschungel liebende Güte praktizierte, indem sie innerlich wiederholte: „Möge es allen Wesen Wohlergehen, mögen alle Wesen glücklich sein, mögen alle Wesen in Frieden sein.“

Eine alte Frau, die schlecht sah, sammelte gerade Feuerholz. Sie sah die Kobra, aber verwechselte sie mit einem Strick. So verwendete sie die Schlange zum Tragen ihres Feuerholzes. Da die Kobra liebende Güte praktizierte, ließ sie alles mit sich tun.

Die Frau trug das Bündel nach Hause und warf es in ein Eck. Mühsam konnte sich die Kobra befreien und flüchtete mit körperlichen Schmerzen, Schrammen und blauen Flecken.

Sie ging zu ihrem Lehrer und sagte vorwurfsvoll: „Schau, was mir passiert ist, ich habe Deine Liebende Güte praktiziert und sieh dir doch die Wunden und alle die Schmerzen an, die ich an meinem Körper spüre!“

Der Lehrer antwortete ruhig: „Du hast nicht liebende Güte praktiziert, du hast blödsinnige, liebende Güte praktiziert. Du hättest zischen sollen und sagen, dass du ein Kobra bist.“

Ein junger Mann suchte einen Zen-Meister auf.

„Meister, wie lange wird es dauern, bis ich Befreiung erlangt habe?“
„Vielleicht zehn Jahre“, entgegnete der Meister.
„Und wenn ich mich besonders anstrenge, wie lange dauert es dann“, fragte der Schüler.
„In dem Fall kann es zwanzig Jahre dauern“, erwiderte der Meister.
„Ich nehme aber wirklich jede Härte auf mich. Ich will so schnell wie möglich ans Ziel gelangen“, beteuerte der junge Mann.
„Dann“, erwiderte der Meister, „kann es bis zu vierzig Jahre dauern.“

Zwanzig Mönche und eine Nonne, die Eshun hieß, übten die Meditation bei einem bestimmten Zen-Meister. Eshun war sehr hübsch, obwohl ihr Kopf geschoren und ihr Gewand einfach war. Mehrere Mönche verliebten sich heimlich in sie. Einer von ihnen schrieb ihr einen Liebesbrief und bat um ein Stelldichein. Eshun antwortete nicht. Am folgenden Tag gab der Meister der Gruppe eine Unterweisung, und nachdem diese vorüber war, erhob sich Eshun. Sie wandte sich an den Absender des Briefes und sagte: "Wenn du mich wirklich so sehr liebst, so komm und umarme mich jetzt."

Im Zen-Kloster wurden auch psychisch Kranke behandelt. Ein Schüler hörte hinter einer Tür einen Besucher wehklagen: „Ach, Yoko, Yoko.“ „Was hat der Mann für ein Problem?“ fragte er den Zen-Meister. „Nun, Yoko war die Frau, die seine Liebe nicht erhört hat“ erklärte der Meister. Wenig später, hinter einer anderen Tür, hörte der Schüler wieder die Stimme eines Mannes: „Oh Yoko, Yoko.“ „Ist diese Yoko auch sein Problem?“ fragte der Schüler. „Ja“, erwiderte der Meister, „ihn hat Yoko erhört und geheiratet“.

Vor langer, langer Zeit lebte in einem Dorf im Norden Chinas ein Mann, der ein wunderschönes Pferd besaß. So schön war dieses Pferd, dass die Leute von weit her kamen, um es zu bewundern. Und sie alle waren sich darin einig, dass der Mann gesegnet war, weil er ein so schönes Pferd besaß.

"Mag sein", erwiderte er jedesmal.
 

Eines Tages riss das Pferd aus und war verschwunden. Die Leute kamen herbei, um in Anbetracht des Unglücks ihr Bedauern auszudrücken.

"Mag sein", erwiderte er.
 

Einige Wochen später kam das Pferd zurück, und zwar nicht alleine, sondern mit einer ganzen Herde Wildpferde. Dem Gesetz nach gehörten diese nun alle dem Mann und machten ihn reich. Die Nachbarn kamen herbei, um ihm zu diesem Glück zu gratulieren.

"Nun bist du in der Tat gesegnet worden." "Mag sein," antwortete er.
 

Nur einige Zeit später versuchte sein Sohn, der einzige Sohn, eines dieser Wildpferde zu reiten. Er wurde abgeworfen und brach sich das Bein. Die Nachbarn kamen herbei und drückten ihr Bedauern aus. Es konnte sich nur um einen Fluch handeln.

"Mag sein," sagte der alte Mann.
 

Eine Woche später kam der König durch das Dorf und zog alle tauglichen jungen Männer ein, um in den Krieg gegen die Leute aus dem Norden zu ziehen. Es war ein fürchterlicher Krieg. Alle jungen Männer aus dem Dorf kamen dabei ums Leben. Einzig der Sohn des Mannes überlebte, weil er ein gebrochenes Bein hatte.

Seitdem sagen sagen die Menschen in diesem Dorf:

"Was wie ein Segen aussieht, könnte auch ein Fluch sein. Und was wie ein Fluch aussieht, könnte ein Segen sein."

Ein bereits älterer Mönch kam zu einem Zen-Meister und sagte: „Ich habe in meinem Leben eine Vielzahl von spirituellen Lehrern aufgesucht und nach und nach immer mehr Vergnügungen aufgegeben, um meine Begierden zu bekämpfen. Ich habe lange Zeit gefastet, jahrelang mich dem Zölibat unterworfen und mich regelmäßig kasteit. Ich habe alles getan, was von mir verlangt wurde, und ich habe wahrhaft gelitten, doch die Erleuchtung wurde mir nicht zuteil. Ich habe alles aufgegeben, jede Gier, jede Freude, jedes Streben fallengelassen. Was soll ich jetzt noch tun?“ Der Meister erwiderte: „Gib das Leiden auf!“

Was machst du, um dich zu entspannen?“ fragt der Schüler seinen Meister. „Nichts“ erwiderte der Meister. „Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, esse ich, und wenn ich schlafe, schlafe ich. „Das tun doch alle“ meinte der Schüler darauf. „Eben nicht!“ antwortete der Meister.

Ein Zen-Schüler fragte seinen Meister: „Was ist das Wichtigste im Zen?“ „Aufmerksamkeit“, erwiderte der Meister. „Ach, vielen Dank“, sagte der Schüler. „Aber kannst du mir das Zweitwichtigste verraten?“ Und der Meister antwortete: „Aufmerksamkeit“.

Ein Zen-Schüler fragte seinen Meister: „Was ist das Wichtigste im Zen?“ „Achtsamkeit“, erwiderte der Meister. „Ach, vielen Dank“, sagte der Schüler. „Aber kannst du mir das Zweitwichtigste verraten?“ Und der Meister antwortete: „Achtsamkeit“.

Ein Wissenschaftler beobachtete einen Schmetterling und sah, wie sehr sich dieser abmühte, durch das enge Loch aus dem Kokon zu schlüpfen. Stundenlang kämpfte der Schmetterling, um sich daraus zu befreien. Da bekam der Wissenschaftler Mitleid mit dem Schmetterling, ging in die Küche, holte ein kleines Messer und weitete vorsichtig das Loch im Kokon damit sich der Schmetterling leichter befreien konnte. Der Schmetterling entschlüpfte sehr schnell und sehr leicht. Doch was der Mann dann sah, erschreckte ihn doch sehr. Die Flügel waren ganz kurz und er konnte nur flattern aber nicht richtig fliegen. Da ging der Wissenschaftler zu einem Freund, einem Biologen, und fragte diesen: „Warum sind die Flügel so kurz und warum kann dieser Schmetterling nicht richtig fliegen?“ Der Biologe fragte ihn, was er denn gemacht hätte. Da erzählte der Wissenschaftler dass er dem Schmetterling geholfen hatte, leichter aus dem Kokon zu schlüpfen. „Das war das Schlimmste was du tun konntest. Denn durch die enge Öffnung, ist der Schmetterling gezwungen, sich hindurch zu quetschen. Erst dadurch werden seine Flügel aus dem Körper herausgequetscht und wenn er dann ganz ausgeschlüpft ist, kann er fliegen. Weil du ihm geholfen hast und den Schmerz ersparen wolltest, hast du ihm zwar kurzfristig geholfen, aber langfristig zum Tode veruteilt.“ Wir brauchen manchmal den Schmerz um uns entfalten zu können - um der oder die zu sein, die wir sein können. Deshalb ist die Not oft notwendig - die Entwicklungschance die wir nutzen können.

Was es ist

Erich Fried

Es ist Unsinn

sagt die Vernunft

Es ist was es ist

sagt die Liebe

Es ist Unglück

sagt die Berechnung

Es ist nichts als Schmerz

sagt die Angst

Es ist aussichtslos

sagt die Einsicht

Es ist was es ist

sagt die Liebe

Es ist lächerlich

sagt der Stolz

Es ist leichtsinnig

sagt die Vorsicht

Es ist unmöglich

sagt die Erfahrung

Es ist was es ist

sagt die Liebe

“When you go out into the woods, and you look at trees, you see all these different trees. And some of them are bent, and some of them are straight, and some of them are evergreens, and some of them are whatever. And you look at the tree and you allow it. You see why it is the way it is. You sort of understand that it didn’t get enough light, and so it turned that way. And you don’t get all emotional about it. You just allow it. You appreciate the tree.

The minute you get near humans, you lose all that. And you are constantly saying ‘You are too this, or I’m too this.’ That judgment mind comes in. And so I practice turning people into trees. Which means appreciating them just the way they are.”

Ram Dass

Der Perfektion auf der Spur

Eines Tages fragte ein Schüler den Schalk Nasrudin, warum er nie geheiratet habe.
"Ach," antwortete Nasrudin "ich hatte mir vorgenommen, nur dann zu heiraten, wenn ich die perfekte Frau gefunden habe. So suchte ich lange Jahre und begegnete vielen Frauen, die nett und schön und klug waren. Aber keine davon war perfekt."
Nach einer kleinen Pause fuhr er fort: "Eines Tages sah ich sie dann. Ich wusste sofort, dass sie in jeder Hinsicht perfekt war. Und als ich sie dann kennen lernte, stellte sich heraus, dass sie tatsächlich in jeder Hinsicht ein makelloses Juwel war."
"Und, warum hast du sie dann nicht geheiratet?" fragte der Schüler.
Nasrudin seufzte tief: "Das Problem war, dass sie den perfekten Mann suchte."

Interbeing – Verwoben-Sein
Thich Nhat Hanh, 1991

 

Wenn du ein Dichter bist, wirst du klar erkennen, dass eine Wolke in diesem Blatt Papier steckt. Ohne die Wolke gibt es keinen Regen; ohne Regen können keine Bäume wachsen und ohne Bäume können wir kein Papier herstellen. Die Wolke ist wesentlich für die Existenz von Papier. Wenn die Wolke fehlt, gibt es auch kein Blatt Papier. Also können wir sagen, dass die Wolke und das Papier verwoben sind. Wenn wir das Papier noch gründlicher untersuchen, können wir den Sonnenschein darin finden. Ohne Sonnenschein kann der Wald nicht wachsen. Tatsächlich kann nichts ohne Sonnenschein wachsen. So wissen wir, dass auch der Sonnenschein in diesem Blatt Papier ist. Das Papier und der Sonnenschein sind verwoben. Und wenn wir tiefer schauen, können wir den Holzfäller sehen, der den Baum gefällt hat und ihn zur Papiermühle brachte. Und wir sehen Weizen. Wir wissen, dass der Holzfäller nicht ohne sein täglich Brot sein kann, und daher ist auch der Weizen, aus dem sein Brot gemacht wurde in diesem Papier. Der Vater und die Mutter des Holzfällers sind auch da drin. Und wenn wir so schauen, können wir sehen, dass es das Papier ohne alle diese Dinge nicht geben würde.

Wenn wir noch gründlicher schauen können wir uns selbst in diesem Papier sehen. Es ist nicht schwierig, dann wenn wir das Blatt Papier ansehen ist es ein Teil unserer Wahrnehmung. Dein Geist ist hier und meiner ebenso. Deshalb können wir sagen, dass alles hier drin ist in diesem Blatt Papier. Wir können nichts finden, was nicht da drin wäre –Zeit, Raum, die Erde, der Regen, die Mineralien des Bodens, der Sonnenschein, die Wolke, der Fluss und die Hitze. Alles koexistiert in diesem Blatt Papier. „Sein“ ist immer auch verwoben-sein, wir können nicht einfach nur für uns selbst sein. Wir sind ohne Zweifel mit jedem anderen Ding verwoben. Dieses Blatt Papier ist, weil alles andere auch ist.

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